Fürstenwald

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Die Kirche in Fürstenwald

Fürstenwald am Fuße des Dörnbergs ist ein Ortsteil von Calden mit etwa 1.050 Einwohnern.

Geografie

Der Ort liegt nordöstlich des Dörnbergs und etwa 11,5 Kilometer Luftlinie nordwestlich der Kasseler Innenstadt. Er befindet sich nordöstlich des Dörnbergmassivs im Quellgebiet der Nebelbeeke, auf einer Höhe zwischen ca. 260 m (beim Mühlgraben) und 430 m (auf dem Posten-Berg).

Am Hangarstein befindet sich ein kleiner See in einem ehemaligen Basaltbruch (umgangssprachlich "Hanges" genannt).

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Im Jahre 1332 wird das Dorf Forstinwalde urkundlich erwähnt. Allerdings gibt es Hinweise auf deutlich ältere Urkunden, auch wenn diese bislang noch nicht im Original ermittelt werden konnten. Die Herren von Schartenburg gelten als Grundherren zur Gründerzeit des Orts.

Im 15. Jahrhundert gehörte Fürstenwald zunächst zum Amt Grebenstein, ab 1458 aber offenbar schon zum Amt Ahna. Ab 1804 gehörte Fürstenwald dann zum Amt Zierenberg, bevor die Ämter ab 1821 aufgelöst und Verwaltungskreise gebildet wurden. Fürstenwald gehört danach zum Altkreis Hofgeismar, heute Teil des Landkreises Kassel.

Eine Brandkatastrophe zerstörte im Jahre 1883 die ursprüngliche Bebauung fast völlig und der Ort musste neu aufgebaut werden.

Im Zuge der kommunalen Neugliederung in Hessen im Jahr 1972 wurde Fürstenwald ein Ortsteil der Gemeinde Calden.

Jubiläumsjahr 2007

Etwas agerückt vom Dorfkern befindet sich im Osten am Berghang in einem parkähnlichen Garten das im Jahre 1910 erbaute ehemalige herrschaftliche Jagdhaus, die heutige Fachklinik.

Fachklinik und Dorf feierten Geburtstag

Auszüge aus HNA-online vom 5.11.2007:

Fürstenwald-Fachklinik.jpg

Fürstenwald. "Man kann fast von einer Vermählung sprechen - Ort und Klinik kommen sich das erste Mal nahe", freute sich Dr. Hans Joachim Kronibus, Leiter der Fachklinik Fürstenwald, über die Resonanz, die das Doppeljubiläum "30 Jahre Fachklinik Fürstenwald - 675 Jahre Dorf Fürstenwald" im Ort hervorgerufen hatte. ...

Der Fürstenwalder Park wurde von Rittmeister Julius König, einem reichen Speditionsunternehmer aus Erfurt, nach 1912 angelegt. Danach baute der passionierte Jäger ein Jagdhaus und die Pförtner- und Kutscherwohnung. Die Gesamtanlage, die 1914 fertiggestellt wurde, umfasst ein Areal von etwa 4,5 Hektar. Während der Inflation im Jahr 1923 verlor er sein Vermögen und verkaufte den Park. Der wechselte mehrfach seinen Besitzer, bis das Diakonische Werk der evangelischen Landeskirche es in den 70er Jahren erwarb. Seither ist die Fachklinik für Suchtkranke dort untergebracht.

Diese sei von Anfang an in Fürstenwald willkommen gewesen, betonte Dr. Kronibus. Im Laufe der Zeit waren 5500 Menschen hier zu Gast, etwa 200 pro Jahr. Betreut werden sie von 50 Mitarbeitern. Jedem steht ein helles Einzelzimmer zur Verfügung. Am Anfang waren es Frauen, die hier über Monate therapiert wurden. Es kamen Männer dazu. Später stand die Klinik auch Kindern offen, die ihr suchtkrankes Elternteil begleiteten. Heute werden auch ganze Familien aufgenommen. Die Jüngeren werden im hauseigenen Kindergarten betreut, die Älteren gehen in die benachbarten Orte zur Schule. ... (zrk)

Persönliche Anmerkung: Die Fachklinik Fürstenwald - aus eigener Erfahrung berichtet - ist eine großartige Einrichtung, die leider nur Zugang für Suchtkranke hat. Diese Klinik, mit diesem Klinkleiter (Dr. H.J. Kronibus) kann mehr, sie kann Seelen heilen oder sogar retten. Es würde auch "gesunden" Menschen helfen, dort einmal seinen Geist auffrischen zu dürfen, solange so ein fähiger Klinikleiter noch zur "Verfügung" steht.

Kirche

Von der spätgotischen Kirche ist noch der Chorturm aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundert erhalten geblieben. Turmhaube und Kirchschiff der evangelischen Kirche (mit spätromanischem Chor) wurden im Jahre 1782 erneuert. 1834 kam das Pfarrhaus neben der Kirche hinzu.

Ursprünglich war die Kirche "St. Marien" bis 1361 Filialkirche von Meinbressen. Das Kirchenpatronat besaß die Familie von Schadenberg gemeinsam mit dem Kloster Kaufungen. Der Friedhof, der vermutlich unmittelbar um die Kirche angesiedelt war, wurde im 18. Jahrhundert an den Südrand des Ortes verlegt.

Kulturwege

Die Kulturwege Calden ranken sich jeweils um ein Thema, das die Geschichte und das Leben der Menschen in Calden und den Ortsteilen beeinflusst hat. Auf Informationstafeln am Wegesrand gibt es Erläuterungen zur Geschichte.

Literatur

  • Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966, S. 90
  • Udo Schlitzberger, Von Forstinwalde zu Fürstenwald, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2009, S. 17 ff.
  • Informationen zur Geschichte von Fürstenwald

siehe auch

Wegweiser im Habichtswald

Weblinks