Evangelische Kirche Altenhasungen

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Gemeinde der evangelischen Kirche in Altenhasungen gehört zu den evangelischen Kirchengemeinden im Kirchenkreis Wolfhagen.

Die ursprünglich romanische Kirche stammt aus dem 11. Jahrhundert; erst im Jahre 1740 erhielt das Kirchenschiff aber seine heutige Form, wobei der Innenraum der Kirche im Jahre 1966 grundlegend umgestaltet wurde.

Geschichte

Tympanon an der Kirche in Altenhasungen

Das Tympanon an der Kirche in Altenhasungen stammt vom Schützeberg zwischen Wolfhagen und Altenhasungen und zeigt einen Hirsch und eine Hirschkuh. Der sich dem Kreuz zuwendende Hirsch und die sich vom Kreuz abwendende Hirschkuh stellen ein Taufmotiv dar, mit dem das Türsturzrelief aus dem 11. Jahrhundert heute noch auf die Schützebergkirche als frühchristliche Taufkirche hinweist.

Auf dem Schützeberg stand in früheren Jahren die Erzpriesterkirche St. Peter, eine der ältesten Kirchen in Hessen und eine ehemals weithin bekannte Wallfahrtskirche. Im Zuge der Reformation in Hessen 1526/ 27 wurde die ursprüngliche Pfarrkirche auf dem Schützeberg jedoch aufgegeben und der Sitz der Pfarrei nach Altenhasungen verlegt. Folglich befanden sich nun in Altenhasungen mit den beiden Pfarreien Schützeberg und Altenhasungen zwei Pfarreien, die aber sorgfältig getrennt durch ihre jeweiligen Kastenmeister Buch führten. Zusammen mit der Pfarrei Nothfelden bildeten die Pfarreien Schützeberg und Altenhasungen ein Kirchspiel. Noch bis etwa 1570 wohnte der Pfarrer der Pfarrei Altenhasungen, die die größte Pfarrei im Kirchspiel war, nahezu allein auf dem Schützeberg. Darin zeigte sich noch lange die große religiöse Kraft, die von dem Schützeberg auch noch nach der Reformation ausging. 1572 aber verließ auch dieser letzte Pfarrer Nikolaus Schreiber den Schützeberg. Seitdem ist der Schützeberg unbewohnt, nachdem schon lange vorher die Siedlung Schützeberg aufgegeben worden war.

Aber immer noch wurden Wallfahrten zum heiligen Schützeberg durchgeführt und noch lange danach zogen vorbeikommende Reisende am Fuß des Schützeberges ihre Schuhe aus, um sich dem Berg barfuß zu nähern und hier ihre Andacht zu verrichten. Die große religiöse Bedeutung der alten Petrikirche auf dem Schützeberg zeigt sich auch darin, dass die großen Glocken einiger Kirchen in Kassel und der Kirchen in Burghasungen und Altenhasungen zunächst auf dem „Heiligen Schützeberg“ ihren Dienst versahen. Eine Glocke, die in der Altenhasunger Kirche heute noch ihren Dienst tut, dürfte um 1300 für die Schützeberger Kirche gegossen worden sein. Die Übersetzung ihrer lateinischen Inschrift lautet: „Das Erz lässt das Bekenntnis des Petrus und zugleich des Nicolai erklingen.“

Dann aber verfällt die Kirche und ihre Reste werden gewaltsam abgebrochen, vor allem im Jahr 1576, als der Landgraf den Zierenbergern erlaubte, ihren Kirchturm mit den Steinen vom Schützeberg zu vollenden. Die Wolfhager ließen sich das jedoch nicht gefallen und nahmen den Zierenbergern 60 bis 70 Wagen Steine weg, warfen sie in den Weg und beschwerten sich beim Landgraf, allerdings ohne Erfolg. Dabei sollen dennoch einige Steine nach Wolfhagen gelangt sein und zwar zum Bau der Mauer des neuen Friedhofs vor den Toren der Stadt. So finden wir die Reste der alten Petrikirche heute überwiegend im Turm der Zierenberger Kirche, wo 1588 im oberen Umgang des Turmes auch das Portal der Schützeberger Kirche und eine Kreuzigungsgruppe eingebaut wurden. Auch die Sandsteinplatten von der Schützeberger Kirche deckten noch bis vor 100 Jahren zum Teil das Dach der Zierenberger Kirche.

siehe auch

Weblinks