Espenau

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Espenau
Espenau - Mönchehof.JPG
Evangelische Kirche im Ortsteil Mönchehof
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 266
Fläche: 13,59 qkm
Einwohner: 4.867 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 34314
Vorwahl: 05673
Kfz-Kennzeichen: KS
Adresse der
Stadtverwaltung:
Im Ort 1
34314 Espenau
Website: www.espenau.de
Bürgermeister: Carsten Strzoda

Espenau ist eine Gemeinde mit knapp 5000 Einwohnern im Landkreis Kassel in Nordhessen.

Geografie

Lage

Der Name Espenau verweist auf die Lage der Ortsteile im Espetal.

In der Nähe des Gemeindegebiets entspringen die Flüsschen Espe und Esse, die am Nordrand des Ortsteils Hohenkirchen in einer Teichanlage ihren Ursprung hat.

Espenau liegt wenige Kilometer nördlich von Kassel und nördlich von Vellmar zwischen dem Habichtswald (im Südwesten) und dem Reinhardswald (im Nordosten).

Westlich von Espenau liegt der Staufenberg, ein Berg mit 361 m Höhe über NN und die höchste Erhebung des auch "Der Brand" genannten Waldgebietes zwischen den Gemeinden Espenau, Vellmar, Ahnatal und Calden.

Ortsteile

Geschichte

Espenau entstand zum 1.12.1970 im wesentlichen aus den ehemaligen Gemeinden Hohenkirchen und Mönchehof, die beide auf eine lange Geschichte zurück blicken.

Mönchehof

Bereits 1120 wird im Güterverzeichnis der Benediktinerabtei Helmarshausen der Name Hathabratessum für das heutige Mönchehof erwähnt.

In der einst bewaldeten und sumpfigen Gegend fiel die kleine Siedlung infolge von Raubritterfehden um 1200 "wüst".

Anfang des 13. Jahrhunderts legte das Zisterzienserkloster Hardehausen an gleicher Stelle wieder einen Klosterhof an, der durch Zukäufe und Schenkungen adliger Familien ständig vergrößert werden konnte. 1354 taucht erstmalig der Name Münchhof auf.

Um den Klosterhof war zwischenzeitlich wieder ein kleines Dorf entstanden. Während der Reformation wurde auch das Klostergut in Mönchehof aufgelöst, gelangte so in landgräflichen Besitz und wurde an verschiedene Pächter gegen Geldzins verpachtet.

Nachdem das 90 Hektar große Gut 1620 an den Kammermeister von Cornberg verkauft wurde, wechselten die Besitzer häufig, bis es 1776 vom hessischen Landgrafen Friedrich II. erworben wurde, der es in eine Staatsdomäne umwandelte.

Als Kern des alten Gutshofes ist das heute älteste Haus in Espenau anzusehen, das einst als Herrenhaus des Klosterhofes diente. Seine mächtigen Fundamente und Außenmauern haben die Zeit überstanden. Wahrscheinlich wurde es zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaut.

Das unmittelbar angebaute neue Herrenhaus wurde 1894 vom damaligen Eigentümer Blass errichtet. Seither blieb das alte Klosterhaus ungenutzt und führt bis heute ein Schattendasein. Während das neue, aus roten Ziegelsteinen errichtete Herrenhaus unter Denkmalschutz gestellt wurde, wurde das ältere Gebäude vergessen. Das endgültige Aus für den Gutshof kam 1937 mit dem Abriss der alten Zehntscheune.

An der nordwestlichen Giebelseite der Höhmannschen Scheune sind die alten Basalttuffsteine noch heute zu erkennen.

Von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Ortes war der Bahnanschluß. Im Jahre 1848 fuhr erstmals ein Zug der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn von Kassel nach Grebenstein.

Die heutige evangelische Kirche in Mönchehof entstand in den Jahren 1906/07 im neogotischen Baustil.

Evangelische Kirche in Hohenkirchen

Hohenkirchen

Die evangelische Kirche von Hohenkirchen ist offenbar an der Stelle einer Kapelle aus der Mitte des 12. Jahrhunderts auf dem Kirchberg erbaut worden.

Hohenkirchen galt seit jeher als Bauernort.

Der Ort hat zudem eine lange Geschichte als Bergbaugebiet für Eisen- und Manganerz. Seit dem 15. Jahrhundert wurde bei Hohenkirchen Erz abgebaut.

Auch die Erze für die ehemals Landgräfliche Eisenhütte in Veckerhagen kamen vorzugsweise aus den Hohenkirchener Erzgruben. Erst im Jahre 1903 wurde der Betrieb in Veckerhagen eingestellt.

Schäferberg

Im heutigen Ortsteil von Espenau - etwa 6 km von Kassel entfernt - befand sich während des Zweiten Weltkriegs das Henschel-Lager für Fremd- und Zwangsarbeiter. Nach Kriegsende wurden die Baracken von 1.700 Flüchtlinge bewohnt.

Heute ist der Ortsteil insbesondere durch das Waldhotel Schäferberg und das Gästehaus „Waldeslust“ bekannt. In der Nähe des Waldhotels ist eine Wohnsiedlung entstanden.

Siedlung "Auf der Heide"

Der heutige Ortsteil entstand als Ansiedlung im Jahre 1951 und gehörte zunächst zu Rothwesten, seit 1975 dann zu Espenau.

Wanderweg zur Ortsgeschichte

Ein Streckenabschnitt des Märchenlandwegs verläuft von Immenhausen über Hohenkirchen nach Schäferberg. In Espenau wird der Wanderer von einer Tafel mit dem ersten Teil des Grimm´schen Märchens „Doktor Allwissend“ empfangen, das ihn durch Espenau hindurch begleitet.

Der Wanderweg bietet aber auch zahlreiche weitere Informationen, auch zur Ortsgeschichte.

Am frühen Morgen am Glockenteich: tief taucht der abgestorbene Ast einer Weide in die Nebelbänke ein, werden gleichsam alte Sagen von Feen wach. In dem Naturschutzgebiet haben sich inzwischen seltene Amphibienarten sowie Wasservögel angesiedelt.
(Foto: Lantelmé)

Gleich zu Beginn führt in Espenau etwa ein Abstecher zur „Freizeitanlage im Steinbruch“ und zum „Denkmal der Heimatvertriebenen“, später folgt der Schulwald mit Schaubienenstock und Insektenhotel.

Erinnert wird auch an die langen Bergbautradition und die ehemaligen Grubenfelder bei Hohenkirchen, in denen über 400 Jahre Eisen- und Manganerze abgebaut wurden, teils im Tagebau, teils auch unter Tage. Eine Lore mit heimischen erzhaltigen Gesteinsbrocken erinnert an die Bergbaugeschichte und Hinweistafeln am „Lorenplatz“ erläutern die Standorte der ehemaligen Lagerstätten. Auf der anderen Straßenseite liegt die Teichanlage, in der die Esse ihren Ursprung hat.

Dem heutigen Ortsteil Hohenkirchen gab die hoch gelegene Wehrkirche seinen Namen, einst der Ort einer heidnischen Kultstätte und während der „Schlacht bei Wilhelmsthal“ im Siebenjährigen Krieg ein „Feldherrenhügel“. In der „Alten Schule“ ist heute das Heimatmuseum untergebracht, den Steinweg hinunter stehen alte Fachwerkhäuser und -höfe.

Der Märchenlandweg unterquert später die Bahnlinie am Bahnhof Mönchehof. Vom alten Bahnhof aus ging der letzte hessische Kurfürst Friedrich Wilhelm ins Exil nach Polen und mit ihm auch vier seiner Lieblingspferde, die in Beberbeck gezüchtet worden waren.

Gegenüber der Kirche in Mönchehof lädt der Dorfplatz zum Verweilen ein, heute mit Brunnen und einer bronzenen Mönchsfigur, die an das ehemalige Kloster in Mönchehof erinnert, dessen Überreste noch in der Hermann-Gmeiner-Straße 7 zu sehen sind.

Am Glockenteich vorbei – wo nach einer Sage eine Glocke aus dem ehemaligen Kloster Mönchehof versunken ist – verläuft der Weg zum Waldfriedhof Schäferberg mit einer Gedenkstätte zur Erinnerung an die Toten des Arbeitslagers Schäferberg im Zweiten Weltkrieg und weiter zu einer Kapelle, die aus dem ehemaligen Waschhaus des Zwangsarbeiterlagers entstanden ist.

Heimatmuseum

Im Heimatmuseum von Espenau (Am Kirchberg 4) wird das Leben im 18., 19. und 20. Jahrhundert anschaulich dargestellt, u. a. anhand von Haushaltsgeräten, Werkzeugen alter Handwerksberufe oder Geräten aus der Landwirtschaft.

Hessische Nordbahn

Mönch vor der evangelischen Kirche in Mönchehof

Als Friedrich-Wilhelms-Nordbahn entstand im 19. Jahrhundert eine Eisenbahnstrecke, an die auch der Ortsteil Mönchehof angeschlossen wurde. Ein im Jahre 1848 eröffneter Streckenabschnitt führte von Kassel bis zum Hofgeismarer Stadtteil Hümme. [1]

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen im Jahre 1866 in Folge des Preußisch-Österreichischen Kriegs wurde die Eisenbahnstredcke in Hessische Nordbahn umbenannt.

Kirchen

Kultur

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister von Espenau ist Carsten Strzoda.

Gemeindevertretung

In der Gemeindevertretung verfügt die SPD über 10 Sitze, gefolgt von der CDU mit 5 Sitzen, der Freien Wählergemeinschaft mit 5 Sitzen und der Grünen Liste Espenau mit 3 Sitzen.

Ergebnis der Kommunalwahl vom 27. März 2011 % Sitze
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 41,9 10
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 23,1 5
FWG Wählergemeinschaft Espenau 20,6 5
GLE Grüne Liste Espenau 14,5 3

Parteien

Partnerschaften

Espenau pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu Gangloffsömmern (in Thüringen) und zum SOS-Kinderdorf Imst (in Tirol).

Landrat

Landrat im Landkreis Kassel ist Uwe Schmidt, SPD.

Im Mai 2014 nominierte der Kreisvorstand der CDU im Landkreis Kassel Patrick Weilbach aus Baunatal als Landratskandidaten für die Wahl 2015.

Wahlkreise

Bundestag

Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten am Ort

Ein Streckenabschnitt des Märchenlandwegs führt zu den Sehenswürdigkeiten am Ort (siehe oben - Wanderweg zur Ortsgeschichte).

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

siehe auch

Vom Bahnhof in Espenau-Mönchehof zum Altmarkt in Kassel

Vereine

Verkehrsanbindung

Der Bahnhof im Ortsteil Mönchehof liegt an der ehemaligen Friedrich-Wilhelms-Nordbahn, der Eisenbahnstrecke von Kassel über Warburg ins Ruhrgebiet.

Bei dem Ortsteil Schäferberg verläuft die Bundesstraße B 7.

Wandertipps

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Denkmalpflege Hessen: Bahnstrecke Kassel - Bad Karlshafen

Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel
WappenLkKassel.jpg

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