Evangelische Stadtkirchengemeinde Hofgeismar

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Altstädter Kirche in Hofgeismar

"Der Graben ist überwunden", hieß es in einem Artikel der Hofgeismarer Allgemeine zu einem symbolischen Brückenschlag. Im wahrsten Sinne des Wortes schritten Mitglieder der ehemals eigenständigen Kirchengemeinden aus der Hofgeismarer Neu- und Altstadt am Sonntag, 24. Januar 2010 gemeinsam über eine behelfsmäßig aufgebaute Brücke auf dem Töpfermarkt im Bereich des Grabens und vollzogen für jeden sichtbar den Zusammenschluss beider Kirchengemeinden zur evangelischen Stadtkirchengemeinde Hofgeismar.

Dekan Wolfgang Heinicke ging in Anwesenheit der Pfarrer Anne Vilmar und Jürgen Graul in seiner Ansprache auf die historische Bedeutung des Grabens ein, der die Hofgeismarer Stadtteile schon immer getrennt, aber auch vereint habe.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Altstädter Kirche

Im Jahre 1223 wurden der Siedlung „Hove Geismari“ durch den Mainzer Erzbischof Siegfried II. Stadtrechte verliehen, nachdem sie sich bereits zum Mittelpunkt eines Kirchsprengels entwickelt hatte. Zum weltlichen Machtbereich des Erzbistums Mainz gehörte damals auch der Bereich zwischen Diemel und oberer Weser.

Geschichtliche Urkunden erwähnen seit dem 13. Jahrhundert einen Archidiakonatssitz an der Altstädter Liebfrauenkirche, die der Gottesmutter Maria geweiht worden war. Angegliedert war ein Chorherrenstift, das bereits im 12. Jahrhundert gegründet wurde. Die Archidiakonate waren Verwaltungsbezirke im Erzbistum Mainz, denen Pröpste vorstanden. Etwa 30 Pfarreien gehörten bis zur Reformation zu diesem Kirchensprengel.

Im 16. Jahrhundert wurde aus der ehemaligen Stiftskirche das Gotteshaus der protestantischen Gemeinde in der Hofgeismarer Altstadt. Unter der Herrschaft des Landgrafen Philipp I. wurde Hofgeismar – inzwischen ein Städtchen der Landgrafschaft Hessen – protestantisch. Hessen gehörte neben Sachsen und Württemberg zu den Vorkämpfern der Reformation.

Neustädter Kirche in Hofgeismar

Neustädter Kirche

Mit dem Bau der Neustädter Kirche in Hofgeismar wurde am 22. Mai 1341 (Datum der Grundsteinlegung) begonnen, wobei zunächst der Westturm der Kirche errichtet wurde. Erst im Jahre 1414 wurde mit dem höher gelegenen Chorraum begonnen.

Ab dem Jahre 1686 wurden in der Neustädter Kirche sowohl Gottesdienste der deutsch-reformierten Gemeinde als auch der französisch-reformierten Christen abgehalten. Landgraf Carl von Hessen siedelte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch in der Stadt Hofgeismar französische Glaubensflüchtlinge (Hugenotten) an, die nach dem Edikt von Fontainebleau und der Aufhebung der Religionsfreiheit in Frankreich im Jahre 1685 ihre Heimat verloren hatten. Ebenso fanden hier Waldenser Flüchtlinge eine neue Heimat, die 1698 auf Befehl Ludwig XIV. vertrieben worden waren. In Hofgeismar wurde am 22. Februar 1686 eine französisch-reformierten Gemeinde gegründet.

Der erste Pfarrer der französischen Gemeinde, David Clément starb am 29. Januar 1725 in Hofgeismar. Er wurde in der Neustädter Kirche beerdigt. An ihn erinnern eine Gedenktafel an der Neustädter Kirche und eine Statue in der Nähe der Kirche.

siehe auch

Skulpturen an der Altstädter Kirche

Weblinks

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