Eisenindustrie im Orpetal

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Grundlagen für die Verhüttung von Eisenerz im Waldecker Raum waren ab dem 16. Jahrhundert das vorhandene Kohlholz und die ausbaufähige Wasserkraft der Flüsse Diemel und Orpe. Über dreihundert Jahre hinweg wurde das Orpetal zum "Industriegebiet",

Geschichte

Um 1530 begann man im Waldecker Land das Adorfer Eisenerz abzubauen und zu verhütten. Der Name des Ortes Kohlgrund etwa leitet sich von einer ursprünglichen Köhlersiedlung ab. Große Mengen Holzkohle wurden einst an der Orpe zur Eisenerzgewinnung benötigt, bevor die Eisengewinnung mit Holzkohle im 19. Jahrhundert unwirtschaftlich wurde.

Eine grössere Hütte wurde damals auch bei dem nahegelegenen Gut Eilhausen betrieben.

Erwerbsquellen für die Bevölkerung waren Hammerwerke (wie etwa der Pickhardshammer in Orpethal), die Mühlen an Orpe und Diemel oder die Kohlenmeiler in den Buchenwäldern.

Dem Erz auf der Spur

von Simon Neutze

Artikel in der HNA vom 24.10.09

Neudorf. Über 300 Jahre lang war das Orpetal bei Diemelstadt ein Zentrum der Eisenindustrie: Über den so genannten Eisensteinweg wurden vom 16. bis Mitte des 19. Jahrhunderts jährlich hunderte Tonnen Erz mit Pferdewagen aus den Gruben des Adorfer Martenbergs zur Verhüttung ins Orpetal transportiert.

Die Route ging dabei auch an Neudorf vorbei - genau dort, wo heute im Windpark Rotes Land mit moderner Technik Energie erzeugt wird. Eine neue Geostation mit Infotafel am Windpark soll deswegen über die Geschichte der Eisenindustrie an der Orpe aufklären. „So wird die moderne Technik mit den historischen Vorbildern verknüpft“, sagt Walter Bracht, Vorsitzender der Diemelstädter Gruppe des Waldeckischen Geschichtsvereins. Auch die Eisenarbeiter machten sich mit ihren Wassermühlen an der Orpe regenerative Energien für den Antrieb der Blasebalge und der Schmiedehämmer zu Nutze, erklärt Heinrich Bodenhausen, der die Recherchen zur Geschichte des Eisensteinwegs maßgeblich vorantrieb. Mit dem Brennstoff für die Hochöfen aus den umliegenden Wäldern hätten im Orpetal ideale Bedingungen für die Eisenverhüttung geherrscht.

Über 500 Tonnen Eisenerz jährlich wurden in Spitzenzeiten verarbeitet. Pro Jahr machten sich über 1100 Fuhren auf den Weg von Adorf zu den Hütten bei Eilhausen und am Pickhardshammer, sagt Bodenhausen. „Die Route führte dabei auch über westfälisches Land.“ Deswegen will der Geschichtsverein in Zusammenarbeit mit dem Geopark GrenzWelten, der auch Marsberg umschließt, auf die „historischen grenzüberschreitenden Zusammenhänge hinweisen“, erklärt Walter Bracht.

Gestiftet wurde die Infotafel vom Windpark Rotes Land. Zusätzlich bereitet Heinrich Bodenhausen auch ein Buch über die Geschichte der Eisenindustrie im Orpetal vor, für das die Windpark-Gesellschaft und der Geschichtsverein derzeit noch einen Verleger suchen. Über 90 Seiten mit Karten und historischen Hintergründen zur Eisenindustrie hat er schon zusammengestellt. „Die 100 kriegen wir bestimmt noch voll.“

Förderkreis Pickhardshammer

In Orpethal hat sich der im Jahre 1997 gegründete „Förderkreis Pickhardshammer e.V.“ die Wiederherstellung des Baudenkmals Pickhardshammer nach denkmalpflegerischen Grundsätzen am ursprünglichen Standort zur Aufgabe gemacht. Weiterhin sollen das Baudenkmal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und die kulturhistorischen Hintergründe erschlossen werden.

siehe auch

Weblinks