Eschwege-Altstädter Kirche

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Marktkirche St. Dionys
Portal der Marktkirche
Innenansicht
Innenansicht mit Orgel

Zu den mittelalterlichen Kirchen in Eschwege gehört die "Altstädter Kirche", die Marktkirche aus dem 14. Jahrhundert mit der Fürstengruft, deren Halle und Chor im 15. Jahrhundert erbaut und die dem heiligen Dionysius geweiht wurde.

Bauwerk und Geschichte

Die Altstädter Kirche entstand als spätgotische, dreischiffige Hallenkirche an der Stelle einer Vorgängerkirche aus dem 10. Jahrhundert. Ausgrabungen bei der Kirchenrenovierung in den Jahren 1992 - 1997 brachten Mauerreste zu Tage, die sogar auf vier romanische Vorgängerbauten schließen lassen.

Ältester Teil der Altstädter Kirche "St. Dionys" ist der Westturm aus dem 13. Jahrhundert.

Die Kirche beherbergt eine sehenswerte Schaefferorgel aus dem Jahre 1678 mit vier Bildnissen musizierender Frauen. Sie entstand in der Werkstatt des Thüringer Orgelbauers Jost Friedrich Schaeffer.

Die Altarfenster im Chorraum wurden in den Jahren 1894 bis 1901 in Marburg gefertigt, darunter auch das Reformatorenfenster, das Martin Luther, Landgraf Philipp I. sowie Philipp Melanchthon zeigt.

Hinter dem Altar befindet sich ein Triptychon des Eschweger Künstlers Günther Schaumberg.

Vor der Kirche steht das Standbild von Theophanu, der byzantinischen Prinzessin und Frau von Kaiser Otto II., der dieser in Eschwege den Königshof und die damalige Siedlung hinterließ.

Fürstengruft

In der Kirche befindet sich die letzte Ruhestätte von Landgraf Friedrich, der die Mediat-Landgrafschaft "Hessen-Eschwege“ noch auf Grund einer Verfügung seines hochverschuldeten Vaters Landgraf Moritz kurz vor dessen Abdankung im Jahre 1627 erhalten hatte und der nach seinem Tod im Jahre 1655 in der Fürstengruft der ältesten Eschweger Kirche beigesetzt wurde. Die Inschrift auf seinem Sarg lautet: „Fredericus, der tapfere Held, Landgraf zu Hessen, Fürst zu Hersfeld, Graf zu Catzenelnbogen, Dietz, Ziegenhayn, Nidda und Schaumburg etc. ist zu Cassel Ao. MDCXVII den IX. May geboren, vor Coslin im Königreiche Polen den XXIV. Septbr. Ao. MDCLV todt blieben, und wiederum den XXIV. Septbr. Ao. MDCLVII allhier zur Erden bestättiget worden. Leichpredigt hat Superintendent Hütterodt gehalten über den Text: 2. Buch Samuelis 3. Cap. V. 38 u. 39.“

Literatur

  • Karl Kollmann, Erste Ergebnisse der Untersuchungen in der Eschweger Marktkirche 1991/92
  • Karlfritz Saalfeld, Die Fürstengruft in der Eschweger Marktkirche,

beide Aufsätze veröffentlich in: Eschweger Geschichtsblätter, Heft 4, 1993, S. 34-40

siehe auch

Weblinks