Fürst Georg Friedrich

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Georg Friedrich Fürst zu Waldeck (1620 - 1692) war ein Sohn von Graf Wolrad IV. von Waldeck-Eisenberg und wurde an 17. Juni 1682 durch Kaiser Leopold I. in den Reichsfürstenstand erhoben.

Nach ihm wurde die Georg-Friedrich-Kaserne in Fritzlar benannt.

Geschichte

Schloss Rhoden

Während der Regierungszeit des Grafen (und späteren Fürsten) Georg Friedrich war Rhoden die Residenzstadt der Grafschaft und in den Jahren 1647 und 1654 wurde auf den Grundmauern der Burg das heutige Schloss errichtet.

Nach dem frühen Tode seines Neffen, Heinrich Wolrad - Graf von Waldeck-Eisenberg (1664), erbte Graf Georg Friedrich außer Cuylenburg auch den westlichen Teil der Grafschaft.

1625 gelangte durch Erbvertrag auch die Grafschaft Pyrmont an die Grafen von Waldeck, die sich fortan Grafen von Waldeck und Pyrmont nannten.

Georg Friedrich nannte sich demgemäß „Georg Friedrich Graf und Herr zu Waldeck, Pyrmont und Cuylenburg, Freiherr zu Tonna, Paland, Wittem, Werth.“ Von Kaiser Leopold I. wurde er 1682 in den Reichsfürstenstand erhoben.

In einem am 12. Juni 1685 mit Graf Christian Ludwig aus der Linie Waldeck-Wildungen geschlossenen Vertrag führte er die Primogenitur im Hause Waldeck ein, die Kaiser Leopold I. im Jahre 1697 bestätigte.

Nach dem Tod Georg Friedrichs im Jahre 1692 konnte dann sein Vetter, Graf Christian Ludwig von Waldeck-Wildungen aufgrund dieses Vertrags die Grafschaft Waldeck wieder in einer Hand vereinen.

Grabdenkmal in der Nicolaikirche in Korbach

Grabmal in der Korbacher Kirche St. Nikolai

Wenig bekannt ist, dass die Nikolaikirche in Korbach, die sich ja in unmittelbarer Nähe des gräflichen Stadtschlosses befand, im 16. und 17. Jahrhundert als gräflich und fürstlich waldeckische Begräbnisstätte diente. Bei einer Neuplattung des Chores und der Anlage von Heizungskanälen stieß man im August 1895 auf die Gewölbe der Gruft.

Fürst Georg Friedrich fand seine letzte Ruhe in einem Grabdenkmal in der Nicolaikirche. Das kurz nach dem Tod des Fürsten von Heinrich Papen in Giershagen (Westfalen) geschaffene und von dem Mengeringhäuser Goldschmied und Graveur Heinrich Esau entworfene Denkmal reicht fast bis zum Deckengewölbe des Chores. Es zeigt in seinem Zentrum den Fürsten als Feldmarschall hoch zu Ross. Als Verstorbener ruht er auf einem wuchtigen Sarkophag. Neben üppigen barocken Ausschmückungen finden wir vier weibliche Figuren, die Tugenden Hoffnung, Klugheit, Gerechtigkeit und Treue darstellend, Palmbäume mit den Namen verstorbener Familienmitglieder des Fürsten und Statuen von Soldaten, darunter auch Türkenkrieger.

Das in Marmor, Alabaster und Sandstein ausgeführte Grabdenkmal wurde noch im Todesjahr des Fürsten von seiner Gemahlin Elisabeth Charlotte von Nassau-Siegen in Auftrag gegeben. Schon zwei Jahre später wurde sie an seiner Seite in der Gruft der Kirche beigesetzt.

Literatur

Gerhard Menk, Georg Friedrich von Waldeck (1620-1692) - Eine biographische Skizze, Arolsen 1992 (Waldeckische Historische Hefte 3)

Lustschloss Charlottenthal

Fürst Georg Friedrich von Waldeck ließ von 1663 bis 1688 für seine Gemahlin Elisabeth Charlotte ein Lustschlößchen errichten lassen, das über die Große Allee mit der Residenz verbunden war. Charlottenthal bestand aus einem von vier Pavillons eingerahmten Hauptbau und war in holländischem Stil ausgeführt, was auf die vielfältigen Verbindungen des Fürsten mit diesem Staat hinwies. Später bewohnte Friedrich Anton Ulrich das Lustschloß während der Bauarbeiten am Arolser Residenzschloß. Die Anlage erhielt dann - nach seiner Gattin - den Namen Louisenthal.

siehe auch

Weblinks