Führung durch die documenta 1955

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Dirk Schwarze führt durch die documenta-Geschichte

Einleitung in unsere Serie "Führung durch die documenta" (Hinweis: Diese exklusiven Autorenbeiträge sind nicht editierbar.)

1955: documenta - 1959: II. documenta - 1964: documenta III - 1968: 4. documenta - 1972: documenta 5 (mit Bildergalerie) - 1977: documenta 6 (mit Bildergalerie) - 1982: documenta 7 - 1987: documenta 8 - 1992: Documenta IX - 1997: documenta X - 2002: Documenta11 (mit Bildergalerie) - 2007: documenta 12 (mit Bildergalerien) - 2012: documenta 13 - Arnold Bode-Preis - 2017: documenta 14

Documenta-Lexikon mit der kompletten Künstlerliste 1955-2007

Unser documenta-Führer Dirk Schwarze



Kurzprofil

documenta

15. Juli - 18. September 1955

Plakat zur documenta 1955
Die Bundesgartenschau von 1955 bot den Anlass für die erste documenta. Arnold Bode muss wie elektrisiert reagiert haben, als er an die Möglichkeit dachte, parallel zur Gartenschau eine Ausstellung zu realisieren. Dabei ging es ihm und seinen Freunden, mit denen er 1953 die ersten Vorüberlegungen begann, zuerst um ein Kulturfestival, das Theater, Literatur, Musik, Film und Architektur einbeziehen sollte. Den Kern aber sollte eine Ausstellung bilden, die, wie es in einem der ersten Exposés heißt, endlich die Frage nach dem Standort der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts beantworten sollte. Dass Kassel ein dafür geeigneter Standort war, stand für den Akademie-Professor und Maler Arnold Bode nicht zur Diskussion. Schließlich hatte er in den 20er-Jahren an Ausstellungen in der Orangerie mitgewirkt, in denen die Wortführer der Moderne in Deutschland vertreten waren. Er schlug das kriegszerstörte Museum Fridericianum als Ort vor. Für viele Menschen war es das erste Mal, dass sie die europäische Kunst der Moderne aus 50 Jahren im Zusammenhang sehen konnten.

670 Werke von 148 Künstlern, 130000 Besucher, Etat: 379000 Mark, davon 200000 Mark Zuschüsse.

Kuratoren

Die zentralen Planer der ersten documenta waren der Künstler, Gestalter und Akademie-Professor Arnold Bode sowie der Kunstwissenschaftler Werner Haftmann, der 1955 das Standardwerk "Malerei im 20. Jahrhundert" herausgegeben hatte. Zum Arbeitsausschuss gehörten ferner Prof. Alfred Hentzen, Kurt Martin und Prof. Hans Mettel. Das Ausstellungssekretariat leitete Herbert Freiherr v. Buttlar.

siehe: Schon 1947 eine documenta-Idee und Von der Idee besessen

Ausstellungsorte

Museum Fridericianum

Das klassizistische Gebäude war 1779 als erster für die Öffentlichkeit bestimmter Museumsbau auf dem europäischen Kontinent vollendet worden. Das Fridericianum beherbergte Teile der landgräflichen Sammlungen und die Bibliothek. Im Zweiten Weltkrieg brannte das Gebäude aus. Arnold Bode entdeckte die notdürftig gesicherte Ruine als Ort für die zeitgenössische Kunst. Seit 1955 sind das Fridericianum und der davor liegende Friedrichsplatz das Herzstück jeder documenta. Seit 1988 dient der Bau zwischen den documenten als Kunsthalle. Außerdem hat in ihm der Kunstverein seine Räume. Das Fridericianum war 1955 einziger Ausstellungsort.

Teilnehmende Künstler

  • Afro
  • Albers, Josef
  • Armitage, Kenneth
  • Arp, Hans
  • Auberjonois, René Victor
  • Balla, Giacomo
  • Bargheer, Eduard
  • Barlach, Ernst
  • Baumeister, Willi
  • Bazaine, Jean
  • Beaudin, André
  • Beckmann, Max
  • Bill, Max
  • Birolli, Renato
  • Bissière, Roger
  • Blumenthal, Hermann
  • Boccioni, Umberto
  • Bombois, Camille
  • Braque, Georges
  • Butler, Reg
  • Calder, Alexander
  • Camaro, Alexander
  • Campendonck, Heinrich
  • Campigli, Massimo
  • Capogrossi, Giuseppe
  • Carrà, Carlo Dalmazzo
  • Casorati, Felice
  • Cassinari, Bruno
  • Chadwick, Lynn
  • Chagall, Marc
  • Chirico, Giorgio de
  • Corpora, Antonio
  • Crippa, Roberto
  • De Fiori, Ernesto
  • De Pisis, Filippo
  • Delaunay, Robert
  • Derain, André
  • Despiau, Charles
  • Dix, Otto
  • Doesburg, Theo van
  • Duchamp-Villon, Raymond
  • Dufy, Raoul
  • Ernst, Max
  • Faßbender, Joseph
  • Feininger, Lyonel
  • Fuhr, Xaver
  • Gabo, Naum
  • Gilles, Werner
  • Glarner, Fritz
  • Gonzalez, Julio
  • Grieshaber, H.A.P.
  • Gris, Juan
  • Hartung, Hans
  • Hartung, Karl
  • Heckel, Erich
  • Heiliger, Bernhard
  • Heldt, Werner
  • Hepworth, Barbara
  • Herbin, Auguste
  • Hofer, Karl
  • Jawlensky, Alexej
  • Kandinsky, Wassily
  • Kasper, Ludwig
  • Kirchner, Ernst-Ludwig
  • Klee, Paul
  • Kokoschka, Oskar
  • Kupka, Frantisek
  • Lardera, Berto
  • Laurens, Henri
  • Léger, Fernand
  • Lehmann, Kurt
  • Lehmbruck, Wilhelm Die neue Sprache der Plastik
  • Macke, August
  • Magnelli, Alberto
  • Maillol, Aristide
  • Manessier, Alfred
  • Marc, Franz
  • Marcks, Gerhard
  • Marini, Marino
  • Masson, André
  • Mataré, Ewald
  • Matisse, Henri
  • Meistermann, Georg
  • Mettel, Hans
  • Meyer-Amden, Otto
  • Mirko
  • Miró, Joan Das Schweben der Zeichen und Farben
  • Modersohn-Becker, Paula
  • Modigliani, Amedeo
  • Mondrian, Piet
  • Moore, Henry Die Öffnung zum Raum
  • Morandi, Giorgio
  • Moreni, Mattia
  • Morlotti, Ennio
  • Mortensen, Richard
  • Muche, Georg
  • Müller, Otto
  • Münter, Gabriele
  • Music, Zoran
  • Nay, Ernst Wilhelm
  • Nesch, Rolf
  • Nicholson, Ben
  • Nolde, Emil
  • Pechstein, Max
  • Pevsner, Antoine
  • Picasso, Pablo Ein Spiegel und die Liebe zum Ornament
  • Pignon, Edouard
  • Purrmann, Hans
  • Ritschl, Otto
  • Roeder, Emy
  • Roesch, Kurt
  • Rohlfs, Christian
  • Rouault, Georges
  • Rousseau, Henri
  • Santomaso, Giuseppe
  • Scharff, Edwin
  • Schlemmer, Oskar
  • Schmidt-Rottluff, Karl
  • Schneider, Gérard Ernest
  • Schwitters, Kurt
  • Scipione, Gino Bonichi
  • Scott, William
  • Seraphine, Louis de Senlis
  • Severini, Gino
  • Singier, Gustave
  • Sironi, Mario
  • Soulages, Pierre
  • Stadler, Toni
  • Sutherland, Graham
  • Taeuber-Arp, Sophie
  • Tal-Coat, Pierre
  • Trier, Hann
  • Trökes, Heinz
  • Uhlmann, Hans
  • Vasarely, Victor
  • Vedova, Emilio
  • Viani, Alberto
  • Vieira da Silva, Marie Hélène
  • Villon, Jacques
  • Vivin, Louis
  • Vlaminck, Maurice de
  • Vordemberge-Gildewart, Friedrich
  • Werner, Theodor
  • Wiemken, Walter Kurt
  • Wimmer, Hans
  • Winter, Fritz Ein deutscher Abstrakter
  • Wolff, Gustav H.
  • Wols

Beispielhafte Kunstwerke

Pablo Picasso (1881-1973): Mädchen vor dem Spiegel, Ölbild (1932)

Ein klassisches Motiv: Eine Frau steht vor einem Spiegel. Schaut man genau hin, sieht man, dass Spiegel aber nicht das genaue Abbild zeigt. Pablo Picasso, der hier seine junge Lebensgefährtin Marie-Thérèse malte, nahm das barocke Thema der Vergänglichkeit auf. Das Gesicht im Spiegel wirkt maskenhaft alt. Die flächig angelegte Komposition ist beherrscht von Ornamenten und geometrischen Figuren. Und auf zauberhafte Weise sieht man das Gesicht der Frau zugleich von vorne und im Profil. In dem Gemälde hat Picasso Abstraktion und Figürlichkeit wieder zusammengeführt.


Wilhelm Lehmbruck (1881-1919): Kniende, Bronze (1911)

Anmut und Schönheit. Wilhelm Lehmbruck gelang es, 1911 eine Frauengestalt zu schaffen, deren zugleich demütige und stolze Haltung von innen kommt. Mit dieser Skulptur setzte der 30-jährige Bildhauer ein neues Formenverständnis durch. Er öffnete die Figur zum Raum hin und streckte sie im Stil der Expressionisten. Frühzeitig wurde an ihr gerühmt, dass sie aus wechselnden Perspektiven unterschiedlich wirke. Unter den Nationalsozialisten wurden Lehmbrucks Arbeiten als entartet verfemt. 1955 erhielt die „Kniende“ in der Rotunde des Fridericianums einen Ehrenplatz.

Die neue Sprache der Plastik


Giorgio de Chirico (1888-1978): Metaphysisches Interieur mit großem Fabrikbild, Ölbild (1917)

Der Italiener Giorgio de Chirico ist ein Vorläufer der Surrealisten. Seine metaphysische Malerei überhöht die Wirklichkeit und gibt ihr einen magischen Charakter. Man sieht die Welt in Überschärfe. Das 1917 entstandene Bild ist programmatisch. Man blickt in eine Ateliersituation. In der Mitte das traditionelle Bild der Wirklichkeit. Darum herum aber verselbständigen sich die Objekte und Bilder. Sie gewinnen magischen Charakter. Die Schatten werden noch schärfer und geometrische Formen geben den Ton an.

Wassilij Kandinsky (1866-1944): Rot-Gelb-Blau, Ölbild (1925)

Mit großer Konsequenz hat der Russe Wassilij Kandinsky seine Bildsprache von der gegenständlichen Darstellung zur Abstraktion entwickelt. Als er dieses Bild malte, war er seit drei Jahren als Lehrer am Bauhaus in Weimar. Zu dieser Zeit waren seine Kompositionen vom freien Formenspiel geprägt. Deutlich lässt sich an diesem Gemälde ablesen, wie zwei unterschiedliche Kraftfelder (links hell – rechts dunkel) Spannungen aufbauen, aber im Gleichgewicht bleiben. Die Malerei wird zum Abbild des Geistigen.

Henry Moore (1898-1986): König und Königin, Bronze (1952-53)

Die Bronze-Skulptur des britischen Bildhauers Henry Moore bewegt sich auf der Grenzlinie zwischen Abstraktion und figürlicher Ausformung. Die Körper sind stilisiert und überdehnt, während die Hände und Füße realistisch ausgebildet sind. Die Frauenfigur ist würdig gestreckt, während der Mann leicht in sich zusammengesunken ist. Im Kopf des Mannes hat Moore Gesicht, Bart und Krone so miteinander verwoben, dass eine rätselhafte Form entstand. In dieser Figurengruppe deutete sich Moores Leistung an, die Skulpturen zu öffnen und den Raum mit einzubeziehen.

Die Öffnung zum Raum


Fritz Winter (1905-1976): Komposition vor Blau und Gelb, Ölbild (1955)

Es war eine Herausforderung und ein Akt des Selbstbewusstseins: In dem großen Malersaal des Fridericianums hing jeweils ein Bild vor Kopf. Auf der einen war Picassos „Mädchen vor dem Spiegel“ zu sehen, auf der anderen Fritz Winters gerade erst fertig gewordenes, viel größeres Gemälde „Komposition vor Blau und Gelb“. Die großen Farbformen schwebten und schufen Raum, wo er eigentlich nicht zu sehen ist. Mit der Positionierung des Bildes wollte die Ausstellungsleitung signalisieren: Die Deutschen haben wieder Anschluss an die Kunstentwicklung gefunden. Doch auf internationaler Bühne half Winter die Gleichsetzung mit Picasso nicht.

Ein deutscher Abstrakter


Henri Matisse (1869-1954): Das rote Studio, Ölbild (1911)

Ein radikales Bild. Die gesamte Fläche ist von einem intensiven Rot überzogen. Obwohl man in einen Raum, in ein Studio blickt, behält das Bild seinen flächigen Charakter. Verschiedene Gegenstände und die Zimmerkanten sind nur zeichnerisch angedeutet. Nur wenige Dinge (etwa auf dem Tisch vorne und der Kommode hinten) sind als handfeste Gegenstände dargestellt. Auch die Bilder, die auf dem Boden stehen und an den Wänden hängen, gewinnen wirkliche Formen. Sie demonstrieren, wie der Maler in der Auseinandersetzung mit der Kunst um Bildideen und Kompositionsweisen ringt.

Umberto Boccioni (1882-1916): Der Lärm der Straße dringt ins Haus, Ölbild (1911)

Die Kunst war um 1910 in Aufruhr. Picasso und Braque lösten die Darstellung in kubische Formen auf. Die Expressionisten trugen die Farben nicht mehr nach der Natur, sondern nach Stimmungen auf. Und in Italien bemühten sich die Futuristen, die Malerei um das Element der Bewegung zu erweitern. Umberto Boccionis Komposition „Der Lärm der Straße dringt ins Haus“ (die heute dem Sprengel Museum Hannover gehört) gelingt dieser Sprung ins Bewegte. Indem er die Zentralperspektive aufhob und immer neue Ebenen für die Darstellung der Arbeiter und Häuser einzog, schuf er ein Szenarium, das wirkt, als sei es von einem Erdbeben erschüttert.

Paula Modersohn-Becker (1876-1907): Selbstbildnis mit Kamelienzweig, Ölbild (1907)

Große Augen, ein leicht geöffneter Mund. Die Künstlerin, die sich in diesem Selbstbildnis dargestellt hat, ist wachen, gespannten Sinnes. Ihr Blick geht knapp am Betrachter vorbei in die Ferne – eventuell bereit zu einem winzigen Lächeln. Paula Modersohn-Becker hat zu Anfang des 20. Jahrhunderts der Welt einen neuen Blick auf den Menschen geschenkt. Die äußeren Formen wirken schlicht, manchmal auch derb, weil die Sprache der Farben wichtiger ist als die Oberfläche der Figur. Die ganze Kraft aber ist in den Ausdruck gelegt, in das Gesicht und die Augenpartie. Die Figur gewinnt eine unheimliche Präsenz.

Texte für das documenta-mobil (2005)

Pressestimmen

Ewald G. Grimme in den Aachener Nachrichten:

Bode entschied sich bei der Wahl der Räume für den erst halbfertig wiedererstandenen Bau des Museums Fridericianum. Aber gerade dieses Halbfertige gab Möglichkeiten zu kühnen Improvisationen und gewagten Experimenten. Heraklitplatten und Göppinger Plastics im Bunde mit unverputzten, nur weiß geschlämmten Mauern tun das Ihrige, uns vergessen zu lassen, dass wir in einem Barockbau stehen. Auch das Licht, das abends von unten aufstrahlend in dem Betrachter die Vorstellung intensiven Kerzenscheins erregt hatte, erweist sich beim Betreten der Räume als Lichtstrom aus mächtigen Tiefstrahlern, die geschickt hinter den Plastikwänden kaschiert, die Werke abends mehr oder minder glücklich aufleuchten lassen.

T. H. im Weserkurier:

Verwirrend wie ein Labyrinth muten die Raumfolgen an. Dieser Eindruck entsteht durch den starken Wechsel der Größen und Formen, auch der Deckenhöhe, die bisweilen erhabene zehn Meter erreichen. Merkwürdig ist der gänzliche Verzicht auf das natürliche Tageslicht. Halbdurchsichtige Kunststoffvorhänge, grauweißliche, decken die Fenster von innen ab und dämpfen die Atmosphäre zu heller Dämmerung. Manche Regionen sind überhaupt nicht anders als künstlich beleuchtet. Mit grauem, hellblauem oder schwarzem Kunststoff sind auch zum Teil die Wände behängt, die Nischen ausgespannt. Wenn ein Lufthauch diese Bahnen bewegt, knistern sie trocken über den Steinboden wie riesige Käfer und Skorpione. Schwarz angestrichene Lattenrahmungen, Stellwände aus groben, ungedeckten Pressfasern geben die Unterteilung der fahlweißen Mauern.

Hermann Dannecker im Neckarboten:

Mitreißend ist schon die Art, wie die Werke mit den Mitteln moderner Ausstellungstechnik dargeboten werden. Die weiten Räume des im Kriege ausgebrannten klassizistischen Museums Fridericianum wurden nach der Wiederherstellung im Rohbau belassen und wirken deshalb so recht großartig. Das direkte Licht ist überall abgeschirmt. Entweder unmittelbar auf den riesigen nackten Wänden oder auf Stellwänden aus dunklem Kunststoff hängen die Bilder. Wenn ihre Eigenart das erforderte, sind sie auf Metallständern schräg in den Raum hineingestellt, die Farben der Räume sind auf Schwarz und Weiß reduziert. Vor ihnen kommt die Leuchtkraft der modernen Bilder erst recht zur Geltung.

Albert Busche im Kurier:

Kein Blick nach außen. Vor den Fenstern wehen Vorhange aus milchfarbenem, glitschigem Kunststoff. Kein Blick auch nach oben. Das natürliche Licht reicht nicht aus. Wie auf dem Theater sind Fußrampen und Scheinwerfer zuhilfe genommen, und wie das Auge des Schauspielers wird auch das unsere geblendet. Wie aus Dämmerungen zuweilen sehen uns die Kunstwerke an - nicht ungünstig für die Plastik, für Malerei bestimmt weniger geeignet. Die Wände sind in rohem Ziegelbau als ungeglättete Zementfläche oder in Faserplatte gehalten und in hartem Weiß gestrichen. Weiß ist die Farbe hoher Feierlichkeit, es ist auch die Farbe des Todes (die Chinesen wissen es), weil sie alle selbstbewusste Farbigkeit um sich herum tötet. Gelegentlich sind Wände und Pfeiler auch in Schwarz gehalten. Schwarz ist die Farbe des Cutaway und der Umrandung von Traueranzeigen, absolutistisch gesonnen wie das Weiß nur im anderen Extrem. Aber auch auf den Bildern taucht Schwarz auf, in den meist dicken, breiten, nachdrücklichen Konturen. Sind wir in einem Mausoleum oder in einem sprießenden Garten? Das ist die Frage.

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1955: documenta - 1959: II. documenta - 1964: documenta III - 1968: 4. documenta - 1972: documenta 5 (mit Bildergalerie) - 1977: documenta 6 (mit Bildergalerie) - 1982: documenta 7 - 1987: documenta 8 - 1992: Documenta IX - 1997: documenta X - 2002: Documenta11 (mit Bildergalerie) - 2007: documenta 12 (mit Bildergalerien) - 2012: documenta 13 - Arnold Bode-Preis - 2017: documenta 14

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