Erle

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schwarzerle: Im Naturschutzgebiet „Bruchwald am Gahrenberg“ ist sie zu Hause. Foto: bogumil l

Bei Mensch und Tier beliebter Baum

Die Rot- oder Schwarzerle (Alnus glutinosa), Baum des Jahres 2003, ist über ganz Europa verbreitet. Sie ist der Baum der Bach- und Flussläufe, der Teiche und Seen, der Bruch- und Auewälder.

Roterlen erreichen ein Alter von 120 Jahren und können bis 30 Meter hoch werden. Auffallend, besonders in Reinbeständen, die geraden walzenförmigen Stämme mit der dunkelbraunen, längsrissigen Schuppenborke. An Bachufern zeigt sich die Erle mit ihrem üppigen Stockausschlag, strauchartig oder mehrstämmig, in bizarren Formen.

Die vitale Pflanze blüht ab dem 15. Lebensjahr. Im Herbst werden die Kätzchen angelegt. Sie überwintern purpurnfarbig und nackt. Lediglich die weiblichen Kätzchen sind mit klebrigem gelben Wachs überzogen. Im März beginnen sie sich zu entfalten. Während die verholzten Zäpfchen des Vorjahres ihren Samen entlassen, beginnen die neuen Kätzchen aufzublühen.

Das weiche Holz der Erle ist rötlich gefärbt und mit dunklen Zonen durchzogen. Frisch gefällt ähnelt es roten Mohrrüben. Im Wasser verbaut ist es nahezu unbegrenzt haltbar. Den besten Beweis liefert Venedig. Über die Hälfte der Lagunenstadt ist auf Erlenpfählen errichtet. Hersteller von Einbauküchen schwärmen vom edlen Design der Roterlen-Furniere. Trophäenjäger erfreuen sich am Anblick jeder Erle in ihren Revieren. Denn Hirsche und Rehböcke schubbern ihre frischen Geweihe und Gehörne bevorzugt an Erlenstämmchen. Und so bekommen die Trophäen den samtigschwarzen Glanz.