Fürstin Christiane von Waldeck und Pyrmont

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Fürstin Christiane Henriette zu Waldeck und Pyrmont (16.11.1725 - 11.2.1816) war eine geborene Pfalzgräfin bei Rhein zu Birkenfeld-Bischweiler.

Sie war verheiratet mit Fürst Carl August Friedrich.

Nach dessen Tod übernahm sie von 1764 bis ´66 die Regentschaft des Fürstentums Waldeck und Pyrmont für ihren Sohn Friedrich bis zu dessen Volljährigkeit.

Leben und Wirken

Fürstin Christiane von Waldeck und Pyrmont hatte 1741 den waldeckischen Fürsten Carl August Friedrich geheiratet. Nach dem Tod Carls 1763 übernahm sie bis 1766 die vormundschaftliche Regentschaft für ihren Sohn Friedrich.

Bis zu ihrem Umzug in das Neue Schloß, das als Witwensitz für Christiane von 1763 bis 1778 errichtet wurde, befand sich im Eckpavillon des inneren Ostflügels des Residenzschlosses in Arolsen ihr Naturalienkabinett, eine für das 18. Jahrhundert typische Sammlung.

In einem Reisebericht des Göttinger Professors Johann Friedrich Blumenbach aus dem Jahre 1777 heißt es dazu: „…Ihr Naturalien Cabinet ist sehr vollständig und enthält viele ungmein kostbare Stücke. Es war manches in Unordnung, falsch rangirt, die Thiere in Spiritus übel verwart, das sie aber alles gleich nach meiner Angabe abändern, die eingengten Kunstsachen raus thun lies. Sie sagte mir gleich anfangs, daß ich alles, was wir hier noch nicht hätten und bei ihr doppelt läge, rausthun und ja mit uns. Cab[inett] nicht stiefmütterlich verfaren sollten. Das hab ich dann gethan und unser Cab[inett] hat dadurch einen sehr beträchtlichen Zuwachs von Capitalstücken erhalten. …“ [1]

Literatur

  • Birgit Kümmel, Fürstin Christiane von Waldeck und Pyrmont - Eine Liebhaberin der Naturgeschichte, in: Hessische Heimat 1993, S. 79 - 84

Neues Schloss und Schlosspark Boskett

In Arolsen entstand das Neue Schloss als Witwensitz für Fürstin Christiane in den Jahren 1764 bis 1778 nach den Plänen von Franz Friedrich Rothweil.

Unter der Regie der Fürstin richtete Hofgärtner Welle den fürstlichen Garten ein, der sich vom Marstall bis zum Königsberg erstreckte. Der Baumpark (früher Schlosspark “Boskett”) wurde nach Abschluss der Bauarbeiten am Neuen Schloss angelegt und vielseitig bepflanzt, vor allem mit exotischen Nadelbäumen.

Interessant war die Gestaltung: Denn der Garten war am Hang in Terrassen angelegt. Was nicht verwundert, wenn man die Geschichte des Hofgärtners kennt. Denn Welle war zuvor Hofgärtner Friedrichs des Großen und somit an der Gestaltung des Schlossparks von Sanssouci beteiligt.

Zu dieser Zeit war die Anlage allerdings nicht zugänglich. Noch nach dem Zweiten Weltkrieg kletterten Arolser Kinder über den Zaun, wenn sie in dem weiträumigen Gelände spielen wollten.

Die Grabstelle von Fürstin Christiane ist im Baumpark am Neuen Schloss, der heutigen Tinnitusklinik.

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Johann Friedrich Blumenbach - Reise ins Waldeckische vom 1, bis 14. Oktober 1777 - Ein unveröffentlichter Reisebericht

Weblinks