Fredelsloher Schlangenkönigin

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Spurensuche im Wald: Bürgermeister Hartmut Schnabel wittert eine Chance für die Moringer Stadtkasse. Karikatur: Mönkemeyer

Wie so viele andere Kommunen wird auch die Stadt Moringen von finanziellen Problemen geplagt. Doch die könnten demnächst vielleicht der Vergangenheit angehören – vorausgesetzt, die Verantwortlichen im Moringer Rathaus besinnen sich auf eine alte Sage, die man sich früher in Fredelsloh erzählt hat...

Demnach soll vor vielen Jahren ein Holzhauer in der Nähe des Töpferdorfes Bekanntschaft mit einer mysteriösen Schlangenkönigin gemacht haben – und zwar bei der wohlverdienten Mittagspause. Der Holzhauer hatte sich gerade ins Gras gesetzt, um sich ein Brot schmecken zu lassen, als plötzlich eine Schlange züngelnd auf ihn zukam. Der Mann erschrak, als er das Tier entdeckte, das auf dem Kopf eine kleine Krone trug. Er nahm ein rotes Taschentuch um die Schlange abzuwehren. Die warf daraufhin ihre Krone ab und verschwand wieder im Unterholz.

Der Holzhauer nahm die Krone mit nach Hause und erzählte von seinem Erlebnis. Natürlich machte seine Geschichte in Fredelsloh sofort die Runde, und einige alte Fredelsloher wussten zu berichten, dass dort, wo die Schlangenkönigin gesichtet wurde, ein Schatz zu finden sei.

Der Holzhauer behielt für sich, wo er die Schlange getroffen hatte und schlich sich des nachts aus dem Dorf, um der Sage auf den Grund zu gehen. Zunächst suchte er an der Stelle vergeblich nach einem Schatz, doch als die Glocken der Fredelsloher Klosterkirche zwölf Uhr schlugen, erschien plötzlich ein Zwerg, der ihn aufforderte, mit in den Berg zu kommen. Der Zwerg pflückte eine Blume, woraufhin sich der Berg auftat und den Blick frei gab auf einen riesigen Schatz, der trotz der Dunkelheit hell erstrahlte und der von weiteren Zwergen bewacht wurde.

Die Zwerge luden den Holzhauer zum Essen ein und beschenkten ihn anschließend derart mit Edelsteinen und Goldpokalen, dass er eigentlich nie wieder hätte arbeiten müssen – allerdings musste er versprechen, niemandem von seinem Aufenthalt in dem Berg zu erzählen. Doch es kam, wie es kommen musste: Der Holzhauer konnte sein Geheimnis nicht für sich behalten und verriet schließlich seiner Frau, wo er den Schatz gefunden hatte – mit der Folge, dass der sich in null Komma nix in Luft auflöste. Fortan musste der Holzhauer wieder mit Arbeit sein Brot verdienen.

Noch heute ist im Stapelberg bei Fredelsloh ein mannshoher, natürlicher Erdgang zu sehen, in dem einst die Zwerge den Holzhauer zum Schatz geführt haben sollen. Und wer weiß? Vielleicht ist ja auch irgendwo in der Nähe noch die Schlangenkönigin zu finden...