Frühe Herrscher in Niederhessen

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Nach der Jahrtausendwende kam der sächsische Teil des Hessengaus nach dem Tod des Grafen Dodiko im Jahre 1020/1021 an das Erzbistum Paderborn. Der fränkische Teil wurde ab 1027 von dem Grafengeschlecht Werner und den Gisonen als Reichslehen verwaltet und kam schließlich durch Erbschaft im 12. Jahrhundert an die Ludowinger. Die nachfolgende Aufstellung nennt frühe Herrscher in Niederhessen.

Frühe Herrscher in Niederhessen

(Nach einer Aufstellung von Achim Hähnert auf grebenstein.topcities.com)

Esikonen:

  • Gaugraf Hiddi (Hildebold) (* um 750/756; † um 813) - auf den sächsischen Adligen und Graf im sächsischen Hessengau (möglicherweise ein Sohn des Grafen Liutolf) geht das Grafengeschlecht der Esikonen zurück. Kaiser Karl setzte ihn auf fränkischem Gebiet bei Wolfsanger (heute Stadtteil von Kassel) mit Grafenrechten in dem an der mittleren Diemel geschaffenen sächsischen Hessengau ein. Hiddi ließ dann im Kaufunger Wald („silva Buchonia“) Rodungsssiedlungen anlegen.
  • Gaugraf Asig (Esiko) (839 und 842 bezeugt) - der Sohn von Gaugraf Hiddi ist Namensgeber des Geschlechts der Esikonen und war Graf im sächsischen Hessengau. Überliefert ist das sogenannte Asik-Diplom von 813, eine der letzten Urkunden von Kaiser Karl dem Großen. [1] Der Name Asigs findet sich noch heute in dem Ortsnamen von Escherode (heute ein Ortsteil von Staufenberg im Kaufunger Wald wieder.

Konradiner:

In der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts fiel die Grafenwürde im sächsischen Hessengau vorübergehend an das Haus der Konradiner:

  • Gaugraf Berengar (860-876) - Berengar aus dem Haus der Konradiner (* um 836 † nach 879) war um 860 Graf in Hessen und von 876 bis 879 Gaugraf im sächsischen Hessengau.
  • Gaugraf Konrad der Ältere (897-905) - Konrad († 27. Februar 906 bei Fritzlar) folgte seionem Onkel als Graf im säcchsischen Hessengau.
  • Gaugraf Konrad der Jüngere (905-911) - Konrad (* um 881; † 23. Dezember 918 in Weilburg; beerdigt in Fulda) folgte auf seinen Vater als Graf im Hessengau; er war seit 906 Herzog von Franken und von 911 bis 918 als Konrad I. König des Ostfrankenreichs. Am 18. Februar 913 hielt er sich in dem befestigten Königshof "Chassella" an der Fulda auf und unterzeichnet zwei Urkunden, die als die ältesten bekannten schriftlichen Dokumente zur Geschichte der Stadt Kassel gelten.
  • Gaugraf Eberhard, Herzog der Franken (911-918) - Eberhard war der jüngere Bruder König Konrads I. und stammte ebenfalls aus dem Haus der Konradiner. Nach seinem Tod wurden seine Güter und Lehen durch König Otto I. eingezogen.

Esikonen:

  • Gaugraf Elli I. (Allo) (ab 942) - Für den aus dem (nieder-) sächsischem Hause der Liudolfinger stammenden deutschen Kaiser Otto I. (*912 + 973) verwaltet Graf Elli aus dem Hause der Esikonen bis 965 den gesamten (sächsischen) Hessengau zwischen Eichsfeld und Upland. In seiner Grafschaft lagen die Orte Uffeln, Horkenhausen, Mederich (wüst bei Volkmarsen), Elsungen und Bünichheim (wüst bei Hofgeismar) und er führte nachweisbar in den Orten Bodenfelde, Bringhausen, Lellibechi, Halgehausen und Korbach den Vorsitz im Grafengericht. Graf Elli, der 950 auch Herr im Leinegau war, gilt als Stammvater der Grafen von Reinhausen.

(vermutlich) Haolde:

  • Gaugraf Dodico von Warburg (990-1020) - Graf Dodiko (* 10. Jahrhundert † 29. August 1020) verwaltete in den ersten Jahrzehnten des 11. Jahrhunderts von seiner Burg auf dem Wartberg in Warburg weite Gebiete im sächsischen Hessengau, im Ittergau („Nitherga“) und im Nethegau. Sein Grundbesitz reichte von Höxter im Norden bis weit nach Süden in den nordhessischen Raum. Im 8. und 9. Jahrhundert hatte die Christianisierung die Sachsen in dem Gebiet zu den beiden Ufern der Diemel erreicht. Im Westen hatten sich schon vor der Jahrtausendwende Menschen in einer Stadt im Schutze des Warburger Burgbergs angesiedelt. Diese Burg war zunächst im Besitz des Grafen Dodiko (auch: Dodicho), dessen einziger Sohn verunglückte.

Nach der Jahrtausendwende kam der sächsische Teil des Hessengaus nach dem Tod des Grafen Dodiko im Jahre 1020/1021 an das Erzbistum Paderborn. Der fränkische Teil wurde ab 1027 von dem Grafengeschlecht Werner und den Gisonen als Reichslehen verwaltet.

Grafschaft Maden:

Der schwäbische Ritter Werner I. (Werner von Winterthur) wurde 1027 von König Konrad II. als Gaugraf im heutigen Nordhessen eingesetzt. Er und seine Nachfahren nannten sich daraufhin Grafen von Maden.

  • Graf Werner I. (1027-1040)
  • Graf Werner II. (1040-1053)
  • Graf Werner III. (1053-1065)
  • Graf Werner IV. (1065-1121)

Die Grafen von Gudensberg (die Gisonen) waren eines der mächtigsten hessischen Grafengeschlechter. Sie starben 1122 im Mannestamm aus.

Die Landgräfin Hedwig von Thüringen (*1098; †1148) war einzige Tochter des Grafen Giso IV. von Gudensberg (*1070; †1122) und dessen Ehefrau Kunigunde von Bilstein († 1138/40). 1110 heiratete Hedwig den späteren Landgrafen Ludwig I. von Thüringen (†1140).

Durch seine Ehe mit Hedwig von Gudensberg fiel Ludwig I. von Thüringen eine umfangreiche Erbschaft zu, unter anderem Besitz nördlich und südlich von Marburg, die Vogtei über Hersfeld oder die Grafschaft Maden-Gudensberg mit den Vogteien Fritzlar, Hasungen und Breitenau. Ludwig war damit ab 1137 auch Graf von Hessen-Gudensberg.

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen: Diplom Karls des Großen aus dem Jahr 813. Münster, 2013

Weblinks