Evangelische Stadtkirche Grebenstein

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Blick zur Stadtkirche

Die evangelische Stadtkirche in Grebenstein blickt auf eine Jahrhunderte alte Geschichte zurück.

Ihre Entstehung steht in engem Zusammenhang mit der Gründung der Stadt Grebenstein im heutigen Landkreis Kassel, die erstmals im Jahre 1311 als „noua municio“ Greuenstein urkundlich erwähnt wird.

Geschichte

Bauwerk und Geschichte

Mit dem Bau der Stadtkirche ("St. Katharina und Elisabeth") - als Staffel-Hallenkirche mit Kreuzrippengewölbe und mit einem Turm aus behauenen Quadersteinen - wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts (in den Jahren zwischen 1320 und 1340) begonnen. [1]

Es entstand eine dreischiffige, spätgotische Kirche konstruiert mit westfälischem Einfluss. Auf Achteckpfeilern ruht das Kreuzgewölbe des Kirchenschiffs.

Umstritten ist , ob der Kirchbau mit Chor und Sakristei bereits um das Jahr 1350 beendet wurde. Nach anderer Darstellung wurden zunächst der Altarraum im Westen und der Kirchturm im Osten errichtet und erst 100 Jahre nach Baubeginn dieser beiden Teile wurde das große Kirchenschiff dazwischen in Angriff genommen.

Der Turm der heute evangelischen Kirche in Grebenstein ist als Wehrturm angelegt und erhielt erst nach einem verheerenden Brand im Jahre 1637 eine schiefergedeckte „welsche Haube“. Bis ins frühe 19. Jahrhunderts hat noch ein Turmmann auf der obersten Galerie im Dach zu den Stunden geblasen.

Über insgesamt drei Portale ist die Kirche zu betreten. Außer dem westlichen Turmeingang besitzt die Kirche noch das einst reich geschmückte Südportal (mit Heiligenfiguren, die in der Zeit des Bildersturms zerstört wurden, deren Konsolen und Baldachine aber noch den ursprünglichen Standort kennzeichnen) und das spitzbogige, als Tabernakelportal gestaltetes Nordportal (von der Darstellung der Marienkrönung im gotische Ziergiebel über diesem Portal sind heute nur noch Reste zu erkennen).

Artikel in HNA-online vom 10.11.2009

Forschungsergebnis: Kirchenbau in zwei Etappen

Kirchturm

Grebenstein. Mehrere Wochen lang hat Dr. Bernd Adam die Grebensteiner Stadtkirche bauhistorisch untersucht. Dabei kam er zu einem überraschenden Ergebnis.

Bislang ging man davon aus, dass die Kirche kontinuierlich errichtet wurde. Adam, von Beruf Architekt, kommt jetzt zu einem anderen Schluss: Danach wurde zunächst der Altarraum im Westen und der Kirchturm im Osten errichtet. Erst 100 Jahre nach Baubeginn dieser beiden Teile wurde das große Kirchenschiff dazwischen in Angriff genommen.

Insgesamt waren von Baubeginn bis zur Einweihung der Kirche Mitte des 15. Jahrhunderts 130 Jahre verstrichen.


Im Innern der Kirche

Im Innern der Kirche schließen sich an das Mittelschiff im Osten ein zweijochiger Chor an, im Westen der vorgelagerte Turm mit einer überwölbten Turmhalle.

Die zweijochige Sakristei, die etwa gegen Ende des 14. Jahrhunderts entstand, war ursprünglich wohl eine der Seitenkapellen der Kirche.

Blick zum Altar

Bis heute erhalten geblieben sind im Altarraum zwei Sakramentshäuschen aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Das Kirchengestühl und der Balkenschmuck der Empore sind erst nach dem verheerenden Brand im Jahre 1637 entstanden, das Gestühl ist von 1639 und 1658, der Balkenschmuck der Empore von 1637.

Die Überreste mittelalterlicher Wandmalerei wurden im Jahre 1963 bei der Renovierung der Kirche freigelegt.

Von der einstigen Barockorgel, die in der Werkstatt des Hof- und Stadtorgelbauers Wilhelm Dibelius aus Kassel entstand und im Jahre 1736 an der Westseite des Kirchenschiffs errichtet wurde, ist heute nur noch das Prospekt erhalten.

Reformation

Als einer der letzten katholischen Pfarrer an dieser Kirche gilt Curdt Ansorge, dessen Amtszeit urkundlich vom 8. September 1498 bis zum 21. März 1519 belegt ist. [2]

Unter der Herrschaft von Landgraf Philipp I. von Hessen wurde die Landgrafschaft Hessen nach der Homberger Synode im Jahre 1521 protestantisch und auch die Kirche in Grebenstein ein evangelisches Gotteshaus.

Auffällig ist, dass vom 16. bis Anfang des 19. Jahrhunderts die meisten Pfarrer aus Grebensteiner Famlien stammten. Seit 1535 ermöglichte die Stadt Grebenstein jährlich drei Bürgersöhnen durch Gewährung eines "Stipendiums" das Studium an der Universität Marburg. [3]

Galerie

Literatur

Willy Vesper, Die evangelischen Kirchen der Stadt Grebenstein und ihre Geschichte, veröffentlicht zum Anlaß der 650-Jahrfeier 1974

siehe auch

Weblinks und Quellen

Stadtkirche in Grebenstein

Quellen

  1. Zahlreiche Informationen zur Grebensteiner Stadtkirche sind unter grebenstein.topcities.com zu finden.
  2. Liste der Pfarrer aus vorreformatorischer Zeit auf grebenstein.topcities.com
  3. Die evangelischen Pfarrer in Grebenstein seit der Reformation auf grebenstein.topcities.com

Weblinks