Erinnerungen an den Baunsberg

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Der Baunsberg 1934

Adam Ritze aus Baunatal-Hertingshausen beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte des Bauna-Tals und mit Geschichten aus alten Zeiten. In einer Serie in der gedruckten HNA erzählt Ritze aus seinen Erinnerungen und ergänzt sie mit Fakten, die er zusammengetragen hat. Wir sammeln die einzelnen Teile an dieser Stelle.

Zum Serienstart geht es um die jüngere Geschichte des Baunsbergs.


Serienteil: Mit dem Opa zum „Rondelchen“

HNA Bericht vom 11.2.2011

So wie alle anderen Hügel oder Berge in dieser Gegend ist auch der Baunsberg vulkanischen Ursprungs. Das lässt darauf schließen, dass es in Urzeiten am Baunsberg sehr ungemütlich zuging. Heute hat man eher das Gefühl eines ruhenden Pols. Oder auch den Eindruck einer brütenden Henne.

Übrigens hat der Baunsberg drei Kuppen. In einigen Abhandlungen ist vom zweikuppigen Berg die Rede. In meiner Betrachtungsweise gibt es die südliche, die mittlere und die nördliche Kuppe. Der Baunsberg erhebt sich am Südrand des Habichtswaldes bis zu einer Höhe von 411 Metern über dem Meeresspiegel. Der „Hausberg“ der Stadt Baunatal besteht im Wesentlichen aus Basalt. Die natürliche Waldvegetation wurde schon vor Jahrtausenden durch unterschiedliche Nutzungen des siedelnden Menschen beeinflusst. Heute ist es ein Mischwald. In der mittleren Kuppe des Baunsberges gibt es einen Steinbruch. Dort wurde noch vor dem Zweiten Weltkrieg Basalt abgebaut. Bis 31. Dezember 1963 gehörte der Baunsberg zu Kassel. Mit dem 1. Januar 1964 wurde er Grund und Boden der neuen Gemeinde Baunatal. Oberhalb vom Steinbruch, auf der mittleren Kuppe, auf 411 Meter Höhe, stand das Rondelchen (tatsächlich mit einem „l“). Warum diese Aussichtsplattform so genannt wurde, obwohl es ein quadratisches Bauwerk war, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Es war eine steinerne Schutzhütte mit Aussichtsplattform. Erbaut vom Kasseler Verschönerungsverein für circa 2000 Mark. Eingeweiht am 17. Juli 1897.

Als Rondelchen war es, von Kindheit an, ein fester Begriff und ein beliebtes Ausflugsziel. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass am Sonntagvormittag der Großvater sagte: „Komm, wir machen einen Spaziergang zum Baunsberg!“ Dann wusste ich, dass wir zum Rondelchen gingen. Rechtzeitig zum Mittagessen waren wir wieder zu Hause. Ein Bild aus dem Jahr 1948 zeigt, dass zu jener Zeit das Rondelchen noch ein Geländer hatte, auch die Eisentreppe muss noch vorhanden gewesen sein. Die Treppe befand sich auf der rechten Seite. Ohne die Treppe wären die Frauen und das Kind auf dem Foto nicht hinaufgekommen.

Schrottdiebe wurden demnach erst nach der Währungsreform aktiv. Leider setzte auch Vandalismus ein, besagte Diebe taten ein Übriges. Treppe und Geländer waren nämlich aus Metall. Die Verwitterung machte das geliebte Rondelchen letztendlich zur Ruine. Wegen Einsturzgefahr musste in den 80er-Jahren der Rest beseitigt werden. Inzwischen wurde die mittlere Kuppe zum Naturschutzgebiet erklärt. Somit ist ein Wiederaufbau an der alten Stelle nicht mehr möglich.

Auf der südlichen Kuppe sollte mal ein neuer Holzturm als Ersatz für das Rondelchen gebaut werden. Aber die Dringlichkeit ließ bis zur Vollendung merklich nach. Schließlich wurden aus dem Holz Blumenkübel für Baunatals Straßen. Heute steht auf der südlichen Kuppe nur ein weithin sichtbarer Funkmast für den Eon-Betriebsfunk.

Dieser Artikel ist erschienen am 11.2.2011 unter dem Titel "Mit dem Opa zum „Rondelchen“ - Geschichten und Fakten rund um den Baunsberg: Wo einst ein beliebtes Ausflugsziel lag, steht heute ein Mast".

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