Elmarshäuser Papiermühle

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Im Wolfhager Land begann 1619 die Papierherstellung, als die Familie von der Malsburg den Papier­macher Matthias Scheurman aus Lemgo berief, der nahe dem Schloss Elmarshausen eine Papiermühle an der Erpe gründete. Später führten die Nachfahren die Mühle weiter, bauten weitere Betriebe auf und übten das Handwerk bis in die 1830er Jahre aus, bevor die Papiermühle unrentabel und zu einem landwirtschaftlichen Betrieb umgewandelt wurde.

Geschichte

Nördlich des Schlosses Elmarshausen, auf dem rechten Ufer der Erpe am Ausgang des Lindengrunds gelegen, befand sich an der Stelle der Wüstung Witmarsen die Elmarshäuser Papiermühle.

Eine Malmühle wird hier schon seit 1236 bezeugt Die Elmarshäuser Papiermühle ist die älteste ihrer Art im Erpetal. Michael Scheurmann, der von 1642 bis 1658 und von 1663 bis 1672 Papiermacher zu Elmarshausen war, ist der Stammvater der Papiermacherfamilie Scheuermann im nordhessischen Raum und stammt wie seine Frau aus Lemgo. Es ist nicht bekannt, wann er auf die Elmarshäuser Papiermühle kam. Die früheste Erwähnung stammt aus den Jahren 1642/43 und beinhaltet Taufeintragungen für zwei seiner Kinder in dem für Elmarshausen zuständigen Kirchenbuch von Oberelsungen.

Kurz nach 1851 konnte sich die Elmarshäuser Papiermühle wirtschaftlich gegenüber den aufkommenden Papierfabriken nicht mehr behaupten. Der letzte Elmarshäuser Papiermüller lebte anschließend noch auf der Langeler Mühle zwischen Wolfhagen und Elmarshausen als einfacher Müller.

Das Elmarshäuser Papier mit dem Wasserzeichen Wolfhagen überdauerte jedoch wegen seiner vorzüglichen Qualität noch lange in den Kanzlei- und Schreibstuben des gesamten nordhessischen Raumes.

Der Papiermacherfamilie Scheurmann gehörten noch mehr Papiermühlen im Wolfhager Land, so auch die Schützeberger Mühle des Schützeberger Hofes, an den heute noch das Anwesen der Familie Kleinschmidt am Eisenbahnviadukt erinnert. Diese Mühle war zwar zunächst eine Getreidemühle, sie wurde jedoch, damit sie die Familie Scheurmann übernehmen konnte, 1680 und 1700 mit zwei neuen Gängen in eine Papiermühle umgewandelt.

Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch musste auch sie ihren Betrieb einstellen. Die technische Entwicklung hatte mittlerweile mit der industriellen Revolution längst ein neues Zeitalter eingeläutet.

Hermann Neumeyer

siehe auch

Weblinks