Frankfurter Straße

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Frankfurter Straße am Weinberg ca. 1905
Vor dem Zweiten Weltkrieg: Das Hauptportal der Karlskirche an der Frankfurter Straße
Niederzwehren, Frankfurter Straße
Zeichnung von "ERLiCH" aus dem Jahr 1987.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden in der Stadt Kassel gewaltige Anstrengungen unternommen, um die Frankfurter Straße als Verkehrsschlagader auszubauen.

Sie ist eine alte Heer- und Handelsstraße, die vom Main her die hessische Landschaft öffnete und ihr als Brücke nach Mittel- und Norddeutschland einen geschichtlichen Rang verlieh.

Es entstanden schließlich vierspurige Straßenstücke, mit zwei Ausnahmen: am Weinberg und in Niederzwehren.

Die Frankfurter Straße ist das Kasseler Tor zum Süden

„Die Frankfurter Straße heißt so, weil man auf ihr schnell nach Frankfurt kommt. Frankfurt ist gleich hinter Kassel.“ So schlicht erklärt sich für einen Siebenjährigen die Welt. - Klassifiziert ist sie als Bundesstraße B3.

Und irgendwie hat er Recht: Die Frankfurter Straße ist das Kasseler Tor zum Süden. Natürlich führt sie nicht bis Frankfurt, sie ist laut Auskunft des städtischen Vermessungsamtes 5,3 Kilometer lang.

Angelegt wurde sie - so geht es aus den Unterlagen im Stadtarchiv hervor - im Auftrag von Landgraf Karl. Paul du Ry sollte ab 1685 Wohnsiedlungen für die hugenottischen Einwanderer schaffen. So auch die Oberneustadt vor der Südwestfront der Festung Kassel. Als breiteste Straße wurde die Frankfurter Straße (damals Weinberger Straße oder Grande Rue) gebaut.

Dass die Frankurter Straße was Schizophrenes hat, wurde schon 1939 in der Kasseler Post beschrieben: „Sie ist zwar Durchgangsstraße, nicht aber für ihr Stadtviertel. Für dieses ist sie die Geschäftsstraße mit allen Vorzügen und Besonderheiten. Längst hat sie den Charakter der Wohnstraße aufgegeben.“ Der Verkehr war schon immer ein Problem auf der Frankfurter Straße. Laut, schnell, rücksichtslos durchschneidet er die anliegenden Stadtviertel.

Niederzwehren Frankfurter Straße
Niederzwehren Frankfurter Straße

In den 50er-Jahren beklagten sich Niederzwehrener Bauern darüber, dass ihre Sicherheit nicht gewährleistet sei, wenn sie die Straße auf dem Weg zu ihren Feldern überquerten. Immer wieder wurde die Frankfurter umgebaut. In regelmäßigen Abständen galt sie als „Kassels größtes Straßenbauprojekt“.

Mit jeder Verbreiterung des „Nadelöhrs“ jedoch scheint das Verkehrsaufkommen gestiegen zu sein. Um diesem Teufelskreis zu entkommen, wurde über Umgehungsstraßen diskutiert: Ein Ergebnis war die Südtangente die jetzige Autobahn A49, mit der wenigstens die Niederzwehrener entlastet wurden. Ende der 70er-, Anfang der 80er- Jahre gab es sogar Rückbau-Pläne zu Gunsten von Radwegen. Aus der Frankfurter Straße sollte eine „Frankfurter Allee“ werden. Das wurde sie nie.

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