Fackelteich

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Der Fackelteich befand sich an der alten Nürnberger Straße in Kassel, südlich des Gaswerkes und des Bahnhof Bettenhausen. Die heutige B 83 zieht dort, wo die Lilienthalstraße sie erreicht, über das Gelände des einstigen Fackelteichs hinweg.

Der Fackelteich hatte eine rechteckige Form. Aus welchem Grund der Teich angelegt worden ist, weiß man nicht. Es war ein künstlich angelegter Teich, davon zeugte ein Damm, der ihn umgeben hatte. Ganz sicher ist nur, dass er in den letzten Jahrzehnten seines Bestehens als städtischer Fischteich diente, bis er 1920 zugeworfen wurde.

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Fackelteich „Großer Teich“ genannt. Der Heimatforscher Bruno Jacob vermutet, dass er ursprünglich vielleicht „Sau-Teich“ genannt wurde, weil er neben dem alten Sauplatz lag. Eine städtische Teich-Rechnung von 1727 gibt nämlich an, dass der „Sau-Deich“ damals mit zehn Schock Jungfischen besetzt wurde. Anfang des 19. Jahrhunderts wird er nur noch Fackelteich genannt. Für den Namen Fackelteich fehlt jede Erklärung. Man erzählte sich, dass eine Frau einst ihre Kinder im Teich ertränkt hätte. Dieses Gerücht fand seine Nahrung darin, dass bis 1928 einige rätselhafte Sandsteinfiguren (Frau mit Kind) am benachbarten Waldauer Fußweg standen. Sie gehörten zu einer Rodelanlage mit allegorischen Figuren. Bis in die sechziger Jahre wurde vielen Kasseler Kindern auf die Frage nach der Herkunft der kleinen Kinder erzählt, der Storch habe sie aus dem Fackelteich geholt.

Der Fackelteich wurde vom so genannten Faulen Graben, einem Nebenarm des Wahlebachs, gespeist und durchflossen. Über diesen Graben führte nach seinem Austritt aus dem Fackelteich in Höhe des Siechenhofs die Bettelbrücke.