Fürstenhagen (Hessisch Lichtenau)

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Fürstenhagen ist ein Ortsteil von Hessisch Lichtenau im Werra-Meißner-Kreis mit etwa 2400 Einwohnern.

Geografie

Fürstenhagen liegt etwa 3 km westlich von der Kernstadt Hessisch Lichtenau an der Bundesstraße 7 und der Bundesbahnstrecke von Kassel nach Waldkappel.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Fürstenhagen wurde in einer Urkunde des Klosters Weißenstein im Jahre 1312 erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 2012 feierte die Bevölkerung des Orts das 700-jährige Jubiläum [1].

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurden drei große Gebäude der Lenoir-Stiftung am Ortsausgang in Richtung Hessisch Lichtenau errichtet und als Waisenhaus genutzt. Daneben befindet sich das Mausoleum der Brüder Lenoir.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanen das Krankenhaus Fürstenhagen, heute ein Zentrum für Kurz- und Langzeitpflege sowie ein Altenheim, ein neues Schulgebäude oder anläßlich der 650-Jahr-Feier am 29. Juli 1962 die Mehrzweckhalle.

siehe dazu auch:

Bauwerke der Lenoir-Stiftung in Fürstenhagen

Die in Fürstenhagen errichteten Gebäude der Lenoir-Stiftung stehen heute unter Denkmalschutz und haben eine wechselvolle Geschichte hinter sich: es waren unter anderem drei Waisenhäuser, das benachbarte Gut Teichhof, ein Pestalozzi-Denkmal, ein Wasserwerk, zwei Mühlen und eine Bäckerei. Später wurden die Häuser der Lenoir-Stiftung als Aus- und Übersiedlerwohnheim genutzt, sie standen im Eigentum des Landes Hessen. Das eindrucksvolle Mausoleum, malerisch im nahegelegenen Wäldchen oberhalb eines Teiches gelegen, hingegen blieb der Stiftung, deren Verwaltung der Stadt Kassel obliegt. Das Lenoir-Mausoleum wurde 1902 erbaut. In seiner Mittelhalle befindet sich eine Ädikula, flankiert von Erinnerungstafeln (Lenoirstraße - Teichwäldchen).

Der Hugenottennachfahre George André Lenoir, Physiker und Chemiker, hatte es unter dem Doppeladler der österreichisch-ungarischen Monarchie zu einem großen Vermögen gebracht und die Stiftung zum Ende des 19. Jahrhundert ins Leben gerufen. Die erste Stiftungsurkunde wurde 1893 ausgefertigt und Stück für Stück wurde das Vermögen der nordhessischen Stadt Kassel übertragen. Dass die Einrichtung nach Fürstenhagen kam, lag an dem Erwerb des Gutes Teichhof. Mit den Erlösen aus dem 140 Hektar großen Agrarbetrieb, aus dem in der heutigen Slowakei liegenden Kurbad Sliač und aus dem Meraner Hotel Meraner Hof sollte der Betrieb des Guts und des nach den Erkenntnissen des Pädagogen Pestalozzis geführten Hauses sichergestellt werden.

Hochbetagt konnte Lenoir erleben, wie in seiner Stiftung Kinder in familienähnlichen Gruppen heranwuchsen. Ein eigenes „Stifterzimmer” im zweiten Stock des Mittelhauses war ihm bei seinen zahlreichen Besuchen Wohnung. Fürstenhagen wurde für ihn auch zur letzten Ruhestätte. Nach seinem Tod am 2. November 1909 in Meran/Südtirol, wurde er am 9. November im Mausoleum der Stiftung in Fürstenhagen beigesetzt.


Das Lenoirstift ist mittlerweile verkauft. Für 460 000 Euro erhielt ein unbekannter Bieter den Zuschlag für die Gebäude, die vorher Eigentum des Landes waren.

Die Häuser der Lenoirstiftung wurden von der Grundstücksgemeinschaft Thiele GbR in Kassel erworben. Diese bieten die Stiftungsgebäude unter "Schloss Lenoir" unter anderem bei Immonet.de an.

Literatur

  • Erika Wegner, Die Kasseler Lenoir-Stiftung und das Bad Sliac. Zum 75. Todestag von G. A. Lenoir. Jahrbuch Landkreis Kassel 1986, S. 87 - 96
  • Festschrift „Zeit-Schrift 700 Jahre Fürstenhagen - vom landgräflichen Dorf zum Stadtteil von Hessisch Lichtenau“, 2012[2]

Kirchen

  • Die spätgotische Kirche aus dem Jahre 1489 war ursprünglich dem hl. Nikolaus und der hl. Katharina geweiht und ist heute die evangelische Pfarrkirche. Der neue Kirchturm erhielt im Jahre 1791 einen barocken Helmaufsatz.
  • Die katholische Einwohnerschaft nahm besonders während und nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Aufnahme von Heimatvertriebenen stark zu und es enstand 1949 die Maria-Hilf-Kapelle.

Persönlichkeiten

Der über Fürstenhagen hinaus bekannte "Krawaller" (Johannes Kregelius) im Auto des Herkules-Brauerei-Direktor Doornkaat (links) vor Krawallers Biergarten. Foto: HNA/Archiv

siehe auch

Vereine

Verkehrsanbindung

Fürstenhagen liegt an der Bundesstraße 7 und der Bundesbahnstrecke von Kassel nach Waldkappel.

Weblinks und Quellen

siehe auch:
Kreiskarte


  1. Mündener Rundschau vom 08.06.2012: 700 Jahre auf 270 Seiten
  2. Sontraer Stadtkurier vom 25.05.2012: Über drei Jahre Arbeit – Pünktlich zur 700-Jahrfeier ist die „Zeit-Schrift“ fertig
  3. HNA-Artikel vom 06.09.2012: Den Schalk im Nacken