Fachwerkrathaus Wanfried

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Das Rathaus in Wanfried

Das dreistöckige Fachwerk-Rathaus in Wanfried (Marktstr. 18) wurde von der angesehenen Kaufmannsfamilie Uckermann als Handelshof in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts (um 1670) errichtet.

Die Anfänge des Wanfrieder Rathauses reichen allerdings bis ins Jahr 1550 zurück, als im Zentrum von Wanfried eine vermutlich offene Markthalle entstand. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts - nach einem Umbau - diente es als Rathaus. Das Gebäude "Auf dem Markte" hatte nach einer früheren Zeichnung des Ortes (Dilich um 1600) einen Turm, auf dem an jedem der drei Markttage der Stadt die Marktfahne wehte und der mit einer Sturmglocke und einer Uhr aus dem Jahre 1612 versehen war.

An der dem Gasthof "Zum weißen Schwan" zugewandten Seite des Gebäudes hingen damals Halseisen, an denen Missetäter an den Pranger gestellt wurden. Nach Abbüßen der Strafe wurde dort jedes Mal der Steinbelag aufgebrochen und neu gelegt.

Während des 30-jährigen Krieges vernichtete ein Großbrand mehr als 182 Häuser, das Rathaus blieb allerdings verschont.

1648 wurde das fast hundertjährige Rathaus notdürftig renoviert. Da es in den folgenden zwei Jahrunderten immer baufälliger wurde, riss die Stadt das Gebäude im Mai 1861 ab. Schon ein Jahr vorher, am 8. August 1860, hatte die Stadt das Uckermann'sche Handelshaus in der Marktstraße für 3500 Taler erworben. Das Grundstück, auf dem das bisherige Rathaus gestanden hatte, wurde für zehn Taler an den Kurhessischen Staat verkauft. Die Uhr des alten Rathauses, den Wetterhahn und die Sturmglocke brachte man am neuen Rathaus an. Noch heute wird das neue Jahr mit dieser Glocke von Hand eingeläutet.

Das Gebäude steht wie viele Wanfrieder Gebäude auf dem Kellergewölbe eines früheren Hauses, das allerdings während des 30-jährigen Krieges niedergebrannt war.

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