Eiszeitliche Jagdstation Buhlen

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Das Edertal in der Steinzeit

Artikel aus der HNA von Heike Saure

Korbach. Die älteste Lampe der Welt nennt Prof. Dr. Lutz Fiedler das wichtigste Fundstück, das er der Neandertaler-Lagerstätte in Edertal-Buhlen zuordnet. Von der Fettlampe, in der Tierfette verbrannt wurden, und die Lampen ähnelt, die 50 000 Jahre jünger datiert werden, berichtete er während der Vorstellung seines Buches über die Grabungen.

Von der Fachwelt lange erwartet, wurden die Ergebnisse zum archäologisch bedeutenden Fund in Edertal-Buhlen jetzt in Buchform vorgestellt. Fiedler hat seine Ergebnisse von Grabungen aus den 1980er-Jahren in einem 258 Seiten starken Buch „Die mittelpaläolithischen Befunde und Funde des unteren Besiedlungsplatzes von Buhlen, Band II“ zusammengefasst. Herausgeber sind gleichermaßen der Waldeckische Geschichtsverein wie das Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Archäologie und Paläontologie.

Die ältesten Werkzeuge, die der ehemalige Leiter der Außenstelle Marburg des Landes für Denkmalpflege in acht Metern Tiefe im Kies bei Buhlen fand, seien sogar mit Sicherheit älter als 150 000 Jahre, berichtete er bei der Buchvorstellung. Vor dem inneren Auge der Zuhörer wurde die Steppe, die sich einst im Edertal ausbreitete, wieder lebendig, als der renommierte Altsteinzeitler von Mammuts, Nashörnern, Wildpferden, Antilopen, Bären und Hirschen erzählte. Und eben auch von den Neandertalern, die diese Tiere jagten und deren Knochen klein schlugen, um mit deren Fett eine Lampe zu betreiben. Not litten die Neandertaler in dieser Lagerstätte nicht, sagte der Forscher, aber Holz als Brennmaterial sei in der Steppe Mangelware gewesen. So habe man sich mit Tierfetten, die in einer Steinlampe verbrannt wurden, beholfen.

Dr. Vera Rupp, stellvertretende Landesarchäologin, machte deutlich, dass das Buhlen-Buch neben seinem Fachbuch-Charakter auch eine Visitenkarte für das Land Hessen ist. Die Fundstätte in Buhlen zähle zu den bedeutensten Hessens, wenn nicht Deutschlands. Dr. Guntram Schwitalla, Bezirksarchäologe und Schriftleiter des Landesamtes für Denkmalpflege, bezeichnete das Buch nicht nur als eine Vorstellung von Werkzeugen, sondern eine „Sammlung von Erkenntnissen über menschliche Verwandte, die aus Steinen gewonnen“ sei. …

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