Franziskanerkloster Hofgeismar

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Am ehemaligen Franzikanerkloster

Das ehemalige Franziskanerkloster und das Hospital sind die Wurzeln der heutigen Hospitalstiftung in der Stadt Hofgeismar, seit 1971 „Stiftung Altenheimstätte Hofgeismar“.

Der ehemalige Hofgeismarer Dekan Jochen Desel zitiert in einer Veröffentlichung aus einer im Jahre 1473 ausgestellten Urkunde der Stadt, die ein Hospital und Sekenhus, ein "Siechenhaus" für arme und alte Leute erwähnt.

Geschichte

Das ehemalige Kloster der Franziskaner in der Stadt Hofgeismar wurde bereits 1230 gegründet (folgt man der Darstellung von Pfaff erfolgte die Gründung erst 1236). Im Jahre 1210 hatte Franz von Assisi (1186 bis 1226) den Bettelorden gestiftet und der Orden der barfüssigen Mönche in ihren braunen Kutten breitete sich rasch aus.

1238 wurde in Hofgeismar eine Klosterkirche an der Stadtmauer, nahe dem Sälber Tor und nordwestlich der Altstädter Kirche errichtet und von Bischof Bernhard von Paderborn im Auftrag des Erzbischofs von Mainz am 10. Oktober 1238 geweiht. Den späteren Reichtum des Klosters bezeugt auch der heute in der Altstädter Kirche aufbewahrte Hofgeismarer Passionsaltar aus der Zeit um 1310.

Nach einem Ausbau der Klostergebäude im Jahre 1473 wurde das Kloster 1523 aufgelöst. Nach der Darstellung bei Pfaff wurde es 1527 aufgehoben. Unter der Herrschaft des Landgrafen Philipp I. wurde Hofgeismar – ein Städtchen der Landgrafschaft Hessen – protestantisch. Das ehemalige Kloster wurde als Hospital eingerichtet und die Besitzungen des Klosters wurden dem neugegründeten Hospital der Stadt zugewiesen.

An das ehemalige Hospital und "Siechenhaus", das zu seiner Finanzierung durch den Landgrafen mit Ländereien ausgestattet wurde, erinnert in Hofgeismar noch die Hospitalstraße.

Um das Jahr 1700 wurden die Überreste der alten Bebauung durch eine Fachwerkkonstruktion ergänzt. Erhalten geblieben ist ein gotisches Fenstergewände mit Spitzbogenabschluss.

Hofgeismarer Passionsaltar

Zur wertvollen Ausstattung der benachbarten Altstädter Kirche gehört seit 1889 der Hofgeismarer Passionsaltar aus der Zeit um das Jahr 1310, ein frühgotisches Tafelwerk, das dem ehemaligen Franziskanerkloster Hofgeismar zugeordnet wird und von dem heute noch die beiden Altarflügel mit jeweils zwei Feldern vorhanden sind. Es fehlt der Mittelteil mit wahrscheinlich vier Einzelfeldern.

Die vorhandenen Tafelwerke zeigen auf den beiden linken Tafeln den Beginn der Leidensgeschichte Jesu, beginnend mit dem Gebet am Ölberg und der Gefangennahme vor der Kreuzigung. Auf den rechten Bildtafeln ist der gekreuzigte Jesu bereits von den Toten auferstanden und eine weitere Tafel zeigt Maria Magdalena am Grab des auferstandenen Heiland.

Literatur

siehe auch