Eschwege

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Eschwege
Eschwege-Landgrafenschloss 0700.jpg
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Werra-Meißner-Kreis
Höhe: 211
Fläche: 63,27 qkm
Einwohner: 19.805 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 37269
Vorwahl: 05651
Kfz-Kennzeichen: ESW
Adresse der
Stadtverwaltung:
Obermarkt 22
37269 Eschwege
Website: www.eschwege.de
Bürgermeister: Alexander Heppe (CDU)

Eschwege an der Werra ist die Kreisstadt des Werra-Meißner-Kreises in Nordhessen.

Der mittelalterliche Stadtkern mit geschlossener Fachwerkbebauung lädt zum Spaziergang ein.

Im Stadtkern liegen u. a. das Stadtmuseum, die Marktkirche "St. Dionys" (Altstädter Kirche), das Raiffeisenhaus oder das "Alte Rathaus" aus dem 17. Jahrhundert (mit Glockenspiel).

Geografie

Lage

Die Stadt liegt östlich vom Hohen Meißner, südlich von der Hessischen Schweiz, etwa 40 km südlich von der Stadt Göttingen und etwa 45 km nordöstlich von der Stadt Kassel.

Stadtteile

Geschichte

Wappen

Als eskinivvach wird der Ort im Jahre 974 erstmals urkundlich erwähnt; er erhält um das Jahr 1188 Marktrechte und im Jahre 1249 auch Stadtrechte.

Der "Eskiniwach", der "„Siedlung bei den Eschen am Wasser“" erklärt vielleicht, dass sich im Sprachgebrauch der Gegend die Bezeichnung „Eschewei“ für die Stadt bis heute erhalten hat.

Kaiser Otto II. hinterließ in Eschwege den Königshof und die damalige Siedlung seiner Frau Theophano. Ihre Tochter Sophia gründete um das Jahr 1000 ein Stift auf dem Eschweger Cyriakusberg, das dem heiligen Cyriakus geweiht wurde.

Vorübergehend gehörte Eschwege ab dem Jahre 1264 - in der Folge des Thüringisch-Hessischen-Erbfolgekriegs - unter Landgraf Heinrich I. zu Hessen, bevor im Jahre 1385 der Thüringer Landgraf Balthasar die Stadt einnahm und hier im Jahre 1386 eine Burg errichtete, die an Stelle des alten Honer Tores entstand.

Neustädter Kirche "St. Katharina"

Erst im Jahre 1433 wurde die Stadt wieder hessisch und die Landgrafen Philipp I., Wilhelm IV. und Moritz bauten die Burg im Laufe der Zeit zu einem Schloss aus, das in der Folgezeit auch wiederholt die Residenz der hessischen Landgrafen war.

Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt zu einer der wichtigsten Städte in der Landgrafschaft. Besonders Tuchhändler, Lohgerber und Weber trugen zum Reichtum der Stadt bei.

Unter dem Dreißigjährigen Krieg hat auch Eschwege sehr gelitten. An Ostern 1637 wurde die eroberte Stadt geplündert und in Brand gesetzt. Der Wiederaufbau der Stadt erfolgte zur Zeit des Landgrafen Friedrich, der die Mediat-Landgrafschaft "Hessen-Eschwege“ noch auf Grund einer Verfügung seines hochverschuldeten Vaters Landgraf Moritz kurz vor dessen Abdankung im Jahre 1627 erhalten hatte und der nach seinem Tod im Jahre 1655 in der Altstädter Kirche in Eschwege beigesetzt wurde.

Im Jahre 1875 erhielt Eschwege eine Eisenbahnverbindung auf der Strecke von Bebra nach Eschwege. Am Bahnhof Niederhone - seit dem Jahre 1938 "Eschwege-West" - trafen die "Kanonenbahn" und die "Bebraer Bahn" zusammen.

Der jüdische Friedhof in Eschwege erinnert an die 750-jährige Geschichte der Juden im Werra-Meißner-Kreis.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs - Eschwege gehörte seinerzeit zur amerikanischen Besatzungszone - richtete die US-Militärverwaltung 1946 ein Lager zur Unterbringung jüdischer Mitbürger ein, in dem vorübergehend bis zu 3300 Menschen lebten, bevor es im April 1949 aufgelöst wurde.

Kirchen und Kirchengemeinden

Portal der Marktkirche St. Dionys
Altes Rathaus mit Glockenspiel

Medien

Rundfunk Meißner

"RundFunk Meissner", kurz RFM, ist eins von insgesamt sieben nichtkommerziellen Lokalradios (NKL) in Hessen und das Radio für Eschwege und die Region.

Zeitungen

Museen

  • Stadtmuseum: Das Eschweger Heimatmuseum war zunächst im Jahre 1913 im Rittersaal des Landgrafenschlosses eröffnet worden. Heute ist das Stadtmuseum Eschwege im Haus "Vor dem Berge 14 a" untergebracht.
  • Eisenbahnmuseum der „Freunde der Eisenbahn“ (Pommertor 3)
  • Zinnfigurenmuseum: "Weltgeschichte im Kleinformat" bietet das Eschweger Zinnfigurenkabinett in der Kemenate (Hospitalstrasse).

Persönlichkeiten

Rathaus


Politik

Bürgermeister und Magistrat

Bürgermeister der Kreisstadt Eschwege ist Alexander Heppe (CDU).

Stadtkämmerer der Kreisstadt Eschwege ist Reiner Brill (SPD).

Der Magistrat besteht aus 2 hauptamtlichen Mitgliedern (Bürgermeister Alexander Heppe und Stadtkämmerer Reiner Brill) und 7 ehrenamtlichen Stadträten (3 Stadträte aus den Reihen der SPD, 2 der CDU und je 1 von FDP und FWG).

Stadtverordnetenversammlung

Ergebnisse der Kommunalwahlen in den Jahren 2011, 2006 und 2001:

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,86 13 32,0 12 32,9 12
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 40,81 15 44,8 17 43,7 16
GRÜNE Bündnis 90/ Die Grünen 9,9 4 5,7 2 5,7 2
FDP Freie Demokratische Partei 4,78 2 8,9 3 9,8 4
FWG Freie Wählergemeinschaft Eschwege 5,12 2 8,6 3 7,9 3
LINKE Die Linke 3,54 1 - - - -

Wahlkreise

Bundestag

Michael ist Bundestagsabgeordneter (SPD) für den Wahlkreis 170

Michael Roth (SPD) ist Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis 170. Seit dem 17. Dezember 2013 ist er zudem Staatsminister im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland im Kabinett Merkel III.

Im Wahlkreis 170 leben rund 232.000 Menschen in den Städte und Gemeinden des Werra-Meißner-Kreis und im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Weitere Informationen HIER und auf der Internetseite des Abgeordneten: Michael Roth (MdB)


Städtepartnerschaften

Eschwege unterhält Partnerschaften zum französischen Saint-Mandé (seit 1989), zum thüringischen Mühlhausen (seit 1989) und zur bayerischen Stadt Regen (seit 1997; Städtefreundschaft seit 1967).

Alle zwei Jahre findet abwechselnd in Eschwege beziehungsweise in St. Mandé ein sportlicher Wettkampf statt. Bei der Kommunalen Olympiade treten in vorher festgelegten Sportarten Mannschaften beider Städte gegeneinander an. Immer fester Bestandteil ist dabei der französische Nationalsport Boule. Insgesamt finden immer Wettkämpfe in fünf verschiedenen Sportarten statt.

Sehenswürdigkeiten

Fachwerkfassade in der Altstadt (Raiffeisenhaus)
Schlossmühle
Eschwege mit Werratalsee
Foto: Günther Pöpperl
  • Gut sichtbar von der Bundesstraße 27 thront die Burg Fürstenstein aus dem 13. Jahrhundert oberhalb von Eschwege-Albungen im Werratal.
  • Einen reizvollen Ausblick hat man vom 319 m hohen „Leuchtberg“ (mit dem 26 m hohen "Bismarckturm" aus dem Jahre 1903), der auch der Hausberg von Eschwege genannt wird. Schöpfer der Leuchtberganlagen war Jakob Anton Spangenberg. Am Westhang des Leuchtbergs liegt das Kulturdenkmal Schäferhalle.
  • Oberhalb der Eschweger Altstadt steht auf dem Cyriakusberg der Schwarze Turm aus dem 12. Jahrhundert. Hier war einst die Kirche des ehemaligen Kanonissenstifts St. Cyriakus errichtet worden.
  • In der Altstadt von Eschwege liegt an der Schmalseite des Marktplatzes mit geschlossener Fachwerkbebauung das historische Rathaus, ein Fachwerkgebäude aus dem 16. Jahrhundert.
  • Auch an der "Stad" (der alten Hauptstrasse der Stadt) liegt mit dem "Raiffeisenhaus" aus dem 17. Jahrhundert ein Fachwerkhaus mit sehenswerten Flachschnitzereien.
  • In der Fußgängerzone liegt der Lohgerberbrunnen.
  • Sehenswert ist auch die Neustädter Kirche" (St. Katharina), eine dreischiffige, spätgotische Hallenkirche aus dem 14. und 15. Jahrhundert, ebenso die "Altstädter Kirche", die Marktkirche aus dem 14. Jahrhundert mit der Fürstengruft, deren Halle und Chor im 15. Jahrhundert erbaut wurde und die dem heiligen Dionysius geweiht ist.
  • Von der Nikolaikirche (St. Godehard) auf dem gleichnamigen Platz ist noch der Nikolaiturm erhalten. Nach der Reformation in Hessen wurden die Steine der Kirche angeblich zum Bau einer Werrabrücke verwendet. Erreicht man nach 151 Stufen den Laubengang des Turms, bietet sich ein großartiger Blick über die Stadt. Vom Nikolaiplatz führt die Nikolaigasse in die Altstadt und die Fussgängerzone.
  • Im Rittersaal des Landgrafenschlosses wurde im Jahre 1913 das Heimatmuseum eröffnet, das heute im Haus "Vor dem Berge 14a" untergebracht ist. Neben dem Schloss (mit der historischen Schlossmühle) liegt der Sophien-Garten. An der Ostseite des Schlosses kann der "Dietemann", das Wahrzeichen der Stadt besichtigt werden, der in früheren Jahren mit seinen Kollegen für den Schutz der Bürger und der Handelsstrassen zuständig war. Zur vollen Stunde dreht der Eschweger "Dietemann" seine Runde um die Turmuhr (am Schlosspavillon mit dem Dietemannsturm) und bläst in sein Horn. Der Name erinnert an die "Mannen" des alten Rittergeschlechts "von Diete".
  • Von der ehemaligen Stadtbefestigung ist noch der "Dünzebacher Torturm" am Ende des Brühls erhalten geblieben, der auch als städtisches Gefängnis diente.
  • "Weltgeschichte im Kleinformat" bietet das Eschweger Zinnfigurenkabinett in der Kemenate (Hospitalstrasse), dem wohl ältesten Gebäude der Stadt, das 1366 dem gegenüber liegenden Augustinerkloster übergeben wurde. An das ehemalige Kloster (1278 gegründet) erinnert auch die Hospitalkapelle.
  • Die Gesteine der "Blauen Kuppe" entstanden vor etwa 12 Millionen Jahren durch einen unterirdischen Vulkanausbruch, wobei das Magma in die Buntsandsteinschicht eindrang. Durch die ehemalige Nutzung als Steinbruch ab dem 17. Jahrhundert entstand die heutige Form der „Blauen Kuppe“.
  • E-Werk in Eschwege, erbaut 1907 als Dieselmaschinenhalle mit Dieselmotor und Generator (von 1909), heute Multifunktionshalle und Kulturzentrum (Mangelgasse 19).

siehe dazu:

siehe auch

Bismarckturm auf dem Leuchtberg

Spezialitäten und Tradition

Ehemaliges Landgrafenschloss (heute Sitz der Kreisverwaltung)
  • Zu den Eschweger Spezialitäten gehören „Weckewerk" und „Diebchen und Duckefett“; Diebchen sind Kartoffelklösse, die mit „Ahler Worschd“ gefüllt sind.
  • Auch der „Dietemann“ (so der Spitzname der Eschweger) feiert gerne. Neben dem Schützenfest am 1. Wochenende im September und einer Reihe weiterer Feste (Open Flair, Wurschtfest) findet alljährlich das „Johannisfest“ statt, das viertägige Heimatfest mit langer Tradition, das die Fanfarensignale der Johannisfestreiter ankündigen, bei dem die Schulkinder beim „Maienzug“ junge Birkenzweige in die Stadt tragen und das zumeist um den ersten Sonntag im Juli stattfindet.
  • Im Herbst eines jeden Jahres findet das traditionsreiche Eschweger Wurschtfest in der Innenstadt statt.

Unternehmen

Vereine

Sportvereine

Eschweger Turn- und Sportverein 1848 e.V.

Tennis-Club Eschwege e.V.

Spielvereinigung 07 Eschwege e.V.

Weitere Vereine

Wandern und Radwandern

Radwege

Werra-Radweg

Der ca. 377 km lange Werra-Radweg verläuft entlang der Werra in Thüringen, Hessen und Niedersachsen.

Er führt von den beiden Werraquellen in Fehrenbach und Siegmundsburg bis nach Hann. Münden.

Fulda-Werra Rundfahrt

Wandern

Premiumwanderwege

Werra und Werratalsee

Am Werratalsee

Durch Eschwege fliesst die Werra, mit der die wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt gerade in früheren Jahren eng verknüpft war.

Seinerzeit war der schiffbare und fischreiche Fluss nicht nur für Handel und Schifffahrt von Bedeutung, am Fluss befanden sich auch die Loh- und Walkmühlen der Gerber und Tuchmacher, die besonders im 16. Jahrhundert an der wirtschaftlichen Blüte der Stadt massgeblichen Anteil hatten.

Der Werratalsee in Eschwege unterhalb des Leuchtbergs verfügt heute über eine Ruder-Regattastrecke, auf der unter anderem auch Hessische Rudermeisterschaften ausgetragen werden. Der See ist aber auch ein Surf- und Segelrevier.

Weblinks

siehe auch:
Kreiskarte




Städte und Gemeinden im Werra-Meißner-Kreis
WappenWerraMeißner.jpg

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