Fahrradverleihsystem Konrad

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Konrad ist ein Fahrradvermietsystem der Stadt Kassel, das am 29. März 2012 an den Start gegangen ist. An 52 Stationen in der Stadt kann man eines der 500 Räder ausleihen.

Die Auslieferung der Leihfahrräder, die zunächst für den Sommer 2011 vorgesehen war, hatte sich mehrmals verzögert. Der Name Konrad ist ein Wortspiel, das aus dem K für Kassel besteht, der Präposition mit (kon = con) und rad für Fahrrad.

Konrad-Verleihstation

Die Idee hinter dem Vermietsystem

Stationen des Verleihsystems
Öffentliche Fahrradverleihsysteme sind eine Form des Fahrradverleihs, bei dem die Fahrräder in der Regel im öffentlichen Raum oder an öffentlich zugänglichen Stationen zur Verfügung stehen.

Im Jahr 2009 hatte Kassel sich bei dem bundesweiten Wettbewerb „Innovative öffentliche Fahrradverleihsysteme“ durchgesetzt und ist damit eine von neun Modellregionen, die mit 12,7 Mio. Euro vom Bundesverkehrsministerium gefördert werden. Für das Kasseler Projekt stellt der Bund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Der Eigenanteil der Stadt beträgt 175.000 Euro. Ziel ist, dass das System nach dem Auslaufen des Förderzeitraums Ende 2012 kostendeckend arbeitet.

Das System ist gedacht für die etwa 60000 Berufs-Einpendler, die täglich in Kassel unterwegs sind, für kurze Wege, für ÖPNV-Nutzer die von der Haltestelle nach Hause fahren möchten, für die Studenten und die Touristen.

Fahrradverleihsysteme in anderen Städten

Call a Bike ist ein von der Deutsche-Bahn-Tochter DB Rent in verschiedenen deutschen Städten betriebenes Fahrradverleihsystem. Call a bike flex wird derzeit in München, Köln, Frankfurt am Main und Karlsruhe angeboten.

Im Sommer 2009 hat Hamburg das System "StadtRAD" zusammen mit der Deutschen Bahn in Betrieb genommen. Seitdem wurde es nach und nach erweitert. Inzwischen verteilen sich 1200 Hamburger Stadträder auf 82 Stationen - weitere sollen folgen. Von der Funktionsweise ist das System dem Kasseler sehr ähnlich, bei dem die technische Abwicklung ebenfalls von der DB Rent GmbH übernommen wird. Die roten Räder gehören inzwischen zum Stadtbild in Hamburg.

Die Probleme

  • Technische Probleme: Wegen mehrerer technischer Probleme wurde der Start des Fahrradverleihsystems mehrfach verschoben. Das Problem der Datenübertragung über Funkboxen an den Stationen soll inzwischen Behoben worden sein.(Stand: Januar 2012)Inzwischen gehören 50 grün-weiße Stationen zum Stadtbild, doch die Räder fehlen noch. Die Stadt rechnet damit, dass der Start mit allen 500 Rädern zum Beginn der Fahrradsaison Ende März beziehungsweise Anfang April 2012 erfolgen kann.
  • Finanzierung: Am 12. November 2014 wird bekannt, dass der Betrieb des Fahrradverleihsystems Konrad noch bis Ende 2015 gesichert ist. So lange läuft der Vertrag zwischen der Deutsche Bahn-Tochter DB Rent und der Stadt Kassel. Ein langfristiger Betrieb ist laut Stadt nur möglich, wenn weitere Partner gefunden werden, die sich an der Finanzierung beteiligen.

Gebrauchsanweisung: So funktioniert Konrad

Video: Fahrradverleihsystem Konrad im Kasseler Test

Die Registrierung

Testfahrt mit Konrad
Wer Konrad benutzen will, muss sich zuerst als Kunde registrieren. Das geht an einem der drei Konrad-Terminals (Bahnhof Wilhelmshöhe, Hauptbahnhof und Friedrichsplatz), im Internet oder per Telefon. Auch eine Konrad-App für Smartphones wird angeboten - dann entfällt der Anruf vom Mobiltelefon.

Für die Online-Registrierung ruft man die Internet-Seite www.konrad-kassel.de auf. Dann Name und Anschrift, E-Mail und Handynummer angeben. Das ist wichtig, weil man per Handyanruf die Räder an den Stationen ausleiht. Weil die Ausleihgebühr abgebucht wird, muss man seine Bankverbindung oder Kreditkarten-Daten angeben.

Anders als an den Terminals werden für die Anmeldung per Telefon unter 0561/350 29 36 30 einmalig fünf Euro fällig.

Ausleihe an der Station

Ist man registriert, reicht ein Anruf zum Anmieten des Fahrrads. Auf dem Deckel des Elektroschlosses (am Hinterrad links) steht die Nummer mit der Durchwahl für das jeweilige Fahrrad. Das System erkennt die Handynummer des Kunden, und das Rad wird freigeschaltet. Damit das Schloss aufspringt, muss man noch auf das Display (unter dem Deckel des Elektroschlosses) tippen. Dann den Sperrriegel zwischen den Speichen herausziehen. Zum Verstauen den Schlossbügel in die Vorrichtung in der anderen Schlosshälfte am Hinterrad rechts stecken. Mit dem Schnellspanner kann man die Sattelhöhe bei Bedarf anpassen.

Die Fahrt auf Konrad

Los geht’s. Die Fahrt auf Konrad ist eigentlich nichts Besonderes - sie funktioniert wie bei jedem anderen Fahrrad auch. Eine Erklärung sind allerdings die Gangschaltung und die Klingel wert.

Konrad hat eine stufenlose Gangschaltung, die in der Leistung etwa zehn Gängen entspricht. Man bedient sie, indem man am inneren Ende des rechten Lenker-Griffs dreht. Auf der Anzeige ist ein Mini-Radfahrer zu sehen: Je nachdem, wie leicht- oder schwergängig die Schaltung eingestellt ist, wird der Berg steil oder zum Flachland.

Wer klingeln will, muss neben dem Goldring am linken Lenker-Griff drehen.

Pause: So verschließt man das Rad

Wer die Fahrt auf Konrad unterbrechen will und gerade nicht in der Nähe einer Station ist, kann das Rad mit dem Steckbügel verschließen. Dafür den Stab aus der Vorrichtung ziehen, in der er zuvor verstaut wurde. Dann schiebt man ihn durch beide Schlosshälften und die Speichen wieder in das gegenüberliegende Schloss. Zum Abschließen muss man den orangefarbenen Sperrknopf drücken, der sich hinten am Kasten mit dem Display befindet.

Auf dem Display wird dann der vierstellige persönliche Öffnungscode angezeigt, mit sich das Schloss nachher wieder entriegeln lässt. Am besten notiert man sich den Code, der einem bereits bei der Anmeldung genannt wird, oder speichert ihn im Handy.

Will man wieder losradeln, muss man das Display antippen und auf dem angezeigten Zahlenraster den vierstelligen Code eingeben. Dann springt das Schloss wieder auf. Bügel durchziehen und verstauen. Und weiter geht’s.

Rückgabe an der Station

Die Rückgabe des Fahrrads funktioniert im Prinzip genauso wie das Verschließen für eine Pause. Der Unterschied ist, dass man sich für die Rückgabe an einer Station befindet. Das System erkennt das und bietet nicht „Pause“ an, sondern bucht das Rad beim Verschließen automatisch aus. Auf dem Display wird angezeigt: „Rückgabe erfolgreich“. Ist ein Bügel an der Station frei, sollte man das Schlosskabel beim Abstellen des Rads um den Metallbügel schlingen, damit das Fahrrad nicht nur verschlossen, sondern auch festgeschlossen ist.

Die Kosten für die Fahrt werden abgebucht. Vorher bekommt man eine Rechnung. Jede angefangene halbe Stunde kostet 50 Cent, pro Tag werden maximal 10 Euro berechnet. Wer einen Fahrschein von KVG oder NVV hat (trägt Code), kann die Räder eine halbe Stunde kostenlos nutzen.

Weblinks