Erich Engels

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Erich Engels war im Nationalsozialismus Vize-Gestapo-Chef der Kasseler Gestapo und in seiner Funktion für das Massaker in Kassel mit 119 Toten verantwortlich. Engels Vorgesetzter war Franz Marmon. Engels wurde 1951 in Polen hingerichtet.


Leben

Erich Engels wurde am 11. September 1908 in Tecklenburg in Nordrhein-Westfalen geboren. In Arolsen besuchte Engels die Volksschule. Später wechselte er auf das Realregormgymnasium, verließ dieses jedoch noch bevor er das Abitur erreichte. Nach seiner abgebrochenen Schullaufbahn war Engels im Hotelfach tätig. 1930 trat er der Sturmabteilung (SA) bei. Anfang Februar 1931 wurde er Mitglied in der NSDAP und erhielt die Mitgliedsnummer 201.138. 1934 ging er zur Reichswehr. Ein Jahr später wurde Engels bei der Staatspolizeileitstelle in Kassel angestellt. 1937 wurde er zum Kriminalkomissar befördert, ehe er zur Gestapo-Stelle nach Bielefeld versetzt wurde. Im Juli 1938 trat er der Schutzstaffel (SS) bei. Binnen vier Jahren schaffte er den Aufsteig zum SS-HAuptsturmführer. Ab Sommer 1939 war er in Ungarisch-Hradisch tätig. Nach Beginn des Zweiter Weltkrieg wurde Engels zum Generalgouvernement bei Helmut Tanzmann, Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD (KdS) Warschau, eingesetzt. Als Leiter des Judenreferats bei der Gestapo in Lemberg nahm er ab September 1941 an der Deportation der Juden aus dem Distrikt Galizien in das Vernichtungslager Belzec teil. Als erste Amtshandlung war Engels verantwortlich für die Ermordung von elf Juden, die er an einem Balkon erhängen ließ. Die Kosten für die verwendeten Stricke stellte er dem Judenrat in Rechnung. Zusammen mit Franz Marmon kam Engels im Sommer 1944 als stellvertretender Leiter der Gestapo Kassel nach Nordhessen. In Breitenau leitete Engels das dortige Arbeitserziehungslager Guxhagen, das eine Außenstelle der Kasseler Gestapo war. 28 ehemalige Gefangene des Lagers ließ Engels durch ein Erschießungskommando exekutieren. Im Gegensatz zu Marmon vereitelte die US-Armee Engels Flucht nach dem Massaker in Kassel, bei dem 119 Juden exekutiert wurden. Er wurde in Darmstadt und im Internierungslager Dachau inhaftiert. Die Amerikaner übergaben ihn mit anderen Schützen der Ostermassaker 1947 an Polen. Am 13. März 1950 wurde Engels wegen der Breitenau-Erschießung und den Massenmorden an Juden im Raum Lemberg zum Tode verurteilt. Mit ihm saß der polnische Widerstandskämpfer Wladyslaw Bartoszewski, der später polnischer Außenminister wurde und 2008 den Kasseler Bürgerpreis Glas der Vernunft erhielt, und der Abt von Tschenstochau in einer Zelle. Bartoszewski bezeichnete Engels später als "hoffnungslosen Fall", der auch in Haft von der Nazi-Ideologie überzeugt gewesen sei. In Warschau wurde Engels am 19. Mai 1951 hingerichtet.

Quellen und Weblinks

Wikipedia-Artikel zu Erich Engels

HNA-Artikel vom 4. Februar 2012: Maroms Vize in Polen hingerichtet.