Frühere Kunstwerke der Woche

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Ein Fest für die Augen


Die 1952 geborene Modedesignerin Oumou Sy, die in Dakar lebt, arbeitet an Kreationen, die sich im Grenzbereich von Kunst und Design bewegen und die afrikanische sowie europäische Traditionen verknüpfen.Sy schwelgt in Farben. Traditionelle Muster wechseln sich mit Entwürfen ab, in denen sie spiegelnde CDs einnäht. Prinzipiell arbeitet sie mit Stoffen und Materialien aus ihrer Heimat - dem Senegal.

Ihr Beitrag zur documenta 12 war am vorletzten Abend eine rund dreistündige, umjubelte Modenschau im Kulturbahnhof.



Farbige Signale

Der Däne Poul Gernes (1925-1996) untersuchte systematisch die Farben und deren Wechselbeziehungen. Dabei bediente er sich gern konzentrischer Kreise und bewegte sich damit in den 60er-Jahren in der Nähe der Pop-Art. Beispiele aus der Schaffensphase sind im Aue-Pavillon zu sehen.

In den 70er-Jahren schuf er in spielerischer Weise eine Serie von heiter wirkenden Stoffbildern, die er als Vorschläge für eine europäische Flagge ansah. Diese Stoffbilder werden im Museum Fridericianum gezeigt.



"Congo Democratic"

Der 1962 geborene Südafrikaner Guy Tillim dokumentiert in seinen Fotoarbeiten historische Prozesse. In seinem Beitrag für die documenta 12 ("Congo Democratic", 2006, zu sehen im Aue-Pavillon) zeigt Momentaufnahmen aus dem Vorfeld der ersten freien Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Kongo. Sein Blick galt weniger den im Vordergrund stehenden politischen Führern. Vielmehr hielt er im Bild das Umfeld fest - den Tross der Leibwächter, bröckelnde Mauern, ein brennendes Plakat des späteren Präsidenten und eine Lumumba-Statue. Diese fotografische Dokumentation stimmt alles andere als hoffnungsvoll.




Cool bleiben oder lachen?

Der in Taipei (Taiwan) lebende Chinese Tseng Yu-Chin (Jahrgang 1978) arbeit mit Film- und Video-Installationen. In jüngster Zeit beschäftigt er sich mit der Kindheit - mit der verlorenen Geborgenheit oder Verletzlichkeit, aber auch mit Formen des Spiels und des Körperkontakts.

Seine im Fridericianum gezeigte Video-Arbeit zeigt eine Mutter mit ihrem vierjährigen Sohn in Szenen des Liebkosens, des intensiven, ausgelassenen Körperkontakts. Die im Aue-Pavillon lafende Video-Arbeit präsentiert Schuljungen und -mädchen, die vor einer Wand stehen und darauf warten, dass sie mit Joghurt bekleckert werden. Der Clou des Videos sind die Szenen, die unmittelbar vor einer Attacke zu sehen sind und die beobachten lassen, wie die Kinder erwartungsvoll dastehen und sie mal eher ängstlich, mal eher freudig-grinsend in die Kamera schauen.


Arnold Bode-Preis an Romuald Hazoumé

Der documenta 12-Teilnehmer Romuald Hazoumé (Jahrgang 1962) erhält den Kasseler Arnold Bode-Preis. Es ist das erste Mal, dass der Preis an einen afrikanischen Künstler geht. Die Jury würdigt Hazoumé als den Vertreter einer neuen schwarzafrikanischen Generation, der mit den Materialien seines Heimatlandes Werke mit subversiver Sprengkraft gestaltet. Hazoumé arbeitet in seinen Werke Phänomene der afrikanischen Kultur auf. Wenn er sich mit alten Riten und kultischen Handlungen auseinandersetzt, benutzt er Materialien der Moderne, durchweg Dinge, die weggeworfen worden sind. Darin unterscheidet sich der Künstler nicht von den anderen Menschen in Benin. Sie alle haben gelernt, das Weggeworfene wieder zu benutzen.

In der documenta (Aue-Pavillon) zeigt er eine Reihe von Masken, die er vorwiegend aus Kanistern gestaltet hat. Sein Hauptwerk ist ein Traum-Boot - ebenfalls aus Kanistern -, an dem Glasflaschen mit Briefbotschaften hängen. Die Kanister sind mit ihren Öffnungen als Gesichter geformt. Das Boot ist vor dem Großfoto eines Traumstrandes zu sehen. Es ist ein Strand, der aus einem Ferienprospekt für Europäer stammen könnte. Für die Afrikaner allerdings ist das kein Traumstrand. Die 421 Kanister, aus denen das Boot gemacht ist, stehen für 421 Afrikaner, die in ihrer Heimat keine Zukunft haben und deshalb mit dem Boot das Land verlassen wollen. Sie flüchten aus der Region, von der die Westtouristen träumen, und sie wissen nicht, ob sie da ankommen, wo sie hin wollen.


'Fetter Text'Avantgarde und sozialistische Politik

Der aus Belgrad stammende Künstler Mladen Stilinovic (Jahrgang 1947) spielt mit der Geschichte und der Kunst. Seine Bilder und Objekte (in und an einem Container im Aue-Pavillon)kreisen um die russische Avantgarde (Kasimir Malewitsch) und um die kommunistischen Visionen sowie deren triste Umsetzung.



Das Bild und die Sprache


Die englische Künstlerin Imogen Stidworthy (Jahrgang 1963) widmet sich in ihren Fotos, Videos und Installationen dem Thema Sprache. Ihr geht es um Spracherwerb und Sprachverlust, um die Sprache als sozialen Raum. Im Museum Fridericianum hat sie einen der vier Künstlerräume erhalten. Die Installation beschäftigt sich mit dem Fotografen Edward Woodman, der durch einen Unfall sein Sprachvermögen verloren hat. Die Worte Woodmans treffen auf die Architekturpanoramen, die der Fotograf angefertigt hat. Die gesamte Arbeit wird zu einer komplexen Installation, da auch noch Leuchtschriftbänder und eine Hörwand die Ausdrucksebenen erweitern.



Farbenspiele von Gerwald Rockenschaub im Aue-Pavillon



Körperhafte Formen

Die aus Prag stammende Künstlerin Maria Bartuszova (1936-1996) entwickelte in den 70er- und 80er-Jahren eigenwillige Skulpturen aus Gips, der an organische, wachsende Formen erinnern. Sie wirken zart und zerbrechlich, vor allem dann, wenn aufgebrochene, eiförmige Schalen zu sehen sind. Wie die Arbeiten von Louise Bourgeois führen die Objekte in eine rätselhafte Welt, die die Phantasien anregt.




Zwischen freier Komposition und surrealer Malerei

Gemälde von Monika Baer im Aue-Pavillon



Reisterrassen I

Nach dem Temperatursturz in den ersten Juli-Nächten sind in den von Sakarin krue-On angelegten Reisterrassen unterhalb von Schloss wilhelmshöhe zahlreiche Pflanzen eingegangen. In der Hoffnung auf wärmere Tage und Nächte werden Setzlinge aus dem Gewächshaus nachgepflanzt.


Mohnblüte II

Zwischen Schönheit,Rausch und Revolution. Friedrichsplatz, 9./10. und 14. Juli 2007. Ab sofort sind während der Blütezeit des Mohns um 12 und 17 Uhr auf dem Friedrichsplatz aus Lautsprechern Lieder zur Befreiung und Revolution zu hören, die zwei Frauengruppen aus Kroatien und Afghanistan singen. Die Liedtexte in Englisch finden Sie unter Sanja Ivekovic.


Jürgen Stollhans' Blick auf Kassel: Vom eingerüsteten Herkules über die Wursttheke zum Panzerbau - Bildertableau in der documenta-Halle



Urheberrechtsstreit um "Brownie"

Die Künstlerin Ayse Erkmen will vor Peter Friedl die Idee gehabt haben, die im Zoo auf der Westbank ums Leben gekommene Giraffe "Brownie" in einer Ausstellung zu präsentieren. Vor Gericht konnte sie sich aber nicht mit ihrem Anspruch auf Urheberrecht durchsetzen.


Der Film als Schauspiel

Eine der aufwändigsten Produktionen für die documenta 12: James Coleman drehte mit Harvey Keitel den Film "Retake with Evidence", der in die klassische Dramatik entführt und vom Sehen und Blindsein handelt.


Die Mohnblüte beginnt.

16 Tage nach dem Start der documenta beginnt die Arbeit von Sanja Ivekovic auf dem Friedrichsplatz sichtbar zu werden. Der rote Mohn als schönes Bild und als Symbol für die Revolution. Während der Blütezeit erschallen Revolutionslieder auf dem Friedrichsplatz (12 und 17 Uhr).


Andreas Siekmann: Landgraf Friedrich II. und die Exklusive


Sekulas "Schiffbruch und Arbeiter" und die Wasserspiele

Einige der 1001 Chinesen, die durch Ai Weiweis Projekt "Fairytale" (Märchen) nach Kassel kamen und dort die Kaskaden und den Herkules erkundeten. Es handelt sich um Studenten aus Shanghai.


Triumph und Sturz einer Skulptur (am Aue-Pavillon)


Wie Martha Rosler Kassel sieht (im Aue-Pavillon, Fotoprojektion)