Führung durch die documenta

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Die Erfolgsgeschichte einer Ausstellung

Keine andere Ausstellung zeitgenössischer Kunst hat in den vergangenen sechs Jahrzehnten solche Maßstäbe gesetzt wie die Kasseler documenta. Als sie 1955 zum ersten Mal ihre Tore öffnete, konnte sie bestenfalls mit der Biennale in Venedig verglichen werden. Heute gibt es rund um den Globus Dutzende konkurrierende Biennalen, trotzdem konnte die documenta bisher ihre Vorrangstellung behaupten. Möglicherweise besteht ihr Erfolgsrezept darin, dass sie immer wieder die aktuelle Kunst in Beziehung setzte zu älteren Werken, deren Vorbildcharakter unbestritten war. Arnold Bode und Werner Haftmann verfuhren so bei den drei ersten Ausstellungen, und Catherine David sowie Roger M. Buergel knüpften 1997 und 2007 daran an.

Die Idee zur documenta wurde in einem Freundeskreis um Prof. Arnold Bode ab 1953 entwickelt, zuerst unter dem Titel "Europäische Kunst des 20. Jahrhunderts". Anlass war die Bundesgartenschau, die Bodes Kollege an der Werkakademie in Kassel, Prof. Hermann Mattern, für 1955 plante. Ziel des Freundeskreises war es, wie es am 19. Januar 1954 in einem Brief an den Kasseler Oberbürgermeister hieß, "die Bundesgartenschau 1955 durch eine Kunstausstellung besonderer Prägung, durch Theatervorführungen, musikalische Veranstaltungen, Gespräche etc." zu erweitern.

Arnold Bodes große Leistung war die Entdeckung des kriegszerstörten Museums Fridericianum als idealem Ausstellungsgebäude. Seine Vision war, Meisterwerke der Moderne zusammen zu tragen - auch um zu demonstrieren, dass die jüngeren Künstler mit ihren Bildern und Plastiken auf dem richtigen Weg seien. Bei der Planung der ersten documenta konnte Bode auf Erfahrungen aus den 20er-Jahren zurückgreifen, in denen er wesentlich an Ausstellungen zeitgenössischer deutscher Kunst mitgewirkt hatte. Von Anfang an hatte Bode im Sinn, auch andere künstlerische Medien einzubeziehen und die Ausstellung möglichst alle vier Jahre zu wiederholen. Allerdings erhob er die Forderung erst nach dem Erfolg der ersten Ausstellung öffentlich.

Die ersten documenten waren in ihrer Werkauswahl und Wirkung auf Westeuropa und ab 1959 auf Westeuropa und Nordamerika begrenzt. Erst in den 90er-Jahren gelang es ihr eine weltweite Ausstrahlung zu erlangen. Bis 1968 war die documenta durch Arnold Bodes Ausstellungsleitung fest in Kassel verankert. Seit 1972 wurden die Ausstellungsleiter von außen berufen. Fünf mal kamen die Kuratoren aus dem Ausland.

Auf den folgenden Seiten finden Sie Kurzprofile der zwölf documenten, Porträts der Kuratoren und Ausstellungsorte sowie Kurzbeschreibungen einiger beispielhafter Werke und Bildergalerien. Außerdem stellte uns das documenta Archiv dankenswerter Weise die Künstlerlisten für die Ausstellungen von 1955 bis 2002 zur Verfügung. Außerdem werden die Vorbereitungen zur documenta 13 durch Beiträge begleitet.

Dirk Schwarze führt durch die documenta-Geschichte

Einleitung in unsere Serie "Führung durch die documenta" (Hinweis: Diese exklusiven Autorenbeiträge sind nicht editierbar.)

1955: documenta - 1959: II. documenta - 1964: documenta III - 1968: 4. documenta - 1972: documenta 5 (mit Bildergalerie) - 1977: documenta 6 (mit Bildergalerie) - 1982: documenta 7 - 1987: documenta 8 - 1992: Documenta IX - 1997: documenta X - 2002: Documenta11 (mit Bildergalerie) - 2007: documenta 12 (mit Bildergalerien) - 2012: documenta 13 - Arnold Bode-Preis

Documenta-Lexikon mit der kompletten Künstlerliste 1955-2007

Unser documenta-Führer Dirk Schwarze

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