Free-Mobil

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Verein Free-Mobil verpflegt und berät Drogenabhängige im Straßencafé

Das Freemobil ist ein Drogenhilfsprojekt mit christlichem Hintergrund und veranstaltet Dienstags und Samstags von 15 Uhr bis 17 Uhr auf dem Friedrichsplatz vor der AOK, primär für Drogenabängige, ein Straßencafe mit Ausgabe von Lebensmitteln, gespendet von der Kasseler Tafel e.V..

Margret und Hermann Jany öffnen ihr improvisiertes Straßencafé mit Plastikstühlen vor dem AOK-Gebäude, in Sichtweite des Staatstheaters, bei jedem Wetter, jeden Dienstag- und Samstagnachmittag. Die Kundschaft verschmäht auch bei niedrigen Temperaturen zumeist den wärmenden Gasofen, der im grell bemalten Wohnwagen des Vereins Free-Mobil mollige Wärme verbreitet. Drogenabhängige und Alkoholkranke, die auf Kassels Straßen leben, sind Kälte gewohnt, sagt Hermann Jany.

Free-Mobil verteilt seit sieben Jahren Lebensmittel an Abhängige. Der von einer überkonfessionellen Drogeninitiative gegründete Verein entstand in der Folge der documenta 9. Damals, 1992, entdeckten die Abhängigen das documenta-Begegnungscafé als Treffpunkt.

Free-Mobil habe sich zu einem Ort der Begegnung und Hilfe für die Szene entwickelt, sagt Hermann Jany. Hier fänden die Abhängigen einen Ruheraum vor dem Stress der Straße: Verfolgung, Drogenbeschaffung und Gewalt. Immer öfter seien auch Hartz-IV-Empfänger dabei. Die Janys sind der Kasseler Tafel dankbar für die Lebensmittel, die sie dem Free-Mobil überlässt. Drogenabhängige haben meistens einen leeren Kühlschrank.

Das Ehepaar, das aus Kassel stammt und in Eisenach ein Wohngemeinschaftsprojekt mit Drogensüchtigen plant, steht mit weiteren ehrenamtlichen Helfern bereit, wenn ein Abhängiger nicht mehr weiterweiß. Der Verein vermittelt Therapieplätze. Bei Regen suchen die teilweise ausgemergelt wirkenden Menschen Schutz an den benachbarten Gebäuden: Dem AOK-Haus und der Elisabeth-Kirche. Mit der Krankenkasse gebe es deshalb manchmal Ärger, sagt Jany - und mit der Elisabeth-Kirche ebenfalls: Pfarrer Peter Bulowski hat zwar Verständnis für die Not der Drogensüchtigen. Nicht aber dafür, dass diese Beete zertrampelten, Unrat hinterließen und ihr Geschäft am Gotteshaus verrichteten. Hermann Jany nimmt die Abhängigen in Schutz. Vor dem Elend auf Kassels Straßen dürfe man nicht wegsehen. Der Verein mache den Platz des Straßencafés jedesmal besenrein.

Abhilfe könnte eine mobile Toilette schaffen. Doch die ist der Stadt bisher zu teuer. Der Verein selbst muss mit seinen Finanzen haushalten. Sorge macht den Janys das geringe Spendenaufkommen. Von der Stadt erhalte man keine Zuschüsse, sagt Jany.

Kontakt

Free-Mobil, Hermann und Margret Jany, Dresdner Straße 8, Eisenach, Tel. 03691/88 23 87, Spendenkonto Nr. 104 39 14, Kasseler Sparkasse (BLZ 52050353).