Engelsburgschule

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Das Engelsburggymnasium wird von den Schwestern der heiligen Maria Magdalena betrieben und wurde unter Leitung des Kassler Baumeisters Kegel 1892 vollendet. Es war bis 1935 ein reines katholisches Mädchengymnasium, aber die jüdisch-gläubigen Kassler fragten an, ob ihre Kinder die Engelsburg besuchen können,da denen der Schulbesuch an staatlichen Schulen untersagt wurde. Die Ordensfrauen billigten den Schulbesuch der jüdisch-gläubigen Schülerinnen.

Im Jahre 1939 wurde die Schule geschlossen, weil sie sich nicht am NS-Bildungssystem beteiligen wollte. Am 22. Oktober 1943 wurde das alte Schulgebäude am Ständeplatz oberhalb der heutigen Fußgängerzone zerstört. Ab 1955 ist die Engelsburg wieder ein anerkanntes staatliches Gymnasium.

Geschichte

In der Wilhelmsstraße, mit Blick auf Ständeplatz 16 (Mädchenpensionat Engelsburg), zwischen 1897 und 1900; rechts die Seitenfront von Ständeplatz 14.
Am oberen Ende der Wilhelmsstraße fiel der Blick bis zur Zerstörung 1943 auf das Wohnhaus Ständeplatz 16, das der Handschuhfabrikant Julius David Grebe 1870/71 errichtet hatte: ein neugotisches Bauwerk aus verschiedenfarbigen Ziegeln. Im Stadterweiterungsplan von 1833 war zwar eine Fortsetzung der Wilhelmsstraße bis zur heutigen Bürgermeister-Brunner-Straße vorgesehen, doch wurde davon nur die Sackgasse neben dem heutigen Stadtmuseum verwirklicht.

Zu Ostern 1893 erwarben die Heiligenstädter Schulschwestern das Gebäude, nachdem sie ein Jahr zuvor in der nahen Weißenburgstraße 9 eine katholische Mädchenschule mit angegliedertem Internat (Pensionat) gegründet hatten. 1896/97 folgten eine Erweiterung und die Einrichtung eines Haushaltungspensionats. 1908 wurde die katholische Mädchenschule staatlich anerkannt, und 1913 eröffnete man einen Schulneubau am Akazienweg.

War die Engelsburg im Nationalsozialismus den Machthabern als katholische Privatschule ohnehin suspekt, machte sie sich erst recht durch die Aufnahme jüdischer Schülerinnen unbeliebt, die von staatlichen Schulen verwiesen worden waren; nach zunehmenden Repressalien wurden 1939 Schule und Haushaltungsschule behördlich geschlossen.

Beim Großangriff 1943 kamen 17 Menschen (darunter neun Schwestern) ums Leben, als das Hauptgebäude an der Wilhelmsstraße zerstört wurde. 1947 wurde die Schule mit den Klassen 5 bis 10 wieder eröffnet (nun für beide Konfessionen) und einige Jahre später um die Oberstufe erweitert (erstes Abitur 1955). Das ebenfalls 1947 wieder eingerichtete Internat schloss man 1956 allerdings wegen Raummangels. Seit 1979 nimmt das Engelsburg-Gymnasium auch Jungen auf.

Rechts angeschnitten erkennt man die Seitenfront des Hauses Ständeplatz 14, das 1950 nach Kriegsschäden für den Neubau der Landeszentralbank abgebrochen wurde. Hier liegt der Ursprung des heutigen Schulnamens „Engelsburg“ begründet: Bauherr war 1837-39 der Hofbaumeister Daniel Engelhard, Vorbild des Architekten in Goethes Wahlverwandtschaften.

Engelhard hatte sein Wohnhaus äußerst eigenwillig entworfen; man „erblickte [...] darin riesenhafte Steintreppen, Gallerien, Hallen, Wintergärten mit Springbrunnen und künstlichen Regentropfrinnen“.[1]

Das flachgeneigte Dach war mit einem eigens entwickelten Kitt abgedichtet, der in der Witterung bald spröde wurde, so dass einmal bei einem Ball Schirme aufgespannt werden mussten. – Dieses Gebäude hatten die Kasseler bald mit dem Spottnamen „Engelsburg“ bedacht. Irgendwann, nachdem es um 1872 von der Gesellschaft „Lesemuseum“ erworben worden war, ging die Bezeichnung auf das neugotische Ziegelbauwerk über, das nun am oberen Ende der Wilhelmsstraße thronte. Er wurde als offizieller Name für das Mädchenpensionat übernommen, und 1897 ließen die Schulschwestern am neuen Eingang ihres Hauses einen Engel anbringen, der ein Kind an der Hand führte (im Bild links, vor der Kapelle).

Die Engelsburgschule war zunächst eine rein katholische Mädchenschule in Trägerschaft der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel, welche die Klassen 1-10 umfasste.

1935 wurden auch jüdisch-gläubige aufgenommen, da ihnen auf staatlichen Schulen der Besuch untersagt wurde. Im Jahre 1939 wurde die Schule vom NS-Regime geschlossen,weil sie sich nicht am NS-Bildungssystem beteidigen wollte. Nach der Zerstörung und Wiederöffung wurden dann auch evangelische Mädchen aufgenommen. Später wurde die Engelsburg als staatliches anerkanntes Gymnasium anerkannt und die Oberstufe eingeführt. Seit dem Jahr 1979 ist es auch Jungen erlaubt wurden dieses private Gymnasium zu besuchen (Koedukation. Neben der Vermittlung von christlichen Werten steht genauso eine grundsolide Bildung der Schüler im Vordergrund. Außerdem arbeitet die Schule daran als UNESCO-Projektschulen bei der UNESCO geführt zu werden. Die Engelsburgschule hat bereits den Status einer "interessierten Schule" erlangt.

Eine solche Schule hat das Ziel an einer Kultur des Friedens mitzuarbeiten,d.h. die Schülerinnen und Schüler sollen Menschenrechte für alle verwirklichen, Umwelt schützen und bewahren, Anderssein der Anderen akzeptieren und Armut und Elend bekämpfen. Seit Jahren arbeitet die Engelsburg bereits in diese Richtung mit Projektwochen, Schüleraustauschprogramme, die Bolivien- und Brasilien-Weihnachtsbazare und Sozialpraktika.

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Zitat aus: Hessische Erinnerungen, Kassel 1882, S. 45