Führung durch die documenta X (1997)

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Dirk Schwarze führt durch die documenta-Geschichte

Einleitung in unsere Serie "Führung durch die documenta" (Hinweis: Diese exklusiven Autorenbeiträge sind nicht editierbar.)

1955: documenta - 1959: II. documenta - 1964: documenta III - 1968: 4. documenta - 1972: documenta 5 (mit Bildergalerie) - 1977: documenta 6 (mit Bildergalerie) - 1982: documenta 7 - 1987: documenta 8 - 1992: Documenta IX - 1997: documenta X - 2002: Documenta11 (mit Bildergalerie) - 2007: documenta 12 (mit Bildergalerien) - 2012: documenta 13 - Arnold Bode-Preis - 2017: documenta 14

Documenta-Lexikon mit der kompletten Künstlerliste 1955-2007

Unser documenta-Führer Dirk Schwarze


Kurzprofil

21. Juni bis 28. September 1997

Plakat zur documenta X
Die erste Frau an der Spitze der documenta, dazu eine, die nicht als Favoritin gegolten hatte und die sich als selbstbewusst bis zur Arroganz erwies. Die Entscheidung für die Französin Catherine David forderte Kritik und Streit heraus. Die Kritik verschärfte sich, als das Konzept sichtbar wurde, das eine Abkehr vom normalen Ausstellungsrummel verhieß. Catherine David kehrte zu den Wurzeln der aktuellen Kunst zurück, bot den politisch-kritischen Künstlern eine Plattform und lenkte den Blick erstmals auf die weltweite Kulturdiskussion. Allerdings war sie der Meinung, dass nicht überall ausstellungswürdige Kunst produziert würde. Deshalb schuf sie neben der Ausstellung eine zweite Ebene: Die Vortrags- und Diskussionsreihe „100 Tage - 100 Gäste“ sollte zu einem lebendigen Forum werden. Dort trat auch Okwui Enwezor als Referent auf, der die Documenta 11 leitete. Die documenta X wurde außerdem durch ein beachtliches Filmprogramm ergänzt. Die globale Ausrichtung und die starke Gewichtung der kritischen Kunst machte die documenta X zu einer Vorläuferin der Ausstellung von 2002. Die Malerei spielte eine untergeordnete Rolle, dafür trat die dokumentarische Fotografie stark in den Vordergrund.

Knapp 120 Künstler, 631000 Besucher. Etat: 25 Mio. Mark. Erlöse: 11,5 Mio. Mark, Zuschüsse: 11,5 Mio. Mark. Zuwendungen: 2,0 Mio. Mark.

Kuratoren

Catherine David (*1954)

Die Überraschung war groß, denn die Französin Catherine David war, als sie 1994 zur documenta-Leiterin berufen wurde, zuvor nicht als Kandidatin gehandelt worden. Sie war zu der Zeit (seit 1990) Leiterin der Pariser Kunsthalle Jeu de Paume. Zuvor hatte sie von 1981 bis 1990 am Centre Pompidou in Paris mitgearbeitet. Catherine David hatte Literatur, Linguistik und Kunstgeschichte studiert. Sie hatte eine große Nähe zur Literatur und zum Film und legte daher Wert darauf, dass sich die von ihr geleitete documenta X auch zu den anderen Medien und Künsten öffnete. Das Filmprogramm war für sie ein genau so fester Programmpunkt der Ausstellung wie die Vortrags- und Diskussionsreihe „100 Tage – 100 Gäste“, in der Künstler, Kuratoren, Philosophen, Planer und Poeten zu Wort kamen. Catherine David war danach Direktorin des „Witte de With-Zentrums für zeitgenössische Kunst” in Rotterdam und arbeitet als freie Kuratorin, unter anderem für KunstWerke in Berlin.

Ausstellungsorte

Museum Fridericianum

Das klassizistische Gebäude war 1779 als erster für die Öffentlichkeit bestimmter Museumsbau auf dem europäischen Kontinent vollendet worden. Das Fridericianum beherbergte Teile der landgräflichen Sammlungen und die Bibliothek. Im Zweiten Weltkrieg brannte das Gebäude aus. Arnold Bode entdeckte die notdürftig gesicherte Ruine als Ort für die zeitgenössische Kunst. Seit 1955 sind das Fridericianum und der davor liegende Friedrichsplatz das Herzstück jeder documenta. Seit 1988 dient der Bau zwischen den documenten als Kunsthalle. Außerdem hat in ihm der Kunstverein seine Räume.

Orangerie

In der Parkanlage Karlsaue liegt die Anfang des 18. Jahrhunderts als Gewächshaus und Lustschloss errichtete Orangerie. Sie wurde 1943 fast vollständig zerstört. Die documenta-Ausstellungen von 1959, 1964 und 1968 bezogen die Orangerie als Kulisse für die Skulpturen und Großplastiken ein. Nach dem Wiederaufbau in den 70er-Jahren war die Orangerie von 1977 bis 1987 dreimal zweitgrößter Ausstellungsplatz (nach dem Fridericianum). Seit der Einrichtung des Astronomisch-Physikalischen Kabinetts in dem Gebäude (1992) steht der documenta nur noch ein 300 Quadratmeter-Raum zur Verfügung.


documenta-Halle

Nach der Umwandlung der Orangerie in ein Museum versprach das Land den Bau einer documenta-Halle. Den Wettbewerb entschied Prof. Jochem Jourdan für sich. Er baute ein 150 Meter langes, gegliedertes Gebäude, das der Krümmung der Hangkante zur Karlsaue folgt. Das Haus bietet drei große Kabinette, eine Seitenlichthalle und eine gewaltige Haupthalle. Während Jan Hoet 1992 über die eben vollendete Halle jubelte, waren die documenta-Leiter Catherine David und Okwui Enwezor von dem Ausstellungsgebäude nicht begeistert. Sie nutzten sie eher als Ort für Kommunikationsprojekte.


Ottoneum

Das im 17. Jahrhundert erbaute Ottoneum – zwischen Fridericianum und Staatstheater – war der erste feste Theaterbau Deutschlands. Später barg es landgräflichen Sammlungen und diente unter anderem als Observatorium. Heute ist in dem Renaissance-Bau das Naturkundemuseum beheimatet. Die fällige Sanierung des Gebäudes ermöglichte es, dass das Ottoneum 1992 und 1997 von der documenta genutzt werden konnte.


Südflügel im Kulturbahnhof

Catherine David griff gerne zu, als ihr die früheren Räume der Bahnpost im zum Kulturbahnhof umgebauten Hauptbahnhof für die documenta X angeboten wurden. Die zwei Etagen des Südflügels wurden zu einem überzeugenden Ausstellungsraum. Auch fügte sich gut, dass im Bahnhofskino Bali das Filmprogramm der documenta präsentiert wurde. Diese räumliche Erweiterung war für Catherine David der Anlass, für 1997 einen documenta-Parcours vom Kulturbahnhof über die Treppenstraße bis zur Orangerie anzulegen. Auch 2002 blieb der Bahnhof documenta-Spielort.

Teilnehmende Künstler

  • Adams, Robert
  • Althamer, Pawel
  • Archigram
  • Archizoom Associati
  • Art & Language
  • Aya & Gal Middle East
  • Bamgboyé, Oladéle Ajiboyé
  • Baumgarten, Lothar
  • Beaugrand, Catherine
  • Beckett, Samuel
  • Blank & Jeron
  • Broodthaers, Marcel - Das Museum als Modell
  • Bunting, Heath
  • Burnett, Charles
  • Bustamante, Jean-Marc
  • Cabelo
  • Clark, Lygia
  • Coleman, James
  • Collective
  • Craig, Stephen
  • Crandall, Jordan
  • Del Giudice, Daniele
  • Douglas, Stan
  • Elsken, Ed van der
  • Esposito, Bruna
  • Evans, Walker
  • Eyck, Aldo van
  • Fahlström, Oyvind
  • Faigenbaum, Patrick
  • Farocki, Harun
  • Feng Mengbo
  • Fischli & Weiss
  • Friedl, Peter
  • Friese, Holger
  • Gillick, Liam
  • Gob Squad
  • Godard, Jean-Luc
  • Goebbels, Heiner
  • Golz, Dorothee
  • Graham, Dan
  • Grand, Toni
  • Graumann, Hervé
  • Grimonprez, Johan
  • Grimonprez, Johan & Herman Asselberghs
  • Grossarth, Ulrike
  • Haacke, Hans
  • Hains, Raymond
  • Hamilton, Richard
  • Hamilton, Richard & Ecke Bonk
  • Hapaska, Siobhán
  • Hausswolff, Carl Michael von
  • Heiman, Michal
  • Herold, Jörg
  • Hill, Christine
  • Höller, Carsten & Trockel, Rosemarie
  • Hohenbüchler, Christine & Irene
  • Honetschläger, Edgar
  • Huber, Felix S. & Philip Pocock & Florian Wenz & Udo Noll
  • Hybrid WorkSpace
  • Jackson Pollock Bar
  • Jodi
  • Kelley, Mike & Tony Oursler
  • Kelley, Mike & Tony Oursler & Diedrich Diederichsen
  • Kentridge, William
  • Kippenberger, Martin
  • Koester, Joachim
  • Kogler, Peter
  • Konrad, Aglaia
  • Koolhaas, Rem
  • Kroesinger, Hans-Werner
  • Lafont, Suzanne
  • Landau, Sigalit
  • Lassnig, Maria
  • Lauwers, Jan
  • Legrand, Jozef
  • Lerch, Antonia
  • Levitt, Helen
  • Lovink, Geert
  • Marker, Chris
  • Marshall, Kerry James
  • Marthaler, Christoph & Anna Viebrock
  • Matta-Clark, Gordon
  • McQueen, Steve
  • Milev, Jana
  • Mosler, Mariella
  • Moulène, Jean-Luc
  • Mucha, Reinhard
  • Müller, Christian Philipp
  • Mullican, Matt
  • Muntadas, Antonio
  • Ngui, Matthew - Porträt Matthew Ngui
  • Nicolai, Carsten
  • Nicolai, Olaf
  • Nordey, Stanislas
  • Oiticica, Hélio
  • Orozco, Gabriel
  • Page, Adam
  • Pataut, Marc
  • Peck, Raoul
  • Peljhan, Marko
  • Pistoletto, Michelangelo
  • Pittman, Lari
  • Prini, Emilio
  • Pucher, Stefan
  • Radio Mentale
  • Reeb, David
  • Richter, Gerhard
  • Roberts, Liisa
  • Schneider, Anne-Marie
  • Schoellkopf, Jean-Louis
  • Schütte, Thomas
  • Simon, Michael
  • Sissako, Abderrahmane
  • Smithson, Alison & Peter with Nigel Henderson
  • Sokurov, Aleksandr
  • Spero, Nancy
  • Steinbrecher, Erik
  • Stuart, Meg
  • Syberberg, Hans-Jürgen
  • Tolj, Slaven
  • Tunga
  • Tzaig, Uri
  • Vallet Kleiner, Danielle
  • Vito Acconci Studio
  • Walde, Martin
  • Wall, Jeff
  • Wang Jianwei
  • Warmerdam, Marijke van
  • Weinberger, Lois
  • West, Franz
  • Winogrand, Garry
  • Wohlgemuth, Eva & Andreas Baumann
  • Yassour, Penny Hes
  • Zaremba, Lilian
  • Zittel, Andrea
  • Zobernig, Heimo

Besondere Kunstwerke

Peter Kogler (*1959): documenta X, Tapete (1997)

Alle wichtigen Veröffentlichungen zur documenta X enthalten an prominenter Stelle ein Bild, das einen Blick in den oberen Teil der documenta-Halle zeigt. Die Decke und die Wände der Halle hatte der Österreicher Peter Kogler mit einer Tapete überklebt, die als Dekor ein unendliches System sich gegenseitig umschlingender Röhren enthielt. Schon in der documenta IX war Kogler mit einem Tapetenraum vertreten. Doch die Ameisentapete war weder so faszinierend noch so prägend gewesen wie das Röhrensystem, das signalisierte, dass die documenta-Halle als ein großes Kommunikationszentrum funktionierte. Koglers Tapete setzte die Malerei mit anderen Mitteln fort. Das Dekor hatte er am Computer entwickelt.


William Kentridge (*1955): Felix in Exile, Videoprojektion (1994)

Die documenta von 1997 konfrontierte die Besucher mit zahlreichen Videoprojektionen und Filmen. Eine Ausnahme unter den Videos bildeten die Arbeiten des Südafrikaners William Kentridge, der sich als großartiges Zeichengenie vorstellte. Kentridge ist ein Geschichtenerzähler. Er zeichnet jedoch keine Abfolge von Bildern, sondern scheint aus der Tiefe eines Motivs alle weiteren herauszuholen. Es sind surreal angelegte Zeichnungen, in denen sich aus Wassertropfen Pfützen und Seen entwickeln, aus denen Schwimmer auftauchen und auf denen Schiffe fahren. Der heitere Ton der Erzählung lockte die Besucher an, die, wenn sie sich länger darauf einließen, feststellen mussten, dass ihnen bittere Wahrheiten vorgesetzt wurden.


Penny Yassour (*1950): Mental Maps, Kautschuck und Silikon (1996/97)

Israelische Künstler unterschiedlicher Generationen haben immer wieder die Auseinandersetzung mit der Vernichtungsmaschinerie der Nationalsozialisten gesucht. Auch Penny Yassour hatte sich diesem Thema zugewandt: Das Zentrum ihres Raumes bildeten eine an der Wand hängende Landkarte, die als Abdruck das deutsche Eisenbahnnetz von 1938 zeigte. Ein daneben hängender Abdruck präsentierte das Liniennetz spiegelverkehrt. Das Eisenbahnnetz, das gemeinhin als Ausdruck der Industrialisierung und des Fortschritts galt, wurde unter den Nationalsozialisten zu einem System des Leidens: Auf dem Schienennetz wurden Millionen Juden deportiert und in Vernichtungslager gebracht. Penny Yassour erinnerte an diesen Schrecken mit schlichten Zeichen.


Gerhard Richter (*1932): Atlas, Fotos und Studien (1962-96)

Seit 1972 war der Maler Gerhard Richter regelmäßig zur documenta eingeladen worden. 1997 aber waren von Richter keine Gemälde zu sehen. Catherine David hatte stattdessen Richters Werkgruppe „Atlas“ nach Kassel geholt, eine riesige Sammlung von Fotos, Studien und Skizzen. Diese Auswahl hatte heftige Kritik hervorgerufen, weil viele darin einen weiteren Beweis für die Geringschätzung der Malerei sahen. Man konnte die Entscheidung auch positiv bewerten: Umfassender hätte Richter als Maler nicht gewürdigt werden können. Denn hier offenbarte er seinen künstlerischen Fundus. Allerdings setzte diese Würdigung die Kenntnis seines Werkes voraus.


Marcel Broodthaers (1924-1976): Section Publicité du Musee d’Art Moderne, Départment des Aigles, Mixed Media (1972)

Wann ist etwas Kunst? Seit Marcel Duchamp 1917 ein industriell gefertigtes Urinoir als Kunstwerk ausgestellt hatte, beunruhigt diese Frage die Öffentlichkeit. Der Belgier Marcel Broodthaers beschäftigte sich in seinem gesamten Werk mit dem Kunstbegriff und dem Selbstverständnis des Museums. In seinem Adlermuseum hatte er alle erreichbaren Bilder und Objekte mit einem Adlermotiv versammelt. Zu jedem Ausstellungsstück stellte er das Schild „Dies ist kein Kunstwerk“. Da diese Schilder auch vor Kunstobjekten standen, forderte er die Besucher heraus, über die Begriffsbestimmung nachzudenken. Das Adlermuseum war 1997 zum zweiten Mal in der documenta. 1972 war es erstmals in der Abteilung Künstlermuseen gezeigt worden.


Martin Kippenberger (1953-1997): Metro-Net, Skulptur (1997)

Der deutsche Künstler Martin Kippenberger war ein Spaßmacher und Provokateur. Indem er andere für sich malen ließ, führte er die Beliebigkeit von Kunst vor. Zur documenta X war von ihm eine Skulptur zu sehen, die zu einem großen Komplex gehörte. Kippenberger hatte ein weltweites Metro-Netz geplant. An unterschiedlichen Orten, so war sein Plan, sollten U-Bahn-Eingänge und Metro-Schächte installiert werden. In Kassel war am Fuldaufer ein transportabler U-Bahn-Zugang zu sehen. Ein absurdes Objekt. Immerhin funktionierte in dem Jahr die überregionale Verbindung, denn in der parallel in Münster organisierten Skulpturen-Ausstellung war ein U-Bahn-Schacht mit den entsprechenden Fahrgeräuschen zu erleben. Außerdem war im Internet ein virtuelles Metro-Net angelegt worden.


Franz West (*1947): Dokustuhl, Eisenstühle mit Stoffbezügen (1997)

Die documenta-Halle war 1997 zum Begegnungs- und Diskussionsforum geworden. In ihr traf sich jeden Abend eine große Gemeinde, um Künstler, Kuratoren, Politiker und Poeten in der Veranstaltungsreihe „100 Tage – 100 Gäste“ zu erleben. Für die Bestuhlung hatte der Österreicher Franz West gesorgt, der schon verschiedentlich Sitzmöbel und passgenaue Skulpturen für Körper entworfen hatte. Die Stühle waren mit leuchtend bunten Stoffen bezogen. Diese aus Afrika stammenden Stoff-Dekors waren Wests ironischer Beitrag zu einer Ausstellung, die sich erstmals konsequent mit der Kunst und Kultur der gesamten Welt auseinander setzen wollte.


Richard Hamilton (*1922): Seven Rooms, Environment (1994/95)

Der Engländer Richard Hamilton, der in den 50er-Jahren zu den Begründern der Pop-Art gehörte, hat immer wieder mit Bilderfindungen überrascht. In der documenta X wurde die Rekonstruktion einer Galerie-Ausstellung gezeigt. Die Bilderfolge „Seven Rooms“, die Ansichten seiner eigenen Wohnung enthalten, reflektieren das Verhältnis von Wirklichkeit und Abbildung sowie von Fotografie und Malerei: In Raum-Fotos sind andere Fotos hineinkopiert. Sie wurden am Computer bearbeitet und stellenweise übermalt. Es sind vielschichtige Bilder über die Wahrheit und die Verzerrung des Abbildes. Ein Bild aus der Serie wurde für die Neue Galerie in Kassel erworben.



Matthew Ngui (*1962): “You can order and eat delecious poh-piah” amongst other things, Installation und Performance (1997)

Die Arbeit des aus Singapur stammenden Künstlers Matthew Ngui erstreckte sich über mehrere Räume im Kulturbahnhof. Zu der Installation gehörte unter anderem ein Rohr, das durch das Haus zahlreiche Umwege nahm und doch als einfaches Verständigungsmittel funktionierte: Während der Performance konnte man bei Ngui durch das Rohr per Zuruf Essen bestellen. Dem Künstler ging es um die verschiedenen Ebenen der Wahrnehmung. An einem Durchgang hatte er einen halben Stuhl aufgestellt. Die andere Hälfte war als zeichnerische Projektion (mit Verzerrungen) auf dem Boden zu sehen. Fand man den richtigen Standort, dann fügten sich die beiden Hälften zu einer ganzen Stuhlform zusammen. Der Betrachter also vollendete das Werk.

Texte für das documenta-mobil (2005)

Pressestimmen

Links

Dirk Schwarze führt durch die documenta-Geschichte

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1955: documenta - 1959: II. documenta - 1964: documenta III - 1968: 4. documenta - 1972: documenta 5 (mit Bildergalerie) - 1977: documenta 6 (mit Bildergalerie) - 1982: documenta 7 - 1987: documenta 8 - 1992: Documenta IX - 1997: documenta X - 2002: Documenta11 (mit Bildergalerie) - 2007: documenta 12 (mit Bildergalerien) - 2012: documenta 13 - Arnold Bode-Preis - 2017: documenta 14

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