Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck

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Bischof Dr. Martin Hein
Bildquelle:blickkontakt

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck ist eine Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Sie hat ihren Sitz in Kassel. Bischofskirche ist die Martinskirche in Kassel.

Evangelische Akademie

Die Landeskirche unterhält eine Evangelische Akademie in Hofgeismar (Landkreis Kassel).

Gebiet der Landeskirche

Seit der Wiedervereinigung liegt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck im geographischen Zentrum Deutschlands.

Ihr Gebiet umfasst das ehemalige Kurfürstentum Hessen sowie das Fürstentum Waldeck , also den nördlichen und östlichen Teil des heutigen Bundeslandes Hessen sowie die ehemalige kurhessische Exklave Schmalkalden in Thüringen.

Im Süden reicht sie über Fulda und Hanau bis zum Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim.

Geschichte

Verhandlungen zur Gründung der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) fanden im August 1945 in Treysa statt. Die "Kirchenkonferenz von Treysa" führte zum Zusammenschluss der lutherischen, reformierten und (evangelisch) unierten Landeskirchen.

Dies war in vorangegangenen Jahrhunderten alles andere als selbstverständlich. Erst 1719 wurden lutherische Gottesdienste im reformierten Hessen überhaupt wieder erlaubt, und erst ab 1731 durften die Lutheraner in Kassel eine eigene Kirche errichten. Mit zwei anderen lutherischen Gemeinden bildete die Kirchengemeinde der Lutherkirche in Kassel noch bis 1930 einen kleinen Gemeindeverband in einem reformierten Umfeld.

Bereits Moritz von Hessen, von 1592 bis 1627 Landgraf, war dem Calvinismus, der strengeren protestantischen "Ausrichtung" zugetan und mit ihm - da griff bereits der Augsburger Religionsfriede, wonach der Herrscher die Konfession seiner Untertanen bestimmt - die Kasseler Bevölkerung.

Im 18. Jahrhundert schwenkte das Pendel wieder in Richtung lutherisch um. Friedrich, der älteste Sohn und Nachfolger Landgraf Karls, wurde - anstelle seiner Frau Ulrike Eleonore, der Schwester des verstorbenen Königs von Schweden - zum König von Schweden gekrönt. Die Schweden waren lutherisch und auch in Kassel wurden wieder lutherische Gottesdienste abgehalten.

Gliederung und Bischöfe

Die über 900 Kirchengemeinden sind zu 26 Kirchenkreisen zuammengefasst. Das Gebiet der Landeskirche ist in vier geistliche Aufsichtsbezirke gegliedert, die keine Verwaltungsebenen sind: Waldeck und Marburg (im Westen), Kassel (im Norden), Hersfeld (im Osten) und Hanau (im Südosten), an deren Spitze jeweils ein Propst bzw. eine Pröpstin steht.

(Landes-)Bischöfe nach dem Zweiten Weltkrieg waren bzw. sind:

1945–1963: Adolf Wüstemann, Landesbischof
1963–1978: Erich Vellmer, Landesbischof
1978–1991: Hans-Gernot Jung, Landesbischof
1991–1992: Erhard Giesler (Prälat), dieser führte die Amtsgeschäfte
1992–2000: Christian Zippert, Bischof
seit 2000: Martin Hein, Bischof

Kirchen

Etwa 2500 Gebäude, darunter rund 1000 Kirchen mit unterschiedlichsten Baustilen umfasst der Baubestand der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Zahlreiche Kirchengebäude stehen unter Denkmalschutz. Ihr Erhalt wird unter anderem aus Mitteln des Landes Hessen, der Landeskirche und der kircheneigenen Stiftung Kirchenerhaltungsfonds gefördert.

Von traditionell bis modern

Knapp eine Million evangelische Christen leben in den 947 Gemeinden der Landeskirche, die meisten davon in ländlichen Regionen. Dort haben sich bis heute stabile volkskirchliche Strukturen erhalten, d. h. die evangelische Kirche gehört zum Leben der Menschen einfach dazu, von Austritt ist hier viel seltener die Rede als in den großstädtischen Ballungsräumen.

siehe auch

Weblinks