Erich Friedrich Ludwig Koch-Weser

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Dr. Erich Friedrich Ludwig Koch-Weser (ursprünglich: Erich Koch) war ein deutscher Politiker. Er wurde am 26. Februar 1875 in Bremerhaven geboren und verstarb am 19. Oktober 1944 auf der Fazenda Janeta in Rolândia (Bundesstaat Paraná in Brasilien).

Der Jurist und Politiker der DDP war nach dem Soldatendienst von 1898 bis 1902 Referendar und Assessor in Oldenburg.

In den Jahren 1913 - 1919 war er Oberbürgermeister der Stadt Kassel. Als er dieses Amt im Oktober 1919 vorzeitig aufgab, war im Kasseler Tageblatt zu lesen: "Ein Mann von seltenen Fähigkeiten und unermüdlicher Arbeitskraft wird jetzt unserer Vaterstadt genommen...".

1919 wurde er – noch unter dem Namen „Erich Koch (Cassel)“ – für die DDP Mitglied der Weimarer Nationalversammlung und gehörte dem Ausschuß zur Vorberatung des Entwurfs einer Verfassung des Deutschen Reichs an. 1920 wurde er dann im Wahlkreis Weser-Ems zum Mitglied des Reichstages gewählt.

Erst 1927 legte sich Erich Koch als Reichstagsabgeordneter den herkunftsbezeichnenden Namensteil Weser zu, um sich von anderen Reichstagsabgeordneten gleichen Namens zu unterscheiden.

Der liberale Politiker der Weimarer Republik war langjähriger Reichsminister des Innern und setzte sich später als Reichsjustizminister unter anderem für die rechtliche Gleichstellung der Frau, für eine Reform des Ehescheidungsrechts und für die Abschaffung der Todesstrafe ein. Er gehörte dem überparteilichen Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold an.

Sein Buch "... und dennoch aufwärts! - Eine deutsche Nachkriegsbilanz" wurde kurz nach seinem Erscheinen im Januar 1933 verboten. Auch die jüdische Abstammung seiner Mutter war neben seinem politischen Wirken ein Grund, ihm die Zulassung als Rechtsanwalt und Notar zu entziehen. Als solcher hatte er nach dem Ausscheiden aus der Politik ab 1930 – zum Schluss in gemeinsamer Kanzlei mit seinem Sohn Reimer – gearbeitet.

Im Herbst des Jahres 1933 wanderte Koch-Weser mit seiner Familie nach Brasilien aus und bewirtschaftete hier eine Kaffeefarm, die er bis zu seinem Tod am 19. Oktober 1944 bewirtschaftete.

Sein Enkel Caio Koch-Weser war Vizepräsident und geschäftsführender Direktor der Weltbank sowie Finanzstaatssekretär der deutschen Bundesregierung zur Zeit des Finanzministers Hans Eichel.

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