Frankenberg (Eder)

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Frankenberg
Wappen Karte
Wappen von Frankenberg Deutschlandkarte, Position hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-Frankenberg
Höhe: 280 - 405 m
Fläche: 124,87 km²
Einwohner: 18.641 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 35066
Vorwahl: 06451
Kfz-Kennzeichen: KB
Adresse der
Stadtverwaltung:
Obermarkt 7 - 13
Website: www.frankenberg.de
Politik
Bürgermeister: Rüdiger Heß (parteilos)

Frankenberg an der Eder (Frankenberg/Eder) ist eine Stadt im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Nordhessen mit etwa 20.000 Einwohnern.

Aktuelle Ansichten aus der Stadt gibt es über eine Webcam:

Geografie

Lage

Frankenberg gehört zum Ederbergland, einer Urlaubsregion, zu der ein großer Teil des Altkreises Frankenberg gehört, der im Zuge der hessischen Gebietsreform mit dem ehemaligen Kreis Waldeck zum heutigen Landkreis Waldeck-Frankenberg zusammengelegt wurde.

Nachbargemeinden

Nachbarstädte und -gemeinden von Frankenberg sind im Norden Lichtenfels und Vöhl, im Osten Frankenau, im Südosten Haina, im Süden Burgwald und im Westen Allendorf und Bromskirchen.

Stadtteile

(in Klammern die Einwohnerzahlen, Stand 2005, Quelle: www.frankenberg.de)

Stadtteile sind neben der Kernstadt Frankenberg:

Verkehrsanbindung

Geschichte

Es war eine schöne Stadt an der Eder...

Aus der Stadtgeschichte

Luftbild Frankenberg

Der Name der Stadt steht für die fränkischen Befestigungsanlagen, die hier am Burgwald schon im 8. Jahrhundert errichtet worden sind.

Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster St. Georgenberg wurde im Jahre 1242 von Konrad von Itter, im Tal der Nuhne, nördlich von Frankenberg gestiftet, aber schon 1249 vor die Tore der von Landgraf Konrad von Thüringen gegründeten Stadt Frankenberg verlegt.

Zum Kloster gehörte auch die romanische St. Mauritiuskapelle aus dem 13. Jahrhundert.

Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die einstige Burg und die Stadt waren seit dieser Zeit ein Stützpunkt der hessischen Landgrafen, während die benachbarte Grafschaft Battenberg seinerzeit zum Erzbistum Mainz gehörte.

Die ehemalige Burg und die Stadt wurden seinerzeit gegen den Bereich der Mainzer Bischöfe und die Vögte von Keseburg planmäßig mit Ober- und Untermarkt angelegt.

Das älteste Gebäude der Stadt ist das Frankenberger Steinhaus mit Treppengiebel, das als Sitz von Bürgermeistern, Amtmännern, Rentmeistern und Ratsherren um 1240 erbaut wurde.

Von der eínstigen Stadtbefestigung mit zahlreichen Wehrtürmen und Stadttoren ist noch der Hexenturm aus dem 13. Jahrhundert erhalten geblieben.

Mit der Errichtung des dreischiffigen Hallenbaus der Liebfrauenkirche wurde im Jahre 1286 begonnen, in der Anlage der Marburger Elisabethkirche ähnlich.

Der ursprüngliche Chor wurde durch den von Tyle von Frankenberg geschaffenen Chor ersetzt (1359 geweiht), von dem auch das Westportal, das Sakramentshäuschen und die Marienkapelle stammen, letztere eine Stiftung des Johann von Cassel.

Nachdem im 16. Jahrhundert bei einem Brand nur das Steinhaus am Pferdemarkt erhalten blieb, entstand die Altstadt in ihrer heutigen Form mit zahlreichen Fachwerkbauten zwischen dem Unter- und Obermarkt.

Obermarkt in Frankenberg mit dem historischen Rathaus

Sehenswert ist insbesondere das zehntürmige, spätgotische Fachwerkrathaus am Marktplatz, das in den Jahren 1509 bis 1513 entstand und mit Holzfiguren von Philipp Soldan verziert wurde. Die zehn Rathaustürme symbolisieren die zehn Zünfte, die es 1509 bei Baubeginn in Frankenberg gab.

Im Museum Thonet wird an den Tischler Michael Thonet erinnert, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts am Ort den Grundstein für ein bedeutendes Unternehmen der Möbelherstellung legte.

Seit 2005 ist Frankenberg hessische Modellkommune Familienstadt mit Zukunft.

Eisenbahngeschichte

Vor mehr als 100 Jahren war man auch im Waldeck-Frankenberger Land mit dem Eisenbahnbau fieberhaft beschäftigt. Galt es doch, mit dem Anschluss an die 1850 eröffnete Main-Weser-Bahn zwischen Kassel, Marburg und Frankfurt/ Main dem schleichenden Niedergang der ohnehin spärlichen Wirtschaft und der damit verbundenen Verarmung der Bevölkerung in unserer Region entgegenzuwirken.

Die erste Eisenbahn überhaupt im Raum Waldeck und Frankenberg war die Verbindung zwischen Wabern und Bad Wildungen, eröffnet im Jahr 1884.

Sechs Jahre später wurde zwei Monate vor der Freigabe der Burgwaldbahn zwischen Marburg, Sarnau und Frankenberg am 1. Mai 1890 die Eisenbahnstrecke von Warburg nach Arolsen eröffnet.

Von Arolsen weiter nach Korbach konnte man ab dem 15. August 1893 fahren sowie von Volkmarsen nach Wolfhagen und weiter in Richtung Kassel im Jahr 1897.

Trotz der übergeordneten Bedeutung, die der 108,4 Kilometer langen Linie Warburg - Marburg damals beigemessen wurde - sie schuf die kürzeste Schienenverbindung zwischen Bremen und Frankfurt/ M. -, wurde mit den Vorarbeiten zum Bau des letzten Abschnitts zwischen Frankenberg und Korbach erst 1898 begonnen.

Gasthaus Finger am Obermarkt

Das Gasthaus Finger am Obermarkt brannte am 19. Januar 1913. Familie Finger konnte sich retten, 51 Tiere starben.[1]

Hundert Dinge, ...

Kaserne

Kirchen

Blick zur Liebfrauenkirche in Frankenberg
(Foto: Streuff)

Literatur

  • Hans Joachim von Brockhusen, Die Hoheitszeichen der Stadt Frankenberg. In: Heimatkalender für den Kreis Frankenberg-Eder, 1950, S. 53-56.
  • Heinz Brandt, Siegel und Wappen der Stadt Frankenberg. Stadttor, Mauer und Löwe. – in: Unser Frankenberger Land 16, 1990, Nr. 9 vom 3. November 1990
  • Jürgen Römer, Die Stadt Frankenberg an der Eder (DKV-Kunstführer, Nr. 538), München/Berlin 1999
  • Waldecker Land - vom Sauerland zum Edersee, bearb. von Horst König, Korbach 2002
  • Ulrich Ritzerfeld, Der Ritter Tammo von Beltershausen, Kloster Berich und die Stadtgründung von Frankenberg an der Eder. Ein Beitrag zur Klostergeschichte und zur ludowingischen Ministerialität in Hessen Mitte des 13. Jahrhunderts, in: Enno Bünz, Stefan Tebruck, Helmut G. Walther (Hrsg.), Religiöse Bewegungen im Mittelalter. Festschrift für Matthias Werner (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen, Kleine Reihe 24 = Schriftenreihe der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung 19), Böhlau, Köln/Weimar/Wien, 2007, ISBN 978-3-412-20060-2 (S. 173-211)
  • Reiseführer: Gastliches Waldecker- und Frankenberger Land, Bautz-Verlag 2008

Medien

Museen

Originale

  • Iller und Mones - Die Figuren dieser waschechten Frankenberger Originale stehen seit 1978 am Illerplatz. Die Inschrift auf dem Sockel lautet: "Iller, eß dr Mone drheeme? Nee he eß om Goßberk un be..ßt de Pflanze!" (Soll heißen: "Iller, ist der Mones zu Hause? Nein, er ist auf dem Goßberg und begießt die Pflanzen!")

Partnerstädte

  • Brou (Frankreich)
  • Frankenberg/ Sachsen
  • Manningtree (England)
  • Seekirchen am Wallersee (Österreich)
  • Bytow (Polen)

Persönlichkeiten

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister von Frankenberg ist Rüdiger Heß.

Wahlkreise

MdB: Dr. Edgar Franke

MdL: Günter Rudolph

Sehenswürdigkeiten

Portal der Liebfrauenkirche

In der historischen Altstadt von Frankenberg sind neben zahlreichen Fachwerkbauten zwischen Unter- und Obernmarkt zu besichtigen:

  • das "Alte Brauhaus", ein massives zweigeschossiges Traufenhaus aus dem 16. Jahrhundert mit spitzbogiger Einfahrt, das inzwischen bis auf die Fassade abgebrochen und in den Komplex eines Hotels einbezogen wurde,
  • das ehemaliges Kloster St. Georgenberg, heute u. a. Kreisheimatmuseum,
  • die Liebfrauenkirche,
  • die ehemalige Mädchenschule, ein zweigeschossiger Fachwerkbau von 1769 mit Krüppelwalmdach,
  • die ehemalige Spitalkirche (aus 1513 - 15), ein einschiffiger Bau mit Holzgewölbe von 1865 und Kanzel aus dem späten 17. Jahrhundert,
  • das Steinhaus (Pferdemarkt 20) - erbaut um 1240 - mit den Resten eines großen Küchenkamins und
  • das zehntürmige Rathaus.

siehe auch

Tradition

Stadtfeste

Feierlichkeiten "45 Jahre Bundeswehr" am Bundeswehrstandort Frankenberg - im Hintergrund des Frankenberger Rathaus
(Foto: Völker)

Zu den Stadtfesten in Frankenberg gehören unter anderem

Thonet-Museum

Frankenberg beheimatet seit dem Jahre 1989 das Museum Thonet, das dem Lebenswerk des Möbeltischlers und -designers Michael Thonet gewidmet ist, der seit 1819 Möbel nach seinen eigenen Entwürfen produzierte und u. a. ein Verfahren erfand, mit dem Holz mit Hilfe von Dampf gebogen werden konnte.

Im 19. Jahrhundert legte er am Ort den Grundstein für ein bedeutendes Unternehmen der Möbelherstellung (Michael Thonet - Str. 1), die Möbelfabrik Thonet.

In Dampfrohren wird hier auf 106 Grad Celsius erhitztes Buchenholz in einem Metallrahmen in Form gebracht, etwa ein noch von Michael Thonet entworfener Kaffeehausstuhl, der nach der Tradition des Hauses mit der Bezeichnung „214“ in alle Welt verkauft wird.

Vereine

Wussten Sie schon ...

>> Artikel: Wussten Sie schon, dass... (Stadt Frankenberg) und Wussten Sie schon...? Unbekanntes Waldeck-Frankenberg

Kunstvoll verzierte Urkunde: So sprachen am Neujahrstag 1903 Magistrat und Stadtverordnete von Frankenberg Landrat Friedrich Riesch seine Ernennung zum Ehrenbürger aus. Foto: Völker
  • ... dass im 15. Jahrhundert der Frankenberger Bevölkerung sechs Brunnen zur Verfügung standen? Nach der detaillierten Schilderung des Chronisten Wigand Gerstenberg befanden sich in der Altstadt u.a. der "Große Born" (32,4 m tief) neben dem Steinhaus und der "Fleischborn" (28,8 m tief) unterhalb des Rathauses.
  • ...dass es auf dem Frankenberger Gossberg im Mittelalter Weinberge gab? Das wird in der Stadtchronik des Wigand Gerstenberg (1457-1522) bezeugt. Der Name dieser Erhebung jenseits der Eder, auf der sich heute das Kreiskrankenhaus (Grundsteinlegung 1947) befindet, soll von einer Familie Goze abgeleitet werden, die sich besonders verdient um den Weinanbau auf dem Gossberg gemacht hat. aus: Wissemann, Chronik Frankenberg
  • ... dass der Wermersdorfer Weg in Frankenberg an die mittelalterliche Wüstung „Werenbrachtisdorf “ erinnert? Die ehemalige Siedlung befand sich nördlich des Frankenberger Stadtteils Ederdorf im Warmersdorfer Grund (Wermersdorfer Grund). Sie lässt sich für das Jahr 1290 erstmals belegen, nach 1414 erlöschen aber die urkundlichen Nachrichten. In dem Waldabschnitt Gottesacker (nähe Totenhöhe) genannt, vermutet man den Friedhof dieses vergangenen Ortes.
  • ... dass Frankenberg nach der Stadterweiterung (die Neustadt wurde 1587 durch eine gemeinsame Mauer umschlossen) fünf Stadttore und 20 Wachtürme besessen hat? Einige dieser Stadttore haben sich bis heute noch zumindest als Straßennamen erhalten: die Teichpforte, das Wassertor sowie die Linnertor-Straße. Mit Aufgabe der Stadtmauer (um 1290 fertiggestellt) verfielen auch die anderen Tore bzw. Pforten (Geismarer und Neustädter Tor).
  • ... dass Frankenbergs gleichnamige Partnerstadt in Sachsen (seit 1. Februar 1990) offenbar von Siedlern auch aus unserer Region am Ende des 12. Jahrhunderts (1188?) als Waldhufendorf im Tale der Zschopau gegründet worden ist ? Darauf weisen auch andere Ortsnamen im Umkreis von Frankenberg/Sachsen: z.B, Sachsenberg/-burg, Bockendorf, Hainichen, Altenhain und Frankenau.

Arndt Böttcher, Frankenberg

Karl-Hermann Völker, Wiesenfeld

Dr. Horst Hecker, Historiker, Haubern

  • ... dass es vor 100 Jahren in Frankenberg bereits 27 Telefone gab? Den Anschluss Nr. 1 hatte die Stuhlfabrik Thonet.

Karl-Hermann Völker, Vorsitzender Geschichstverein

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Aus HNA.de vom 19. Januar 2013: Gaststätte und Metzgerei Finger brannte vor 100 Jahren ab

Weblinks




Städte und Gemeinden im Landkreis Waldeck-Frankenberg
WappenWaldeckFrankenberg.jpg

Allendorf | Bad Arolsen | Bad Wildungen | Battenberg | Bromskirchen | Burgwald | Diemelsee | Diemelstadt | Edertal | Frankenau | Frankenberg (Eder) | Gemünden | Haina | Hatzfeld | Korbach | Lichtenfels | Rosenthal | Twistetal | Vöhl | Volkmarsen | Waldeck | Willingen