Flughafen Kassel-Calden

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Flughafen Kassel-Calden
Terminal.jpg
Flughafen Kassel-Calden
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Landkreis: Kassel
Koordinaten: ♁51° 25′ 10″ N, 9° 23′ 20″ O
ICAO-Code: EDVK
Frequenz: 118.100
Rufzeichen: Kassel Turm
Runway: 09/27 Asphalt
Elevation: 250 m ü. MSL
Platzrunden: nach Anweisung
FIS Bremen Information (119.825)
Website: www.kassel-airport.aero

Der Kassel Airport ist ein Regionalflughafen nordwestlich der Stadt Kassel auf dem Gemeindegebiet der Gemeinde Calden. Betreiberin ist die Flughafen GmbH Kassel. Bis 17. Januar 2015 hieß der Flughafen Flughafen Kassel - Calden. Gesellschafter der Flughafen GmbH Kassel sind das Land Hessen (50 %) sowie die Stadt Kassel, der Landkreis Kassel und die Gemeinde Calden (je 16,67 %).

Geografie

Der Kassel Airport liegt im Landkreis Kassel etwa 13 Kilometer (Luftlinie) nordwestlich des Kasseler Stadtzentrums im Gemeindegebiet von Calden.

Er wurde zwischen dem Caldener Kernort sowie den nahen Grebensteiner Stadtteilen Schachten im Nordnordwesten und Burguffeln im Ostnordosten errichtet und erstreckt sich auf bis zu 264 Meter.

Nordöstlich am Flughafengelände verläuft ein Abschnitt der Bundesstraße B 7.

Geschichte

Kassel verfügte schon in den 1920er Jahren im Stadtteil Waldau über einen eigenen Flugplatz. Im Rahmen von Baumaßnahmen wurde der Flugplatz von dort in die nördlich von Kassel gelegene Gemeinde Calden verlagert.

Die Bauarbeiten zum Flugplatz begannen 1969. Er wurde am 11. Juli 1970 eröffnet. 15 Unternehmen mit zusammen rund 600 Arbeitsplätzen hatten bereits im Jahre 2005 ihren Standort am damaligen Verkehrslandeplatz. Viele Beschäftigte arbeiteten im Bereich Produktion und Wartung von Hubschrauberkomponenten (zum Beispiel im Eurocopter Werk Kassel).

Schon 1970 gab es Linienverbindungen nach Köln, Düsseldorf, Hannover und Frankfurt. 1975 wurden die Linienflüge eingestellt. Es fehlte ein Instrumentenlandesystem (ILS), das erst seit 1988 verfügbar ist. Die 1970 in Betrieb genommene Start- und Landebahn war rund 1.500 Meter lang und etwa 30 Meter breit und damit etwas zu kurz für einige im Charter- und Linienverkehr benutzten Flugzeugtypen.

Tower

1994 starteten erste Ferienflüge vom Flughafen aus nach Mallorca und Tunesien. Und im Jahr 2000 landete zum ersten Mal eine Boeing 737 der Hamburg International in Calden. Sie flog nach Mallorca. Später wurden diese Flüge eingestellt.

2001 übergab die Geschäftsführung der Flughafen-GmbH dem Regierungspräsidium Kassel 13 Gutachten für das Raumordnungsverfahren. Ein Jahr später begann das Raumordnungsverfahren für den Ausbau. Es gab 8000 Einsprüche - allein 5000 davon kommen aus Hann. Münden. Im Dezember 2003 bestand der Flughafen aber das Raumordnungsverfahren. Die Planer hatten keine Einwände gegen den Ausbau. Das Parlament Nordhessens, die Regionalversammlung, stimmte dem zu. Im Februar 2004 stellte der Aufsichtsrat der Flughafen GmbH entscheidende Weichen: die Bausumme wurde seinerzeit noch auf 151 Millionen Euro beziffert. Die Frankfurter Flughafen Gesellschaft Fraport sollte als Betreiber einsteigen.

Seit Sommer 2005 gab es zum Flugplatz Kassel-Calden, der über vier Nachtfluggenehmigungen verfügt, weder Linien- noch Charterflüge. Jährlich gab es rund 35.000 Flugbewegungen. Luftsport- und Freizeitverkehr sowie Hubschrauberflüge stellten daran den größten Anteil. Das beförderte Luftfrachtaufkommen betrug 2005 rund 650 Tonnen.

Empfangsgebäude

Bis zum Ende des Jahres 2012 wurde der Flugplatz zum Regionalflughafen neu gebaut. Als Regionalflughafen wurde er am 4. April 2013 eröffnet.

Die Archtitekten gaben sich in der großen Halle des Flughafens Mühe, das Motto Der Wohlfühl-Flughafen in die Praxis umzusetzen. [1]

Im dreistöckigen Terminal gibt es weder Treppen noch Stufen, sondern Fahrstühle. Wärme wird ökologisch erzeugt. Sie wird per Erdwärme produziert, die aus einem 5600 Quadratmeter großen sogenannten Geothermiefeld stammt. Die Wärme aus dem Boden wird komprimiert und in die Fußbodenheizung des Flughafens gespeist. Solarenergie sorgt zusätzlich für warmes Wasser.

Auch im Tower des Flughafens wird auf Ökologie gesetzt: Die Abwärme der Server im Technikraum wird per Wärmetauscher im Sommer für die Kühlung der Kanzel verwendet.

Der Tower ist auch das technologische Herzstück des Flughafens mit Wettersystem, der Navigationsanlage, dem Befeuerungssystem und den Anlagen für die Funk- und Sprachaufzeichnungen.

Eröffnung des neuen Flughafens im April 2013:

Offiziell eröffnet wurde der neue Flughafen am Donnerstag, 4. April 2013 mit zahlreichen Ehrengästen, darunter der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier. Der Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen zeigte sich überzeugt davon, dass der Flughafen bis zum Jahr 2020 ein etablierter Standort für den Tourismus und aus der Infrastruktur Nordhessens nicht mehr wegzudenken sein wird. [2].

Längst nicht alle sahen dies so. "Airport Kassel-Calden: Heute eröffnet der sinnloseste Flughafen Deutschlands - 14 Jahre Planung, 271 Mio. Euro teuer – aber kaum Passagiere", titelte etwa Bild.de. [3].

Tatsächlich steht der Flughafen seit seiner Eröffnung wegen hoher Kosten und geringer Auslastung permanent in der Kritik.

Umbenennung

Seit 18. Januar 2015 firmierte der Flughafen unter einem neuen Namen: Airport Kassel. Mit der Neubezeichnung sollte einem Missverständnis vorgebeugt werden. Der bisher gebräuchliche Name Kassel-Calden erweckte bei einigen Zielgruppen den Eindruck, dass der Flughafen weit von Kassel entfernt liegt, hieß es in der Erklärung der Betreibergesellschaft.[4]

Prominenter Flughafengast

Als prominenter Privatflieger kam Heinz Rühmann im Jahre 1973 zum Flughafen und setzte als 72-jähriger seine Sportmaschine auf dem Flugplatz Calden auf. Der Schauspieler kam damals aus München zur Filmpremiere der Komödie „Oh Jonathan, oh Jonathan”, mit der das frisch renovierte Kaskade-Filmtheater in Kassel eingeweiht wurde.

Galerie

Aus der Zeit vor dem Ausbau:

Flugbetrieb
Vorfeld-Servicestation
Tower in Kassel-Calden

2010 - 2012: Ausbau zum Regionalflughafen

Die Planungen

Im Jahr 2000 begannen Planungen, die den Ausbau des Flugplatzes zu einem vollwertigen Regionalflughafen zum Ziel hatten. Nach diesen Planungen sollte der Ausbau bereits 2009/2010 abgeschlossen sein. Eine für das Planfeststellungsverfahren erarbeitete Bedarfsprognose wies für das Jahr 2015 eine Passagierzahl von 561.000 und ein Frachtaufkommen von 2.500 t für Kassel-Calden aus. Dafür wären 7000 zusätzliche Flugbewegungen pro Jahr nötig.

Luftbild Kassel-Calden

Die Baumaßnahmen sollten den Neubau einer Start- und Landebahn mit 2.500 m Länge und 45 m Breite sowie der Flugsicherungstechnik und der Abfertigungsgebäude umfassen. Hinzu kamen weitere Baumaßnahmen im Bereich der Verkehrserschließung mit Ausbau und Verlegung der B 7 einschließlich einer Ortsumgehung von Calden, Bereitstellung einer Eisenbahnstrecke für einen möglichen Bahnanschluss und die Erweiterung der Kläranlage Calden.

Das für diese Baumaßnahmen erforderliche Raumordnungsverfahren wurde im Dezember 2003 abgeschlossen, von Januar 2006 bis 18. Juli 2007 lief dann das Planfeststellungsverfahren, das mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen wurde.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel erklärte am 17. Juni 2008 in einem Urteil den Planfeststellungsbeschluss für rechtskräftig.

Flughafenkonzept

Angesichts der auch in Deutschland stark wachsenden Passagierzahlen (2003: 146,7 Millionen Passagiere, Prognose 2015: 255,6 Millionen Passagiere. Quelle: Gesamtdeutsche Verkehrsprognose auf der Grundlage des Bundesverkehrswegeplanes) verfolgten die Gesellschafter mit dem Ausbau - neben der Schaffung von Arbeitsplätzen - das Ziel, Kassel und Nordhessen in das europäische Luftverkehrsnetz zu integrieren, um so die Verkehrsinfrastruktur der Region zu verbessern und die Standortqualität zu erhöhen.

Der Ausbau des Flugplatzes Kassel-Calden wurde im Flughafenkonzept der Bundesregierung vom August 2000 als dringlich eingestuft und der Verkehrslandeplatz ferner im „Leitschema Transeuropäische Netze − Horizont 2020 − Flughäfen“ der Europäischen Union in der Kategorie „Regionale Komponenten und Zugangskomponenten“ eingeordnet. Damit waren auch die Voraussetzungen für eine finanzielle Förderung durch die EU erfüllt.

Kosten

Nach 15 Jahren Planungen, Gerichtsverfahren, Kostensteigerungen, der Zustimmung der EU und zweijährigen Bauarbeiten wurde der Flughafen-Bau teurer als erwartet. Die Kosten lagen bei 271 Millionen Euro. Ursprünglich waren die Planer von geschätzten 151 Millionen ausgegangen.[5]

Vorfeld-Servicestation

Der Aufsichtsrat der Flughafen GmbH bezifferte die Bausumme 2004 auf 151 Millionen Euro. 2010 wurde die Bausumme korrigiert: Nun sollte das Vorhaben 225 Millionen Euro kosten - 74 Millionen Euro mehr als die ursprünglichen Planungen. Angesichts dessen stimmte die CDU-Fraktion im Kasseler Rathaus am 17. Juni 2010 nicht für den Ausbau des Flughafens. Wodurch die Kostensteigerungen entstehen würden, sei für die CDU unklar, sagte seinerzeit Georg Lewandowski.

Der Flughafen sollte den Steuerzahler - Stand März 2011 - maximal 271 Millionen Euro kosten, womit die reinen Baukosten gemeint waren. Auch der Betrieb musste vorbereitet werden. Deshalb stieg das geplante Defizit der Flughafengesellschaft bereits während der Bauphase auf über 17 Millionen Euro.[6]

Mit dem sogenannten Interessenbekundungsverfahren wollte das hessische Finanzministerium 2011 einen strategischen, privaten Partner für den Flughafen finden. Gedacht war an eine Fluggesellschaft, ein Logistikunternehmen oder an einen Touristikkonzern, der Erfahrung im Flugverkehr hat. Er sollte sich an der Flughafen GmbH Kassel beteiligen oder eine Konzession für den Betrieb des Flughafens erwerben. Das Land Hessen hatte im Sommer 2011 erklärt, dass die chinesische Fluggesellschaft Hainan Interesse habe, einen Stützpunkt in Kassel-Calden aufzubauen. Sondierungsgespräche liefen nach wie vor, hieß es Mitte August 2011 - Neues gebe es nicht zu vermelden.[7]

Eine durchwachsene Sommerbilanz zieht der Flughafen am 11. November 2014: Zwar stieg die Zahl der Flugbewegungen von März bis September gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 41,3 Prozent auf 19.967. Die Zahl der Passagiere sank aber um 6,5 Prozent auf nur 33.767. Der Anstieg bei Starts und Landungen ist auf die rege allgemeine Luftfahrt, also auf die Geschäfts-, Vereins- und Privatfliegerei zurückzuführen, die sich in Kassel-Calden wachsender Beliebtheit erfreut.

Der Flughafen Kassel-Calden hat sein Defizit im Jahr 2015 um 25 Prozent auf 6,1 Millionen Euro reduziert und damit die politischen Vorgaben übererfüllt. Die Landesregierung hatte dem Airport einen jährlichen Defizit-Abbau von zehn Prozent verordnet. Grund für den unerwartet hohen Verlustabbau ist zum einen die positive Entwicklung beim Passagier-, vor allem aber beim Frachaufkommen sowie ein Sparprogramm, dem bislang zwölf Stellen zum Opfer fielen. Aktuell beschäftigt der Flughafen 128 Mitarbeiter. Diese Zahlen präsentierten Airport-Chef Ralf Schustereder und Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer in dessen Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen-Gesellschaft anlässlich des dritten Geburtstags des Airports am 4. April 2016.

Kritik

Flugbetrieb

Wichtige deutsche Fluggesellschaften sahen den Ausbau kritisch. Im November 2004 wurden die vorgesehenen Baumaßnahmen von Calden und Hof/Plauen im Focus durch die Air Berlin als "Nonsens-Airports, auf denen keine Airline landen will" kommentiert. Und die Lufthansa veröffentlichte im Februar 2005 in einem "Politikbrief für Entscheider in Politik, Medien und Wirtschaft" zum Thema Regionalflughäfen: "Der Ausbau von Infrastrukturen, für die keine echte Nachfrage bestehe, muss gestoppt werden. Regionale Miniflughäfen sind teure Prestigeprojekte. Die Nachteile strukturschwacher Regionen durch zusätzliche Flughafenkapazitäten auszugleichen, stellt eine unverantwortliche Verschwendung gesamtwirtschaftlicher Ressourcen dar."

Die Ausbaupläne wurden auch in der Region kontrovers diskutiert und insbesondere von verschiedenen Bürgerinitiativen im Raum Kassel und Hann. Münden kritisiert. Neben der Angst der Anwohner der benachbarten Gemeinden vor angeblich unzumutbarer Lärmbelastung wurde der Bedarf und die Wirtschaftlichkeit in Frage gestellt. Im Umkreis von 90-200 km stehen mehrere Flughäfen − Flughafen Paderborn-Lippstadt, Dortmund und Erfurt sowie über ICE-Verbindungen auch Frankfurt am Main und Hannover − zur Verfügung.

Ebenso wurden ökologische Bedenken und der Wegfall von Brutplätzen gegen den Ausbau ins Feld geführt [8].

Der Baubeginn

Das Aufstellen des Bauzauns ab dem 5. November 2010 war das erste sichtbare Zeichen für den Ausbau des Flughafens Kassel-Calden. Rund sechs Wochen dauerte es, bis der elf Kilometer lange Zaun das Areal um die Baustelle des Flughafenausbaus umschloss. [9]

Der "erste offizielle Spatenstich" für den Ausbau war am 10. März 2011. Die 32 Millionen Euro, die das Land Hessen für die gewaltigen Erdarbeiten ausgab, blieben in der Region. Den Zuschlag erhielt eine Arbeitsgemeinschaft aus den Bauunternehmen Hermanns (Kassel) und Bickhardt (Kirchheim).[10]

Die Baustelle für den neuen Flughafen hatte gewaltige Ausmaße: Fünf Millionen Kubikmeter Erde mussten zunächst bewegt werden - das ist etwa der doppelte Inhalt der Cheops-Pyramide [11].

Etwa 150 Arbeiter hatten in den nächsten Wochen zu tun. Zum Einsatz kamen rund 100 große Baufahrzeuge und -maschinen der Unternehmen Bickhardt (Kirchheim) und Hermanns (Kassel). Für die Arbeiter und Bauleitung entstand ein großes Container-Dorf.[12]

Großbaustelle Flughafen Kassel-Calden

Video: Großbaustelle Flughafen Kassel-Calden

Grundsteinlegung

Die Erdarbeiten waren im Dezember 2011 schon vorbei, die Hochbauten für den neuen Flughafen Kassel-Calden liefen bereits auf vollen Touren. Was fehlte, war ein symbolträchtiger Akt für den Start der eigentlichen Bauarbeiten. Deshalb wurde am 8. Dezember 2011 offiziell der Grundstein gelegt.

Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen GmbH, hat den Grundstein in die Erde gebracht. Der Grundstein wurde am Feuerwehrgebäude des neuen Flughafens gelegt.[13]

Die europäische Kommission hatte am 17. August 2012 endgültig die Finanzierung des neuen Flughafens Kassel-Calden genehmigt. Sie gab grünes Licht für die 271 Millionen Euro, die der Flughafen letztlich kosten sollte.[14]

Tower bekommt eine Kanzel

Dem neuen Flughafen in Calden wurde am 8. Mai 2012 die Krone aufgesetzt. Die Kanzel, in der die Fluglotsen ab April 2013 arbeiten werden, wurde auf den 24 Meter hohen Tower gehievt.

Der Tower des Flughafens kostete 1,2 Millionen Euro - das sind reine Baukosten, ohne die teure Technik. Die Kanzel schlägt mit 300.000 Euro zu Buche. Im Tower wird es neben der Fluchttreppe einen Aufzug geben - in die Kanzel selbst müssen die Fluglotsen dann über einige Stufen nach oben laufen. Sie hat eine Grundfläche von 32 Quadratmetern. Die Kanzel hat eine achteckige Form, die umlaufende Sonnenschutzverglasung wird von Pfosten eingefasst, die 15 Grad nach außen geneigt sind.


Video: Die Kanzel für den Tower

2013 - 2014: Eröffnung des Regionalflughafens

Offiziell eröffnet wurde der neue Flughafen am Donnerstag, 4. April 2013 mit zahlreichen Ehrengästen, darunter der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier.

Mit dem Flug eines Airbus aus Frankfurt wurde der neue Flughafen eröffnet. Eine Maschine der Airline Germania landete gegen 11 Uhr. Nach zweijähriger Bauzeit wurde der 271 Millionen Euro teure Flughafen pünktlich fertiggestellt.

Der erste reguläre Flug hob am Nachmittag nach Antalya ab. Im Jahr 2020 soll der Airport 640.000 Passagiere zählen und damit kostendeckend arbeiten [15].


Video: Mit dem Airbus zum Fughafen Kassel-Calden

Wechsel an Flughafen-Spitze

Seit der Eröffnung im April 2013 steht der Flughafen wegen hoher Kosten und geringer Auslastung in der Kritik. Der Neubau des Airports sollte ursprünglich 151 Millionen Euro kosten, schlug dann aber mit 271 Millionen Euro zu Buche.

Maria Anna Muller war eineinhalb Jahre die Chefin des Flughafens Kassel-Calden.

Die seit Anfang 2014 in Hessen mit der Union regierenden Grünen gehörten zu den größten Kritikern des Flughafens. Im schwarz-grünen Koalitionsvertrag wurde die Betreibergesellschaft aufgefordert, ihr Defizit um mindestens zehn Prozent pro Jahr zu reduzieren. 2017 sollen die Perspektiven des Flughafens überprüft werden.

Im März 2014 zogen dann die Gesellschafter des Flughafens Kassel-Calden die Reißleine und der Vertrag mit Geschäftsführerin Maria Anna Muller wurde aufgelöst. Der Vertrag sei im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst worden, teilte Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) Mitte März 2014 dazu mit. Die 54-Jährige Muller war nur eineinhalb Jahre im Amt. [16]

Unmittelbar nach der Ablösung der Geschäftsführerin verlangten die hessischen Grünen einen "zukunftsfähigen Kurs" für den Flughafen Kassel-Calden. Die Weichen müssten so gestellt werden, dass das Defizit um zehn Prozent pro Jahr reduziert werde.

Nicht erfüllte Erwartungen und den wachsenden Erfolgsdruck von außen nannte Aufsichtsratschef und Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) als Gründe für die Entscheidung.

Im Winterflugplan standen keine Ferienflieger im Programm. Die nächsten Abflüge waren für April geplant.

Am 1. April 2014 trat Ralf Schustereder seinen Job als Sprecher der Geschäftsführung an und ist damit der Nachfolger von Maria Anna Muller.

Es wurde am 8. Oktober 2014 bekannt, dass Schustereder als Prokuristen Lars Ernst zur Seite bekommt. Neu ins Team kam auch Andreas Blass, der für den Bereich Vertrieb und Marketing zuständig war. Mittlerweile hat er seinen Posten niedergelegt. [17]

Sport

Fallschirmsport

Die Aero Fallschirmsport GmbH hat ihren Firmensitz am Flugplatz Kassel-Calden. Es finden dort oder auf dem benachbarten Flugplatz Günterode/Heiligenstadt AFF-Ausbildungen (Accelerated Free-Fall) statt, Schnupperkurse und Tandemsprünge ergänzen das sportliche Programm rund um das Fallschirmspringen.

Außerdem hat eine Flugschule am Flugplatz ihren Firmensitz. Zusätzlich zum Schulungsprogramm bietet sie Schnupperkurse und Rundflüge mit Ultraleichtflugzeugen über Nordhessen und Niedersachsen an.

Motorsport

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In den 1970-er und 1980-er Jahren fanden auch Flugplatzrennen in Kassel-Calden statt [18].

Im Juli 1978 machte hier bei einer Pressekonferenz der österreichische Formel-1-Pilot Harald Ertl den Porsche 908/3 des Willi-Kauhsen-Teams für einige Proberunden startklar (siehe dazu das nebenstehende historische Sportfoto). Ertl startete am Renntag in der Division II der Deutschen Rennsport-Meisterschaft, die er souverän vor Manfred Winkelhock gewann. In der Division I siegte der Franzose Bob Wollek.

Beim letzten Rundsteckenrennen im Juni 1987 war beim Großen Preis in der Freien Klasse der PS-stärksten Fahrzeuge auch der Miesbacher Hans Holnburger dabei. Er fuhr einen 800 PS starken BMW M1, der vorher von Hans-Joachim Stuck gefahren worden war.

siehe auch

Webcam

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Aus HNA.de vom 20. Dezember 2012: Flughafen Kassel-Calden ist fast fertig
  2. HNA.de vom 4. April 2013 - Flughafen: Bouffiers Kritik an den Kritikern
  3. "Airport Kassel-Calden: Heute eröffnet der sinnloseste Flughafen Deutschlands - 14 Jahre Planung, 271 Mio. Euro teuer – aber kaum Passagiere"
  4. Aus HNA.de vom 18. Januar 2015: Flughafen Calden heißt jetzt Kassel Airport
  5. Aus HNA.de vom 31. März 2013: Flughafen wird 271 Millionen Euro kosten
  6. HNA.de vom 1. April 2012: Flughafen Kassel-Calden: 17 Millionen Euro Verlust bis zum ersten Start
  7. HNA.de vom 17. August 2011: Erfahrene Bewerber für Flughafen Kassel-Calden gesucht
  8. HNA vom 9. September 2010: Wegfall von Brutplätzen
  9. HNA.de vom 5.11.2010: Erste Baumaßnahmen für Flughafenausbau Calden beginnen
  10. HNA.de 9. März 2011: Erdarbeiten für neuen Flughafen Calden: Großauftrag geht an Kasseler Firma
  11. HNA.de vom 5. Dezember 2011: Fristgerecht: Erdarbeiten für Flughafen Calden beendet
  12. HNA.de vom 10. März 2011: Flughafen Kassel-Calden: Jetzt wird gebaut
  13. Aus HNA.de vom 8. Dezember 2011: Flughafen Kassel-Calden: Heute wird der Grundstein gelegt
  14. HNA.de vom 17. August 2012: Finanzierung des Flughafens Kassel-Calden nun gesichert
  15. Spiegel-online: Kassel-Calden nimmt Betrieb auf
  16. HNA-online vom 16.3.2014: "Ein Personalwechsel wird die Probleme nicht lösen“
  17. Aus HNA.de vom 8. Oktober 2014: Kasseler Flughafenchef bekommt Unterstützung
  18. Motorräder und Autos - Mit 1200 PS auf die Piste: Motorsportrennen auf Caldener Landebahn

Weblinks

Seite des Flughafens:

HNA - Spezial

Ausbaugegner:

Ausbaubefürworter:


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