Fröbelstraße

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Fröbelstraße in Korbach

Freie, selbsttätige Menschen

Die Kindergartenbewegung wurde von ihm begründet: Friedrich Fröbel (1782-1852). Nach ihm ist die Fröbelstraße benannt. Ziel des Pädagogen waren freie, denkende, selbsttätige Menschen. Die Fröbelstraße ist eine gut ausgebaute Straße, die von der Strother Straße ausgehend in einem weiten Bogen hinter der Humboldtschule, der Alten Landesschule und den Beruflichen Schulen bis zur Kasseler Straße führt.

Friedrich Fröbel, dem diese Straße ihren Namen verdankt, wurde am 21. April 1782 in Oberweißbach (Thüringen) geboren. Er starb am 21. Juni 1852 in Marienthal. Nach mancherlei beruflichen Umwegen gründete er 1816 in Griesheim ein Landerziehungsheim. Sein Erziehungsziel waren freie, denkende, selbsttätige Menschen. Bei der Verfolgung dieses Zieles kam es ihm nicht nur auf schulische Bildung an, sondern auch auf ein breit gefächertes außerschulisches Programm wie Erwanderung von Heimat und Natur, Garten- und Werkarbeit, Musik und Sport. Wiederholte Begegnungen mit Pestalozzi, auch eine zweijährige Zusammenarbeit mit diesem wohl bekanntesten Pädagogen seines Jahrhunderts in Iferten, gaben seinem Bestreben eine vorläufige Ausrichtung. 1835 erhielt Fröbel eine Berufung als Leiter des Waisenhauses in Burgdorf (Schweiz). Hier wandte er sich vor allem der Kleinkindererziehung zu. Er entwickelte eine Reihe von Spiel- und Beschäftigungsmittel für Vorschulkinder.

1837 kehrte er nach Deutschland zurück. In Blankenburg (Thüringen) baute er den ersten Kindergarten auf. Nachdem Fröbel bereits 1839 begonnen hatte, so genannte Kinderführer auszubilden, eröffnete er 1850 im Schloss Marienthal das erste Seminar für Kindergärtnerinnen. Die durch Fröbel entstandene Kindergarten-Bewegung verbreitete sich überraschend schnell nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern weltweit. Die Vorschuleinrichtung Kindergarten ist heute nicht mehr wegzudenken. In Korbach gibt es in der Kernstadt und den Ortsteilen acht städtische und drei evangelische Kindergärten, außerdem vier Kindergärten in Vereinsträgerschaft. Seit einigen Jahren haben Kinder im Vorschulalter bei uns einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Fröbels Pädagogik fand eine Fortentwicklukng unter anderem auch durch die italienische Ärztin und Pädagogin Maria Montessori (1870-1952). Die weltweit verbreitete Montessori-Pädagogik betont vor allem das Lernen durch Selbsttätigkeit, Spontanietät und eigene Erfahrung. Fröbels Bedeutung wird aber auch durch einen Begriff unterstrichen: Nur wenige deutsche Wörter haben Eingang in andere Sprachen gefunden. Kindergarden ist aber eins davon.

Die Serie

Straßennamen sind wichtig. Nicht nur, weil durch sie dem Ortsunkundigen, der Post, dem Paketzusteller, dem Arzt, dem Rettungsdienst und Lieferanten das Auffinden bestimmter Personen erleichtert wird. Sie ermöglichen den Anwohnern auch eine gewisse Identifikation. Mögen sich Nachbarn noch so sehr von einander unterscheiden, eins verbindet sie: Sie alle sind Bewohner der gleichen Straße. Straßennamen hat es nicht immer gegeben. Offiziell wurden sie in Korbach erst Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt. Bis dahin gab es viele namenlose Straßen. Natürlich hatte man Standortbezeichnungen schon früher. Sie waren aber recht allgemeiner Art: An der Neustädter Kirche etwa, oder Am Markt. Andere bezeichneten ein ganzes Stadtviertel. Flurname oder Zielort Bei der Namengebung griff man zurück auf Flurbezeichnungen (Am Waldecker Berg) oder auf die Lage der Straße (Oberstraße). Die Ausfallstraßen bezeichnete man nach ihren Zielorten (Wildunger Landstraße). Viele Straßen tragen aber auch den Namen einer bekannten oder bedeutenden Persönlichkeit, von Stadtältesten oder Ehrenbürgern. Bei Vergabe von Namen aus Politik und Regierung ist man heute in Korbach vorsichtig geworden, um späteren Umbenennungen aus dem Weg zu gehen. So wurde aus dem Adolf-Hitler-Platz nach 1945 wieder der Berndorfer Torplatz, aus der Litzmannstraße die Friedrichstraße, aus der Hindenburgstraße wieder wie früher die Bahnhofstraße. Zur Diskussion standen nach 1945 auch die an Kriegsschauplätze des Ersten Weltkrieges erinnernden Skagerrakstraße, Langemarckweg und Flandernweg. Neue Namen mussten her Die enorme Entwicklung der Stadtbebauung nach dem Zweiten. Weltkrieg brachte es mit sich, dass zahlreiche neue Straßen entstanden. Sie alle brauchten neue Namen. So entstand ein Blumenviertel, in jüngster Zeit auch ein Dichterviertel. Zahlreiche westdeutsche Städte, in die es einst Korbacher verschlagen hatte, standen Pate, aber auch mitteldeutsche Städte. Auch ehemalige ostdeutsche Städte und Gebiete, aus denen viele Korbacher Neubürger vertrieben worden waren, gaben neuen Straßen ihre Namen.

Der Autor

Der Korbacher Hans Osterhold beschäftigt sich schon lange mit heimatkundlichen Themen. Für die HNA hat der Museums- und Stadtführer eine Serie über die Namen Korbacher Straßen verfasst. diese ist ab April 2001 in der HNA Waldeckische Allgemeine erschienen.