Friedrich-Bangert-Straße

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Friedrich-Bangert-Straße in Korbach

Ein Förderer der Klinik

Der Ziegelei- und Sägewerksbesitzer Friedrich Bangert vererbte sein Vermögen der Rüdiger Heilanstalt. Dies fördete die Weiterentwicklung des Krankenhauses Korbach. Die Friedrich-Bangert-Straße ist eine Verbindungsstraße zwischen Enser Straße und Sachsenberger Landstraße. Sie beginnt in der Nähe des Krankenhauses und endet am Haupteingang des Friedhofs. Anlieger dieser Straße sind die Psychiatrische Tagesklinik und die Krankenpflegeschule der Hessenklinik.

Friedrich Bangert, nach dem diese Straße benannt ist, wurde am 21. Dezember 1856 in der Ohlenbeck, zwischen Neerdar und Usseln gelegen, geboren. Seine Korbacher Freunde nannten ihn daher Ohlenbecks Frieder. Friedrich Bangert gründete in Korbach eine Ziegelei und betrieb in der Flechtdorfer Straße ein Sägewerk mit Zimmerei und Schreinerei. Das Betriebsgelände wurde vor Jahren im Zuge der Umgestaltung des Abzweiges der Flechtdorfer Straße von der Briloner Landstraße mit Geschäftshäusern bebaut. Friedrich Bangert gehörte zu den Korbacher Honoratioren seiner Zeit. Seine aus Adorf stammende Frau Johanette, geborene Brüne, verstarb am 24. Januar 1932. Unter der Obhut seiner langjährigen Haushälterin Mathilde Schaller, geborene Leyhe, aus Sudeck verbrachte Friedrich Bangert seinen Lebensabend in seinem als Altersruhesitz erbauten Haus Am Kniep Nr. 8. Er starb am 10. Juni 1943 im Alter von 86 Jahren. Zwei Jahre vor seinem Tode verfügte er als seinen letzten Willen, sein Vermögen der Stiftung Rüdiger Heilanstalt zuzuführen. Sein Vermögen, das aus Haus- und Grundbesitz, Wertpapieren und Bankguthaben bestand, hatte einen Wert von 226000 Reichsmark. Der Vermögenszuwachs der Stiftung, die jetzt Rüdiger-Bangert-Stiftung heißt, ermöglichte eine beachtliche Weiterentwicklung des Korbacher Krankenhauses. Die Stadt Korbach ehrte ihren Wohltäter, indem sie einer Straße in der Nähe des Krankenhauses seinen Namen verlieh

Die Serie

Straßennamen sind wichtig. Nicht nur, weil durch sie dem Ortsunkundigen, der Post, dem Paketzusteller, dem Arzt, dem Rettungsdienst und Lieferanten das Auffinden bestimmter Personen erleichtert wird. Sie ermöglichen den Anwohnern auch eine gewisse Identifikation. Mögen sich Nachbarn noch so sehr von einander unterscheiden, eins verbindet sie: Sie alle sind Bewohner der gleichen Straße. Straßennamen hat es nicht immer gegeben. Offiziell wurden sie in Korbach erst Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt. Bis dahin gab es viele namenlose Straßen. Natürlich hatte man Standortbezeichnungen schon früher. Sie waren aber recht allgemeiner Art: An der Neustädter Kirche etwa, oder Am Markt. Andere bezeichneten ein ganzes Stadtviertel. Flurname oder Zielort Bei der Namengebung griff man zurück auf Flurbezeichnungen (Am Waldecker Berg) oder auf die Lage der Straße (Oberstraße). Die Ausfallstraßen bezeichnete man nach ihren Zielorten (Wildunger Landstraße). Viele Straßen tragen aber auch den Namen einer bekannten oder bedeutenden Persönlichkeit, von Stadtältesten oder Ehrenbürgern. Bei Vergabe von Namen aus Politik und Regierung ist man heute in Korbach vorsichtig geworden, um späteren Umbenennungen aus dem Weg zu gehen. So wurde aus dem Adolf-Hitler-Platz nach 1945 wieder der Berndorfer Torplatz, aus der Litzmannstraße die Friedrichstraße, aus der Hindenburgstraße wieder wie früher die Bahnhofstraße. Zur Diskussion standen nach 1945 auch die an Kriegsschauplätze des Ersten Weltkrieges erinnernden Skagerrakstraße, Langemarckweg und Flandernweg. Neue Namen mussten her Die enorme Entwicklung der Stadtbebauung nach dem Zweiten. Weltkrieg brachte es mit sich, dass zahlreiche neue Straßen entstanden. Sie alle brauchten neue Namen. So entstand ein Blumenviertel, in jüngster Zeit auch ein Dichterviertel. Zahlreiche westdeutsche Städte, in die es einst Korbacher verschlagen hatte, standen Pate, aber auch mitteldeutsche Städte. Auch ehemalige ostdeutsche Städte und Gebiete, aus denen viele Korbacher Neubürger vertrieben worden waren, gaben neuen Straßen ihre Namen.

Der Autor

Der Korbacher Hans Osterhold beschäftigt sich schon lange mit heimatkundlichen Themen. Für die HNA hat der Museums- und Stadtführer eine Serie über die Namen Korbacher Straßen verfasst. diese ist ab April 2001 in der HNA Waldeckische Allgemeine erschienen.