Fredelsloh

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Fredelsloh ist ein Stadtteil der Stadt Moringen im Landkreis Northeim am Ostrand des Sollings.

Verschiedene Kunsthandwerker sind heute in dem Töpferdorf tätig.

Geografie

Das Töpferdorf liegt im Landkreis Northeim am Ostrand des Sollings, nördlich des Höhenzugs Weper und südwestlich des Höhenzugs Ahlsburg.

Fredelsloh liegt nordwestlich der Kernstadt Moringen, nordöstlich der Stadt Uslar und nördlich der Stadt Hardegsen im Tal des Bachs Dieße, ein Zufluss der Ilme, in den in Fredelsloh der Dellgraben fliest.

Geschichte

Kirche, Rose und Tonkrug prägen das historische Wappen von Fredelsloh und stehen - neben der Natur und der Klosterkirche - für die Jahrhunderte alte Töpfertradition, auf die der Ort inzwischen zurückblickt.

Seit fast tausend Jahren wird im Tal der Bölle zwischen dem Höhenzug Ahlsburg und dem Heinberg bei Fredelsloh - im heutigen Landkreis Northeim - Ton abgebaut und auch verarbeitet.

Urkunden aus dem ehemaligen Stift Fredelsloh und Grabungen belegen, dass in unmittelbarer Nähe von Fredelsloh mindestens seit der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts eine Töpfersiedlung bestand.

Keramikum

Am Kapellenbrunnen 5 liegt das KERAMIK.UM, das Aktions- und Austellungshaus rund um den Ton sowie die Fredelsloher und weltweite Töpfereigeschichte, das seit dem 18.6.2011 geöffnet ist.

Klosterkirche

Beinahe 900 Jahre alt ist die romanische Basilika, die mit ihren Türmen den Ortskern von Fredelsloh prägt.

Die ehemalige Klosterkirche "St. Blasii und Marien" gehörte zum 1132 gegründeten Stift Fredelsloh, von dem noch Mauerreste und ein alter Brunnen erhalten sind.

Im Amtshaus, heute das Gemeindehaus am Klosterhof, wohnte einst der Verwalter des Klosterguts.

siehe dazu: Kirchenführer (pdf)

Literatur

siehe auch

Tradition

Beim Aufstellen des Maibaums haben sie Schmalzbrote geschmiert: Landfrauen aus Fredelsloh.
  • Jedes Jahr trifft zeitgenössische Kunst auf Kunsthandwerk in Fredelsloh (siehe auch: www.kunst-in-fredelsloh.de).
  • Maispektakel: jedes Jahr Anfang Mai findet in der Deichstraße ein Handwerker- und Bauernmarkt statt.
  • Immer am vierten Wochenende im September veranstaltet der Musikzug Fredelsloh die "Fredelsloher Klosterwies'n" mitten in Fredelsloh im Park vor der historischen Kulisse der Klosterkirche Fredelsloh St. Blasii und Marien, das größte Fest dieser Art in Südniedersachsen.

Vereine

Wussten Sie schon ...

... dass der Ortsname Fredelsloh aus dem Mittelalter stammt und die Bedeutung „Friedensort“ oder auch „Frei-Dassel“ hat?

... dass die Klosterkirche in Fredelsloh eine verdeckte doppelte Wendeltreppe zwischen den beiden Türmen hat, die der Bauart islamischer Minarette ähnelt und europaweit ein kunsthistorisches Kleinod darstellt?

... dass es in Fredelsloh im Mittelalter neben der großen Klosterkirche eine kleinere Trinitatis-Kapelle gab, die dem Kapellenbrunnen am Nonnenbach seinen Namen gegeben hat?

... dass die Fredelsloher Töpfer einer der ältesten Zunftordnungen hatten? Im Jahr 1596 regelten sie ihre Rechten und Pflichten in Bezug auf den Holzeinschlag, auf die Lehrlingsausbildung, auf die Zahl der Meister und die Witwenversorgung. Auch „zünftig“ feiern konnten die Fredelsloher Töpfer mit dem so genannten „Töpfer-Willkomm.“

Arno Schelle, Geschichts- und Heimatverein Töpferdorf Fredelsloh

... dass auf mehreren mittelalterlichen Keramikscherben aus Fredelsloh und der Wüstung Bengerode noch heute Abdrücke von kleinen Kinderhänden im Ton zu sehen sind? Die Kinder arbeiteten in den Töpferfamilien mit und verewigten ihre Hände beim Anheben der frisch gedrehten Töpfe von der Töpferscheibe.

Monika Blank, Northeim (erschienen in: HNA / Northeimer Neueste Nachrichten, 01.05.2007)

siehe auch:

Weblinks






Städte und Gemeinden im Landkreis Northeim
Northeim.gif

Bad Gandersheim | Bodenfelde | Dassel | Einbeck | Hardegsen | Kalefeld | Katlenburg-Lindau | Kreiensen | Moringen | Nörten-Hardenberg | Northeim | Uslar