Evangelische Stadtkirche Wolfhagen

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Wolfhagen – Stadtkirche und Alte Wache

Die evangelische Stadtkirche ist das Wahrzeichen der Stadt Wolfhagen.

Evangelische Stadtkirche Wolfhagen

Bauwerk und Geschichte

Die Evangelische Stadtkirche ist Mittelpunkt und Wahrzeichen Wolfhagens. Mit dem Bau der Kirche, die im Volksmund gern auch "St. Anna" genannt wird, wurde um das Jahr 1225 begonnen, wobei zunächst ein Chor errichtet wurde, der im frühen 15. Jahrhundert durch einen gotischen Chorraum ersetzt worden ist.

1235 war der Kirchbau fertig und die Kirche wurde mit der Altarweihe ihrer Bestimmung übergeben. Als „Filiale“ der bereits 752 erbauten Petrikirche auf dem Schützeberg übernahm die Stadtkirche schon bald eine Mittelpunktfunktion für die Region. Der im Jahr 2010 entdeckte romanische Chorraum wurde vor 775 Jahren vollendet und mit dem Altar am Pfingstfest 1235 vom Paderborner Bischof Bernhard geweiht. 1303 wurde der Bau der ersten Hallenkirche abgeschlossen.

Blick zum Chor

Zur Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert wurde aus der Kirche ein protestantisches Gotteshaus. Unter der Herrschaft des Landgrafen Philipp I. wurde auch Wolfhagen protestantisch. Hessen gehörte neben Sachsen und Württemberg zu den Vorkämpfern der Reformation im Deutschen Reich.

Heute hat die Kirche die Gestalt einer dreischiffigen, gotischen Hallenkirche. Kirchenbesucher betreten die Kirche durch das gotische Westportal im Turm, dessen unteres Gewölbe um das Jahr 1303 erbaut worden sein soll und der wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts fertiggestellt wurde.

Im Jahre 1725 erhielt die Kirche eine Orgel.

Im Chor der Kirche - oberhalb des Wandtabernakels aus vor-reformatorischer Zeit - befinden sich die drei Chorfenster („Fischzug“, „Abendmahl“ und „Pfingsten“) aus dem Jahr 1961 von Hans-Gottfried von Stockhausen.

Außerhalb der Kirche liegt - an der Nordseite - die Marienkapelle.

Sensation: Romanisches Fundament entdeckt

Artikel in HNA-online vom 20. Juli 2010

Renovierung der Wolfhäger Stadtkirche noch bis Herbst 2011

von Ludger Verst

Inzwischen schützt eine Glasplatte die freigelegten Ausgrabungen

Wolfhagen. Gründliche Arbeit bei der Renovierung der Wolfhager Stadtkirche: Im Chorraum der Kirche wurden jetzt Teile eines romanischen Fundaments aus dem 13. Jahrhundert entdeckt. Beim Abtragen der Fußbodenplatten stießen Mitarbeiter der Baufirma auf Fundamentsteine aus der Zeit um 1230. Eine archäologische Untersuchung hat die kunstgeschichtliche Einordung der Steinfunde in die Epoche der Romanik inzwischen bestätigt. Mit der Untersuchung war ein einwöchiger Baustopp verbunden. Bei dem überraschenden Fund handelt es sich wahrscheinlich um eines der ältesten Bauelemente der Stadt Wolfhagen.

Bei Vorarbeiten zum Einbau einer Fußbodenheizung im Chorraum der Kirche waren Ende Juni Teile eines deutlich älteren Fundaments freigelegt worden. Zum Vorschein kam dabei ein halbkreisförmig angelegtes Sandstein-Fundament, das nunmehr einwandfrei belegt, dass die Stadtkirche ursprünglich über einen romanischen Chorraum mit einer runden Apsis verfügt haben muss. Es handelt sich hier um ein zirka vier Meter langes und 1,80 Meter breites doppelwandiges Bauwerk, auf dem seinerzeit auch die Mauer der Ursprungskirche errichtet worden war.

Boden soll sichtbar bleiben
Ein Großteil des vor diesem Mauerwerk freigelegten romanischen Originalfußbodens ist inzwischen wieder abgedeckt. Zirka zwei Quadratmeter des Fußbodens aus Kalksandstein sollen für Kirchenbesucher dauerhaft sichtbar bleiben und deshalb mit einer Glasplatte abgedeckt werden. Viele Gemeindemitglieder betrachten die archäologische Entdeckung als nachträgliches Jubiläumsgeschenk. Erst Ende Mai hatte die Gemeinde das Fest der Kirchweihe vor 775 Jahren gefeiert. „Es ist für unsere Gemeinde gut zu wissen, auf welchem wertvollen Boden sie steht. Wir sind mit dem sensationellen Fund der Ursprungsgeschichte unserer Kirche ein Stück näher auf den Grund gekommen“, fasst Dekan Dr. Gernot Gerlach die Überzeugung der Hauptamtlichen der Gemeinde zusammen.

Kirchenvorstand und Bauausschuss der Evangelischen Stadtkirche versprechen sich angesichts der kunstgeschichtlichen Aufwertung ihrer Kirche eine verstärkte, vor allem finanzielle Unterstützung der bis Ende 2011 dauernden Renovierungsarbeiten.


Stadtkirche wurde 1235 geweiht

Die Evangelische Stadtkirche Wolfhagen wird seit Mai 2009 in mehreren Bauabschnitten umfassend renoviert. Gut 50 Jahre nach der letzten großen Renovierung soll das Wahrzeichen der Stadt innen wie außen in seinem mittelalterlichen Zustand konserviert werden.

Als „Filiale“ der bereits 752 erbauten Petrikirche auf dem Schützeberg übernahm die Stadtkirche schon bald eine Mittelpunktfunktion für die Region. Der jetzt entdeckte romanische Chorraum wurde vor 775 Jahren vollendet und mit dem Altar am Pfingstfest 1235 vom Paderborner Bischof Bernhard geweiht. 1303 wurde der Bau der ersten Hallenkirche abgeschlossen. (ylv)

Spendenübergabe

von links Walter Tripp, Hermann Neumeyer, Pfarrer Bastek, Richard Mangold, Karlheinz Marschall

Übergabe der Spende von 1000 Euro des Heimat- und Geschichtsvereins zur Präsentation der freigelegten romanischen Apsis im Chorraum der Stadtkirche

Eine Spende von 1000 Euro übergab der Heimat- und Geschichtsverein Wolfhagen an den geschäftsführenden Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Wolfhagen, Herrn Pfarrer Bastek.

Mit diesem Betrag möchte der Verein dazu beitragen, dass die ältesten Spuren der Stadtkirche aus ihrer Gründungszeit (Altarweihe im Jahr 1235 durch Bischof Bernhard von Paderborn), die sich heute noch im Fundament der Apsis des romanischen Chorraumes finden, durch eine Glasplatte sichtbar gemacht werden. Dabei schaut man durch das Fundament des im 15. Jahrhundert auf den Grundmauern des romanischen Chorraumes errichteten heutigen Chores hindurch auf die ältesten baulichen Reste der Stadt Wolfhagen überhaupt.

Der Heimat- und Geschichtsverein Wolfhagen wird dazu beitragen, diese Wurzeln des städtischen und kirchlichen Lebens von Wolfhagen im Bewusstsein zu erhalten.

(Hermann Neumeyer)

Galerie

Kirchengemeinde

Mit etwa 4.900 Gemeindemitgliedern ist die evangelische Kirchengemeinde Wolfhagen die größte Gemeinde im Kirchenkreis Wolfhagen.

siehe auch

Portal der Stadtkirche

Weblinks