Fürst Friedrich Karl August

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Fürst Friedrich Karl August (25. Oktober 1743 - 24. September 1812) stand zunächst unter der Vormundschaft seiner Mutter. Fürstin Christiane zu Waldeck und Pyrmont hatte nach dem Tod ihres Ehemannes, Fürst Carl August Friedrich, von 1764 bis 1766 die Regentschaft im Fürstentum Waldeck und Pyrmont bis zur Volljährigkeit ihres Sohnes übernommen.

Fürst Friedrich Karl August war selbständiger Regent in den Jahren 1766 bis 1812 (nach Erbteilung im Jahre 1805 nur Fürst von Waldeck).

Da er unvermählt blieb (er hatte eine nicht standesgemäße Beziehung mit Charlotte Hermann und keine legitimen Nachkommen) folgte ihm nach seinem Tod sein Bruder Georg (nach Erbteilung im Jahre 1805 bereits Graf von Pyrmont) von 1812 bis 1813 als Fürst von Waldeck und Pyrmont.

Geschichte

Regierungszeit

Das Gebäude der Alten Landesschule, in dem Generationen von Korbacher und auswärtigen Schülerinnen und Schülern ihre gymnasiale Ausbildung erfuhren, wurde 1770 bis 1774 auf dem Grund des ehemaligen Franziskanerklosters errichtet.

Unter der Regentschaft von Fürst Friedrich Karl August wurde in Korbach ein Gymnasium errichtet, ein Neubau der heutigen Alten Landesschule Korbach. Nachdem im Siebenjährigen Krieg (1756 - 1763), der Korbach zum Kriegsschauplatz werden ließ, die Gebäude des ehemaligen Franziskanerklosters total zerstört worden waren, entstand ab 1770 auf den Grundmauern der Klosterkirche ein Neubau, der „Fridericianum” genannt wurde. Über dem Portal findet sich die Inschrift „FRIDERICUS WALDECKIAE PRINCEPS RESTITUIT ANNO MDCCLXXIII”, im Giebelfeld das Monogramm „FF” (Fürst Friedrich).

Der Fürst förderte auch die Ausbildung von Johann Friedrich August Tischbein, den er später zum Hofmaler ernannte.

Während seiner Regentschaftszeit wurde 1778 das „Neue Schloss“ in Arolsen fertiggestellt. Und in Schloss Arolsen wurde nach den Plänen von Theodor Escher der sogenannte Weiße Saal eingerichtet, ein Festsaal mit Gemälden von Tischbein, Meytens und Aldegrever und mit umlaufender Galerie (1809 - 11).

Zuweilen wird die Regierungszeit des Fürsten in geschichtlichen Darstellungen sehr kritisch gesehen. So heißt es etwa bei Friedrich Kapp zur Regierung der Waldecker Fürsten in dieser Zeit: „… Ihr Ländchen schien für sie nur zu dem Zweck vorhanden zu sein, daß sie darauf zurückfielen, wenn sie, von den noblen Passionen erschöpft und von Schulden gedrängt, das Leben im großen Stil zeitweise aufgeben mußten. …“ Und weiter: „ … Friedrich, der, im Jahre 1743 geboren, von 1763 bis 1812 regierte, war in Lausanne erzogen und machte zu seiner Ausbildung die große Tour durch Frankreich und Italien. Auch er trat [wie sein Vater], nachdem er zur Regierung gelangt war, gänzlich verschuldet als General der Infanterie in den Dienst der holländischen Republik. Schon 1767 beschwerten sich die Landstände über landesverderbliche gewaltsame Aushebung der Untertanen und bewilligten dem Fürsten, um seiner Geldnot nur einigermaßen abzuhelfen und dem Übel zu steuern, ein Geschenk von 10 000 Talern. …“ [1]

Soldatenhandel mit England

Nach der Darstellung bei Max von Eelking (The German Allied Troops in the North American War of Independence 1776 – 1783, 1893) schloss das stets geldarme Fürstentum Waldeck unter Friedrich Karl August am 25. April 1775 mit der britischen Krone einen Vertrag zur militärischen Unterstützung im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg von 1775–1783 ab. Drei Regimenter wurden für den Kampf in Amerika gegen Bezahlung zur Verfügung gestellt wurden, wovon das erste Regiment mit 684 Soldaten und Offizieren im Juli 1776 von Portsmouth nach Amerika segelte und an den Kämpfen teilnahm. Die Waldecker Truppen wurden in den hessen-kasselschen Verband unter dem Oberbefehl des Generals Wilhelm von Knyphausen integriert. Ingesamt schickte das Fürstentum Waldeck 1.225 Soldaten in den Krieg und bei Kriegsende waren 720 Verluste zu beklagen.

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Friedrich Kapp, Der Soldatenhandel deutscher Fürsten nach Amerika (1775-1783), Berlin 1864 (Projekt Gutenberg - gutenberg.spiegel.de)

Weblinks