Arenborn – evangelische Kirche

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Die Kirche in Arenborn

Die evangelische Kirche in OberweserArenborn wurde im Jahre 1912 erbaut.

Vom Turm der Kirche her betritt der Besucher das helle Kirchenschiff der Fachwerkkirche.

Geschichte

Schmuckstück wird 100 Jahre

Kirchspiel feiert am Sonntag Fest zum Jubiläum des evangelischen Gotteshauses in Arenborn

Artikel in HNA-online vom 1.6.12

Arenborn. Es ist so, als hätte sie dort schon immer gestanden. Malerisch fügt sich die evangelische Kirche ins Fachwerkensemble des Arenborner Dorfkerns ein. Doch erst 1912 wurde das Gotteshaus fertiggestellt, vorher gab es keine Kirche in Arenborn. Die Gläubigen des Ortes besuchten die Gottesdienste im benachbarten Heisebeck. Das 100-jährige Bestehen des schmucken Jugendstilbaus wird am Sonntag gefeiert – mit einem Kirchenfest.

„Die Kirche hat restaurative Stilformen und ist architektonisch sehr verspielt. Sie wirkt aber als zusammenfassender Mittelpunkt sehr vorzüglich und verstärkt den Eindruck der dörflichen Einheit“, schrieb Heimatmaler Richard Wittig in seiner Abhandlung „Fachwerkhäuser in Oberweser“, die im Jahr 1979 in Heft drei der Oberweser Schriften erschien.

Das Kirchenschiff besteht aus einem Sandsteinsockel mit aufgesetztem Fachwerk. Turm und Apsis sind ganz aus Sandstein erbaut. Durch den Eingang auf der Nordseite betritt man das helle Schiff. Zwölf große Fenster mit je 20 kleinen Scheiben spenden Licht, dazu kommen oberhalb noch 40 Rundbogenfensterchen, je 20 auf jeder Seite.

Prägendste Elemente im Inneren der Arenborner Kirche sind eine farbige Fensterrosette, ein so genanntes Ochsenauge, in der Apsis oberhalb des Altars und eine Kombination aus zwei übereinander stehenden Korbbögen in der Mitte der Turmwand sowie zwei übereinander stehenden Rundbögen an jeder Seite mit vorgebauter hölzerner Orgelempore. Charakteristisch an der Außergestaltung ist die Fachwerk-/Sandsteinfassade sowie der schiefergedeckte Turm mit geschweiftem Unterhelm, so genannter Laterne darüber und glockenförmiger Haube.

Die evangelischen Christen von Oberwesers kleinstem Ortsteil – Arenborn hat derzeit 230 Einwohner – kämpften einst hartnäckig um eine eigene Kirche. Seit 1856 bemühte sich der Ortsvorstand immer wieder darum. Der Traum schien aber 1884 mit Beginn des Neubaus der Heisebecker Kirche zu platzen. Die Arenborner weigerten sich, hierfür Hand- und Spanndienste zu leisten, wozu sie eigentlich verpflichtet gewesen wären, denn sie warteten auf die Zusage zum Bau des eigenen Gotteshauses.

Diese Zusage kam erst 26 Jahre später am 1. Februar 1910. Alle Hausbesitzer hatten sich bereit erklärt, vorweg je 150 Goldmark für den Kirchenbau zu zahlen. Baubeginn nach den Plänen des Kasseler Architekten Johannes Walpert war am 22. September 1911. Die Bauzeit betrug mehr als ein Jahr.

Eingeweiht wurde die Kirche am 10. Dezember 1912. Zu den Kosten von 23 300 Goldmark steuerte die Dorfgemeinschaft 18 500 und die Landeskirche 4800 Goldmark bei. Umgerechnet auf die heutigen Verbraucherpreise würde das eine Gesamtsumme von 120 000 Euro bedeuten, wobei zu berücksichtigen ist, dass im Jahr 1912 das allgemeine Wohlstandsniveau gerade in den ländlichen Gebieten um ein vielfaches niedriger lag als heute.

von Jörg Nolte

siehe auch

An der Kirche in Arenborn

Weblinks