Freiherr Karl-Friedrich von Drais

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Der am 29. April 1785 geborene Freiherr Karl-Friedrich von Drais - Erfinder der Urform des Fahrrades entstammte einer begüterten Karlsruher Familie. Drais war immer ein Sonderling, seine Neigungen lagen auf dem Gebiet der Mechanik. Es war sein Denken und Streben, Maschinen oder Wagen zu erfinden, die lediglich durch die Muskelkraft des Fahrenden in Betrieb gesetzt und gelenkt werden konnten. Im Jahre1817 trat Drais mit seiner einspurigen Laufmaschine an die Öffentlichkeit, für die er am 12.01.1818 ein Patent erhielt.

Karl Drais erfand die Urform des Fahrrades

HNA SonntagsZeit  26/27 Jubi 2010 von Christoph Weymann
ca.1895 Wilhelmshöhe bei Cassel Radfahrer auf der Schlossteichstraße beim Hotel "KRONPRINZEN"
Quelle Friedrich Forssman
www.kassel-wilhelmshoehe.de

Radfahren macht Spaß -obwohl es mit Auto und Motorrad längst schnel­ler und bequemer geht. Viel­leicht liegt es daran, dass wir uns auf keine andere Art mit einem Minimum an Kraft und Technik selbst in Schwung versetzen können. Ohne Mo­torgeräusche, ohne Parkplatz­sorgen und fast ohne Verbots­zonen auch mitten in der duf­tenden Natur.

Mit der Energiebilanz eines schlichtes Fahrrads kann kei­ne andere Fortbewegungsart mithalten. Der hohe Wir­kungsgrad macht Radfahren nicht nur für Übergewichtige zum idealen Ausgleichssport. Ein Radler muss zwar die nöti­ge Bewegungsenergie aufbrin­gen, aber weniger als ein Drit­tel seines Gewichts tragen. Das war auch schon dem Er­finder des ersten lenkbaren Zweirades klar, als er den Urahnen des Fahrrads entwi­ckelte.

Eigentlich wollte der badi­sche Forstmeister und Erfin­der Karl Drais zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Art Au­tomobil bauen. Als er seinen muskelgetriebenen, mechani­schen Wagen 1814 den Teil­nehmern des Wiener Kongres­ses vorführte, reagierten die Zuschauer begeistert. Alltags­tauglich war sein Fahrzeug aber nicht - vor allem, weil es den unbefestigten, schlechten Straßen nicht gewachsen war.

Dann er auf die Idee, ein lenkbares Laufrad zu bauen. Damit war der Reibungswider­stand reduziert, und der Fah­rer konnte spontan die besten Stellen der Wege nutzen. Be­kannt wurde die Draisine, als der Erfinder damit in nur vier Stunden von Karlsruhe ins etwa 50 Kilometer entfernte Kehl fuhr - eine Strecke, für die eine Postkutsche gut vier Mal so lange brauchte.

Wirtschaftlich konnte Drais nie von seiner Erfindung pro­fitieren. Er durfte zwar sogar eine Zeit lang die englischen Eilboten damit ausrüsten, nur wurde der britischen Post die Verwendung der Draisinen vom Rechnungshof wieder un­tersagt - weil die Boten zu oft neue Schuhsohlen brauchten.

In den folgenden Jahrzehn­ten versuchten zwar manche Tüftler, die Draisine mit einer Antriebsmechanik zu verse­hen. Der entscheidende Fort­schritt gelang aber erst um das Jahr 1861, als die Franzosen Michaux und Lallement unab­hängig voneinander einen Tretkurbelantrieb erfanden.

So kam es in Frankreich zu einem ersten Fahrrad-Boom, der sich noch verstärkte, als ab 1871 England die ersten Hochräder gebaut wurden.

Mit den eleganten Maschinen war es zwar möglich, schneller zu fahren. Die Fahrer waren auf den wackeligen Fahrzeugen mit dem hochgelegenen Schwerpunkt aber großen Gefahren ausgesetzt. Schon kleine Hindernisse führten oft zu Kopfstürzen über den Lenker. Als die Hochräder in den 1880er-Jahren langsam von den „Niederrädern" abgelöst wurden, begann die eigentliche Massenproduktion. Zwi-schen 1882 und 1897 stieg die Zahl der in Deutschland produzierten Fahrräder von 2500 auf 350 000. Kurz vor der Jahrhundertwende entstand das bis heute typische Grundmodell: Zwei gleich große Räder mit Luft- statt Hartgummireifen, Kettenantrieb und dem rautenförmigen „Diamant"-Rahmen.

Auch Frauen aus dem Bürgertum interessierten sich zunehmend für den immer noch elitären Sport und hatten es, besonders in Deutschland,schwer - was sie einige Jahre später nicht daran hinderte, ihren Dienstmädchen die Benützung des Rades zu missgönnen, bis es endgültig zum Fahrzeug der einfachen Leute wurde. Im Rock aufs Rad zu steigen und sich vorgeblich empörten Gaffern auszusetzen, galt jahrelang ebenso als Tabubruch, wie das Tragen von Pluderhosen oder Hosenröcken. Die ersten radelnden Frauen waren deshalb dem Gespött der Straße ausgeliefert. „Die Kutscher schlugen mit der Peitsche nach mir und trafen leider oft genug", berichtete eine Cholarist Schneider aus Neisse, die 1883 mit dem Radfahren begonnen hatte. Manche Frauen zogen es deshalb vor, im Wald zu trainieren oder sich mit Männerkleidung zu tarnen. Gegen das Radfahren, besonders bei Frauen, argumentierten auch einige Ärzte, indem sie auf angebliche Gesundheitsgefährdungen hinwiesen. (C.W.

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