Firma Heinrich Hartleb

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Friedrich Lucas, Inhaber der Möbelspedition Heinrich Hartleb. Foto: Schachtschneider

Die Firma Heinrich Hartleb ist eine Kasseler Umzugspedition. Im Jahr 2011 feierte sie das 125-jährige Bestehen.

Chronik

1886 gründet Heinrich Hartleb an der Rothenditmolder Straße 21 einen Fuhrbetrieb. 1924 folgt der Umzug der Spedition zum neuen Standort am Grünen Weg 43. 1932 übernehmen die Söhne Ernst und Karl Hartleb die Geschäftsleitung der Kasseler Spedition, die inzwischen auch schon für reibungslose Überseeumzüge sorgt. Der Fuhrpark wird auf Lastwagen umgestellt. Der dritte Sohn, Heinrich Hartleb, gründet seinen eigenen Betrieb in Düsseldorf. 1941: Nach dem Tod seines Bruders Karl führt Ernst die Spedition allein durch die schwere Kriegs- sowie Nachkriegszeit. 1957: Nach dem Tod des Firmenchefs übernehmen dessen Witwe und Sohn Ernst II. das Unternehmen. Ab 1963 übernimmt Ernst Hartleb die Alleinverantwortung. 1970 erfolgt der Anschluss des Unternehmens an die Deutsche Möbelspedition (DMS), einen Zusammenschluss von derzeit 90 Spediteuren an 130 Standorten. 1981 übernimmt Karl-Heinz Stöhr das Unternehmen. 1982 wird der Firmensitz an den Güterbahnhof in Niederzwehren verlegt. 1999 übernimmt der langjährige leitende Angestellte Friedrich Lucas die Möbelspedition. Unter seiner Leitung wächst das Unternehmen weiter. 2006 erfolgt der Umzug auf das heutige Firmengelände an der Falderbaumstraße 13 im Industriepark in Waldau.

Aus einem HNA-Artikel zum Jubiläum

Kassel. Mit einem Pferdefuhrwerk hatte sich Heinrich Hartleb im Jahre 1886 in Rothenditmold selbstständig gemacht und Möbel und Hausrat von Wohnung zu Wohnung kutschiert.

Aus dem Einmannbetrieb ist eine zertifizierte Möbelspedition mit 20 Mitarbeitern geworden, die sich mit Qualitätsumzügen, Lagerung und Logistik in einem schwieriger gewordenen Markt behauptet. Denn „heute darf jeder Umzüge machen“, sagt Friedrich Lucas, der seit 1999 bei Hartleb an der Spitze steht. Dass jeder mitmischen darf, führt dazu, dass sich auch weniger qualifizierte Firmengründer als Spediteur versuchen. Und es führt zu Dumpingpreisen, die sich wohl nur mit dem Einsatz von Schwarzarbeitern erklären lassen.

Lucas setzt dagegen auf traditionelle Qualität beim Umzug und hat damit Erfolg. 2010 „war eines der besten Jahre“, freut sich der Chef. Bei bis zu 1500 Umzügen jährlich packen seine Fachkräfte an, die meist schon viele Jahre zum Betrieb gehören und ihr Handwerk verstehen. Auf Wunsch brauchen Kunden keinen Finger zu rühren. Das Transport-Team packt alles fachgerecht ein und baut nach dem Umzug am Bestimmungsort alles wieder auf - einschließlich der Küchenmontage.

So fing es an bei der Spedition Heinrich Hartleb: 1886 wurden die Umzugwagen von Pferden gezogen

Neben den Privatumzügen machen inzwischen die Objektumzüge von kompletten Büros, Firmen oder Behörden mehr als die Hälfte der Einsätze des Hartleb-Teams aus. Konkrete Umsatzzahlen seines Unternehmens will der gelernte Verkehrsfachwirt Lucas aber nicht nennen.

2010 wurden vier neue Lastwagen und Lieferwagen angeschafft. Zum Fuhrpark gehören insgesamt neun Fahrzeuge und zwei Außenaufzüge. Damit kann das Umzugsgut schonend und schnell durch Fenster transportiert und muss nicht mehr durch enge Treppenhäuser geschleppt werden. Auf dem Firmengelände im Industriepark Kassel ist zudem genügend Platz, um Möbel und Hausrat einzulagern. Dafür stehen eine große Halle, Stahlcontainer oder sogenannte Wechselbrücken-Möbelkoffer bereit.

Trotz des harten Wettbewerbs, steigender Kraftstoffkosten und teurer Autobahn-Maut blickt Lucas optimistisch in die Zukunft. Weil von einer steigenden Zahl von Menschen in Berufsleben und Alltag heute mehr Mobilität gefordert ist, sieht er gute Marktchancen für Umzüge. Verlässlichkeit für seine Kunden ist ihm wichtig. Der Chef weiß, dass man bei einem Umzug sein Hab und Gut nicht jedem anvertraut. Deshalb gilt Zuverlässigkeit seit jeher als Geschäftsprinzip und hat jetzt das herausragende Jubiläum eines 125-jährigen Firmenbestehens ermöglicht.

Von Jörg Steinbach