Erzbistum Paderborn

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Zum Erzbistum Paderborn gehören auch Städte und Gemeinden des ehemaligen Fürstentums Waldeck im heutigen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Zu dem schon im Jahre 799 durch Papst Leo III. und den damaligen fränkischen König Karl den Großen in Paderborn errichteten Bistum gehören in Hessen die Städte Bad Arolsen, Bad Wildungen, Diemelstadt, Korbach, Lichtenfels und Waldeck, Teile von Volkmarsen sowie die Gemeinden Diemelsee, Edertal, Twistetal und Willingen.

Geschichte

Im Mittelalter führte die regionale Schwäche des Bistums zunächst zu Konflikten mit den unmittelbaren Nachbarn, in der hiesigen Region etwa mit den Grafen von Schwalenberg, den Grafen von Everstein, dem Erzbistum Mainz, oder den Edelherren von Schoeneberg, wodurch lange Zeit die weltliche Herrschaft beschränkt blieb.

Und doch gehörte zum Bistum umfangreicher Grundbesitz, der sich bis zur Diemel, Fulda und Weser hin zog. Einige Beispiele sollen dies verdeutlichen:

Im 8. und 9. Jahrhundert hatte die Christianisierung die Sachsen in dem Gebiet zu den beiden Ufern der Diemel erreicht. Im Westen hatten sich schon vor der Jahrtausendwende Menschen in einer Stadt im Schutze des Warburger Burgbergs angesiedelt. Diese Burg war zunächst im Besitz des Grafen Dodiko (auch: Dodicho), dessen Besitz laut Urkunde im Jahre 1020 dem Bischof von Paderborn zufiel, als Dodikos einziger Sohn verunglückte.

Der Kaiser übertrug 1021 und 1033 die gräflichen Rechte auf den Bischof von Paderborn, der bis 1597 seinen Anspruch auf das Land westlich der Diemel aufrecht erhielt. Häufig war das Grenzgebiet in den folgenden Jahrhunderten Schauplatz für Kriege zwischen dem Bischof von Paderborn und dem Landgrafen von Hessen. Die ehemalige Wasserburg in Liebenau aber auch große Teile der Stadt Liebenau wurden zum Beispiel Mitte des 15. Jahrhunderts im Krieg zwischen dem Hochstift Paderborn und Landgraf Ludwig II. zerstört und die Stadt im Friedensschluss von 1467 an Hessen abgetreten.

Ein weiteres Beispiel ist der Ort Rothwesten an der Fulda, der im Jahre 1020 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Meinwerk, Bischof zu Paderborn, erhielt seinerzeit die Hofanlage in Hruodewarteshusen mit weiteren Besitzungen des Grafen Dodico als Schenkung zugesprochen. Im gleichen Jahr übereignete Kaiser Heinrich II. einen Großteil des Reinhardswalds an das Erzbistum Paderborn.

Im 12. Jahrhundert standen die Güter in Winterebure und Rotwardissen dann unter der Herrschaft von Heinrich dem Löwen, spätere Landesherren waren die Landgrafen von Thüringen und die Landgrafen von Hessen.

Ruine der Krukenburg oberhalb on Helmarshausen – „Paderborner Haus“

Um 1120 ließ der Paderborner Bischof Heinrich II., Graf von Werl, auf dem Krukenberg bei Helmarshausen eine Kirche nach dem Vorbild der Grabeskirche in Jerusalem errichten, die Johanneskapelle. Man geht davon aus, dass in heidnischer Zeit an selber Stelle schon einmal eine hölzernde Kapelle stand.

Die Kirche bildete einen kreuzförmigen Grundriss mit einem kreisförmigen Mittelbau. Hier befindet sich auch die verschüttete Krypta. Zum Schutz der Kirche wurde 1215 die Krukenburg als Befestigungsanlage mit Ringmauer, Bergfried und Wohngebäuden errichtet, die auch dem Schutz des damaligen Klosters Helmarshausen diente.

Nicht zuletzt aufgrund seiner strategische Lage war Helmarshausen im Laufe der folgenden Jahrhunderte ein Ort häufiger Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Erzbistümern.Kloster und Burg befanden sich wechselweise und anteilig im Besitz der Paderborner, Kölner und Mainzer Erzbischöfe, deren weltlicher Machtbereich sich seinerzeit bis zur Diemel und oberen Weser erstreckte.

Als 1538 das Helmarshäuser Kloster aufgelöst wurde, verlor auch die Krukenburg an Bedeutung und zerfiel im Laufe der Jahre.

siehe auch

Weblinks