Frankenau

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Frankenau
Wappen Karte
Wappen von Frankenau
Deutschlandkarte, Position hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-Frankenberg
Höhe: 430 m
Fläche: 57,29 qkm
Einwohner: 3.310 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 35109 – 35110
Vorwahl: 06455
Kfz-Kennzeichen: KB
Adresse der
Stadtverwaltung:
Ehlingshäuser Str.1
Website: www.frankenau.de
Politik
Bürgermeister: Björn Brede (SPD)

Frankenau ist eine Stadt im Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Als anerkannter Erholungsort ist Frankenau eines der Ferienzentren im Landkreis Waldeck-Frankenberg und Hauptort der seit Anfang der 70er Jahre bestehenden Großgemeinde.

Geografie

Lage

Frankenau liegt ca. 60 km südlich von Kassel am Oberlauf des Lorfebachs (einem Zufluss der Eder) und am Rande des Nationalparks Kellerwald-Edersee auf etwa 450 m Höhe.

Stadtteile

Geschichte

Die Entstehung von Frankenau und der Nachbarstadt Frankenberg (Eder) geht vermutlich bis in die Frankenzeit zurück. Die Besiedlung des Gebiets erfolgte durch die Chatten. Der eigentliche Ort Frankenau soll als Grenzfeste gegen die Sachsen errichtet worden sein. Vermutungen gehen von einer Gründung um 500 nach Chr. bzw. 750 nach Chr. aus.

Stadtrechte erhielt Frankenau vermutlich im Jahre 1242 von Heinrich Raspe, Landgraf von Thüringen und Römischer König.

Auf dem Himmelreich (nahe bei Röddenau) befindet sich eine Grabstätte aus der Zeit des Siebenjährigen Kriegs, woran auch ein Gedenkstein und manche Sage erinnern.

Frankenau war über Jahrhunderte ein armes Ackerbürgerstädtchen.

Am 22.4.1865 fiel nahezu die gesamte Stadt einem Feuer zum Opfer. Durch die enormen Leistungen der damaligen Bewohner konnte der Ort wieder neu aufgebaut werden.

Nach den Plänen des Baumeisters Wilhelm Müller enstand die heutige Kirche in Frankenau, die im Jahre 1878 eingeweiht wurde.

Im Zuge der hessischen Gebietsreform schlossen sich zu Beginn der 1970-er Jahre die heutigen Stadtteile zusammen.

Kirchen

Die ev. Kirche in Frankenau

Nach den Plänen des Baumeisters Wilhelm Müller enstand die heutige Kirche in Frankenau, die im Jahre 1878 eingeweiht wurde.

Wenige Jahre zuvor, am 22.4.1865 war nahezu die gesamte Stadt einem Feuer zum Opfer gefallen. Durch die enormen Leistungen der damaligen Bewohner konnte der Ort wieder neu aufgebaut werden.

siehe auch:

Museen

In der „Alten Apotheke“ zu Frankenau wurde ein Museum eingerichtet, das über das Leben und die Arbeit des Schriftstellers und Psychoanalytikers Richard Huelsenbeck informiert. Huelsenbeck wurde dort 1892 als Sohn des Apothekers geboren. Er studierte Medizin und gründete 1916 mit avantgardistischen Dichtern und Malern die künstlerische und politische Protestbewegung des Dadaismus.

siehe auch:

Partnerstädte

Persönlichkeiten

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister von Frankenau ist Björn Brede.

Ortsvorsteher

Alexander Kaufmann ist der erste Ortsvorsteher der Kernstadt Frankenau

Die Kernstadt Frankenau hat seit Fühjahr 2011 erstmals einen Ortsbeirat, und Alexander Kaufmann ist der erste Ortsvorsteher.

Als Bürgermeisterkandidat war er 2010 zwar gescheitert, bei der Ortsbeiratswahl im März 2011 hatte er aber die meisten Stimmen erhalten. Zudem zog Kaufmann als Vertreter der Piratenpartei ins Stadtparlament ein.[1]


Wahlkreise

MdB: Dr. Edgar Franke

MdL: Günter Rudolph

Sehenswürdigkeiten

Im Ortsteil Louisendorf: Gedenkstein an die ersten hugenottischen Siedler und die Begründung der Partnerschaft mit Die (Frankreich)
  • Quernstkapelle: Die Quernstkapelle liegt auf etwa 535 m Höhe im Nationalpark Kellerwald-Edersee nahe der Stadt Frankenau. Ein alter Verbindungsweg von Altenlotheim nach Frebershausen führt zwischen der Anhöhe Quernst und dem Pfaffenwald hier vorbei. Nach der Überlieferung war die Quernstkirche im Mittelalter eine bedeutende Wallfahrtskirche, die von zahlreichen Pilgern aufgesucht wurde. Das ehemalige Kirchengebäude ist heute nicht mehr erhalten. Hier ist mitten im Nationalpark Kellerwald-Edersee die Quernstkapelle entstanden, in der heute auch einige Male im Jahr Gottesdienste gehalten werden.

siehe auch:

siehe auch

Waldhistorischer Lehrpfad

Der Waldhistorische Lehrpfad am Quernst informiert auf über 30 Stationen über die Geschichte des Kellerwalds.

Der Lehrpfad führt auch zur neu erbauten Quernst-Kapelle. Er verläuft entlang jahrhundertealter staatlich-politischer Grenzen und führt zum „Dreiherrenstein“, wo die alten Territorien von Hessen-Darmstadt, Hessen-Kassel und Waldeck aneinander grenzen.

Start ist am Nationalpark-Wanderparkplatz „Feriendorf Frankenau“.

Wandern

Der Kellerwaldsteig in 12 Etappen

Der Kellerwaldsteig - zum Vergrößern anklicken

Der Kellerwaldsteig lässt sich in 12 Etappen auf sehr gut markierten, natur belassenen Wegen und Pfaden erkunden:

Auf dem Kellerwaldsteig nach Frankenau

Der Wandertipp "Auf dem Kellerwaldsteig nach Frankenau" beginnt im Gelände des ehemaligen Klosters Haina und führt nach Frankenau.

Wandern im Lengeltal

Gleich hinter Ellershausen senkt sich das Land schnell zum Lengeltal, (oder Fünf - Mühlental wie es auch bei Kennern genannt wird) um sich jenseits des Baches wieder steil zu heben.

Das Lengelbachtal ist eines der romantischsten und lieblichsten Täler Mitteldeutschlands. Mühle reiht sich an Mühle, beinahe alle 500 bis 1000 Meter konnte man früher das Wasser über die Räder rauschen hören. Oberste Mühle, Lengelhof und Lengelmühle, Bärenmühle und Huhnsmühle teilen sich die Schönheiten des Tales und laden zum Wandern ein.

Verschiedene Wanderwege sind am Eingang des Tales ausgeschildert.

Zur Quernstkirche im Kellerwald

Ein Wandervorschlag vom Rhönklub Kassel

Wandertipp

Die Wanderung beginnt im Ortsteil Dülfershof, direkt am Dülfershof mit Hofladen, Käserei und Jausenstube, die zur Schlusseinkehr einlädt. Hier finden wir Parkplätze und das weiße Wegzeichen X 8 für den Barbarossaweg. Diesem folgen wir etwa 300 Meter aus dem Ort in nordwestlicher Richtung. Hier biegt der Wanderweg nach links ab auf einen Feldweg.

Wir bleiben auf der festen Straße ohne Wegzeichen noch etwa 500 Meter bis zum Wald. Hier treffen wir auf den Sauerlandweg mit weißem Zeichen X 6. Diesem folgen wir nach links durch den Wald nach Frebershausen, durchwandern auf der Hauptstraße den Ort. Am Ortsende biegt unser Wanderweg X 6 nach rechts ab in den Quernstgrund.

Auf diesem erreichen wir nach gut 2 km die Höhe mit der Ruine der Quernstkirche, dem ehemaligen Friedhof und einer neu erbauten Kapelle. Ab hier folgen wir nach links dem weißen Zeichen eines nach unten offenen Rechteckes. Nach 3 bis 4 km vorbei am Feriendorf Frankenau kommen wir in das Städtchen Frankenau. In der Stadtmitte finden wir wieder das Wegzeichen X 8. Diesem folgen wir nach links durch Feld und Wald. Nach etwa 5 km und einer Gesamtstrecke von etwa 15 km erreichen wir Dülfershof. Hier haben wir uns eine Einkehr verdient in der Jausenstube oder bei schönem Wetter im Garten unter Obstbäumen. Öffnungszeiten des Hofladens und der Jausenstube: Tel. 0 64 55/292.

(Rhönklub: Andreas Koch, Telefon/Fax: 0561 / 87 11 80. Wanderungen jeden Dienstag und alle 14 Tage sonntags.)

Wussten Sie schon ...

  • ...dass in Frankenau um 1589 eine gut gehende Gießerei genannt wird? Man könnte sie auch als erste Waffenfabrik bezeichnen. Sie bestand aus einem Hochofen und einem Kohlschuppen. Holzkohle in Mengen wurde gebraucht. 1597 wurde die Produktion von Kugeln und Geschützen beschrieben. Es wurden 16, 13, 4, und 2pfündige Kugeln gegossen. 1596 wurden 1434 Kugeln gefertigt. 1601/02 wurden 9 Mörser gegossen. Insgesamt laut Rechnung sind 21208 Kugeln geschmolzen worden. (aus: Mein Waldeck von Heinrich Hochgrebe)
    Robert Wolf, Battenberg
  • ... dass die Hugenotten im Landkreis Spuren hinterließen? So kamen evangelische Glaubensflüchtlinge aus Frankreich auch nach Louisendorf, einem Stadtteil von Frankenau. 1678 wurden dort 16 Familien mit 118 Personen angesiedelt. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Schule und Gottesdienst Französisch gesprochen, als Umgangssprache hielt es sich bis weit ins 20. Jahrhundert. Heute zeugt noch die Kirche von den Wurzeln dieses "Klein-Frankreichs" mitten in Nordhessen.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen
  • ...dass im siebenjährigen Krieg nahe Frankenau auf dem „Himmelreich“ Kampfhandlungen zwischen den Franzosen und den vereinigten Preußen, Hannoveranern und Hessen stattgefunden haben? Bei den Kämpfen am 29. Juli 1760 starb auch Johann Justus Dehnert aus Röddenau. Von seinen Angehörigen wurde die heute noch vorhandene Grabstätte mit einem Grabstein angelegt. Der Ort ist heute ein beliebtes Wanderziel im Nationalpark Kellerwald-Edersee.
    Gerhard Keute, Frankenau
  • ...dass in der Gemarkung „Vor dem Steckenwald“ der Stadt Frankenau im 19. Jahrhundert eine Ziegelhütte angelegt und betrieben wurde? Die Ziegelhütte produzierte bis in die Zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts Formsteine, die in Frankenau und Umgebung verbaut wurden. Besonders nach dem großen Brand von Frankenau am 22. April 1865 fanden Steine aus der Ziegelhütte als Baustoff für den Wiederaufbau regen Absatz. Anfang der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde die Produktion eingestellt und das Anwesen von dem letzten Betreiber an einen Stahlhändler aus Essen verkauft. Der Händler baute das Wohnhaus zu einem Jagdhaus um und nannte es „Jägersruh“. Das Jagdhaus steht noch heute an der Landesstraße Frankenau – Löhlbach und trägt noch immer diese Bezeichnung. Der letzte Betreiber der Ziegelhütte baute damals in Frankenau ein neues Haus. Die Nachfahren werden noch heute mit dem Hausnamen „Ziegelhüttersch“ bezeichnet.
    Gerhard Keute, Frankenau
  • ... dass Heinrich Riesch, Landrat des Altkreises Frankenberg von 1883-1912 in seiner Amtszeit dafür sorgte dass der Brandschutz im Kreis verbessert wurde, vor allem auch durch den Bau von Wasserleitungen in 27 Orten für Trinkwasser. Das Trinkwasser musste damit nicht mehr aus den Brunnen geschöpft werden, es kam aus dem „Kran über der Gosse“. In 26 Orten ließ er neue Schulen bauen. In Frankenau wurde eine Straße nach ihm benannt (Rieschstraße).
    Heinz Brück, Löhlbach
  • ...dass es in der „Alten Apotheke“ zu Frankenau ein Museum gibt, das über das Leben und die Arbeit des Schriftstellers und Psychoanalytikers Richard Huelsenbeck informiert? Huelsenbeck wurde dort 1892 als Sohn des Apothekers geboren, der kurz darauf mit seiner Familie nach Dortmund zog. Huelsenbeck studierte Medizin und gründete 1916 mit avantgardistischen Dichtern und Malern - unter dem Schock des Ersten Weltkriegs - die künstlerische und politische Protestbewegung des Dadaismus. In den 20er Jahren sammelte er als Schiffsarzt Erfahrungen, die er in Reisebüchern verarbeitete. 1958 besuchte Huelsenbeck seinen Geburtsort. Später wurde eine Erinnerungstafel an seiner Geburtstätte angebracht. 1974 starb der gebürtige Frankenauer im Tessin. (aus einer Werbeschrift des ADAC Hessen-Thüringen)
    Arndt Böttcher, Frankenberg
  • ... dass die Straße von Frankenau nach Frebershausen erst vor 80 Jahren fertiggebaut worden ist? Zuvor waren die beiden Nachbarorte nur durch Fußwege miteinander verbunden. Fuhrwerke konnten auf solchen beschwerlichen Wegen kaum eingesetzt werden.
    Gerhard Keute,Frankenau

siehe dazu auch:

Weblinks

  1. Aus der HNA vom 13. Mai 2011: Alexander Kaufmann wird erster Ortsvorsteher in Frankenau


Städte und Gemeinden im Landkreis Waldeck-Frankenberg
WappenWaldeckFrankenberg.jpg

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