Evangelische Stadtkirche in Bad Arolsen

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Die evangelische Stadtkirche - der schlichte Barockbau mit klassizistischen Elementen entstand nach den Plänen von Julius Ludwig Rothweil in den Jahren 1735 bis 1787.
Blick zum Altar
Blick zur Orgel
Die Skulpturen von Christian Daniel Rauch stellen die christlichen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung dar.

Die evangelische Stadtkirche in Bad Arolsen wurde als schlichter Barockbau in den Jahren 1735 bis 1787 nach den Plänen von Julius Ludwig Rothweil errichtet.

Bauwerk und Geschichte

Den Turm des Sandsteinbaus mit barocker Turmhaube ziert eine Wetterfahne mit Waldecker Stern und der Jahreszahl 1788. Von der Grundsteinlegung im Jahre 1735 bis zur endgültigen Fertigstellung dauerte es also weit mehr als 50 Jahre.

Das Kirchengebäude mit hohen Rundbogenfenstern wurde als barocker Baukörper konzipiert. Es enthält aber auch klassizistische Elemente und Rokoko-Stuckarbeiten von Johann Michael Brühl im Deckengewölbe des Kircheninnern [1].

Aus Blickrichtung des Schlosses findet die Hauptstrasse (heute: Schlossstraße) mit dem nach Osten gerichteten Turm der Stadtkirche ihren Abschluss. Wohl aus diesem Grund ist die Kirche mit ihrem Altar nach Westen und nicht nach Osten ausgerichtet und wurde damit der barocken Symmetrie der Stadt Arolsen angepasst. [2].

Die Grundsteinlegung erfolgte am 16. August 1735, knapp 16 Jahre nach dem Erlass zur Stadtgründung von Arolsen durch Fürst Friedrich Anton Ulrich von Waldeck und Pyrmont, wobei neben einer Gold- und Silbermünze auch eine Bibel, Luthers Katechismus und die Waldecker Kirchenordnung von 1730 eingemauert wurden.

Der schlichte Barockbau wurde nach den Plänen von Julius Ludwig Rothweil von 1735 bis 1787 erbaut. Baumeister in der (auch wegen Geldmangels) langen Bauzeit der Stadtkirche waren nach Julius Ludwig Rothweil zunächst Franz Friedrich Rothweil (in den Jahren von 1742 bis 1768) und danach Johann Matthäus Kitz, auch: Johann Matthias Kitz (von 1768 bis 1788), bevor die Kirche durch den Pfarrer und Hofprediger Franz Christoph Steinmetz eingeweiht werden konnte.

Von Pfarrer Steinmetz (1730-1791) ist überliefert, dass er als junger Pfarrer eine Reise nach Frankfurt und rheinabwärts bis nach Holland unternahm, um bei anderen Lutherischen Gemeinden Kollekten für den Bau der Kirche in Arolsen zu erbitten. Auch durch dieses Engagement Steinmetz' konnte am 19. November 1756 - in der Zeit des Siebenjährigen Kriegs - das Richtfest gefeiert werden, auch wenn es dann noch lange Jahre bis zur Fertigstellung der Kirche dauern sollte [3].

An allen vier Seiten der Kirche finden sich Portale mit zweiflügligen Eichentüren.

Die Innenausstattung der Kirche schuf der Arolser Schreiner Johann Wilhelm Kaulbach, darunter den Altartisch aus Holz (1786), die Kanzel und das Gestühl, in Rokokoart gearbeitet.

Der reich geschmückte Rokoko-Orgelprospekt (aus dem Jahre 1782) stammt noch aus der Zeit von Johann Stephan Heeren und dem Hofbildhauer Marcus Christoph Krau (1779–1782) und beherbergt heute einen Orgelneubau von Dieter Noeske. Für die einzelnen Register sind gleichmäßige Pfeifentürmchen angebracht, unter denen das höchste in der Bekrönung das Arolser Stadtwappen zeigt.

Ebenso sehenswert sind die bereits im Jahre 1776 entstandenen Rokoko–Stuckarbeiten im Deckengewölbe des Kasseler Hofstukkateurs Johann Michael Brühl.

Der in Arolsen geborene Bildhauer Christian Daniel Rauch schenkte seiner Geburtsstadt drei Skulpturen, die in den Jahren 1842 bis 1852 entstanden sind und sich in der Nische gegenüber dem Südeingang der Kirche befinden, drei weiße Marmorfiguren, die die christlichen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung darstellen.

Gemeindebüro

Stadtkirche

Gemeindebüro der Kirchengemeinde:
Kirchplatz 3
34454 Bad Arolsen

Kirchenmusik

Einer der Schwerpunkte im gemeindlichen Leben ist die Kirchenmusik.

Die Kirchengemeinde bietet dazu ein reichhaltiges musikalisches Programm an.

Literatur

  • Heinz Gerlach, Der Kirchenkreis der Twiste, Verlag Lydia Gerlach, Arolsen 1993
  • Michael Neumann, Die Stadtkirche in Arolsen – Ein Sakralbau als Bestandteil barocker Stadtplanung, Museumshefte Waldeck Frankenberg 14, Arolsen 1996

siehe auch

Stadtkirche Arolsen

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Foto: Orgel und Rokoko-Stuck in der Stadtkirche Bad Arolsen
  2. Informationen zur Stadtkirche Bad Arolsen auf www.hr-online.de
  3. Informationen zur Stadtkirche Bad Arolsen auf www.ev-kirche-bad-arolsen.de

Weblinks