Eisenerzbergbau bei Adorf

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Besucherbergwerk Grube Christiane

Spätestens im Jahre 1273 wurde mit dem Eisenerz-Bergbau bei Adorf begonnen.

Das Besucherbergwerk Grube Christiane vermittelt einen Einblick in die rund 800-jährige Tradition des Adorfer Erzbergbaus.

Geschichte

Eisenerzgewinnung

Vor allem war im 18. und 19. Jahrhundert war der Eisenerzbergbau von großer Bedeutung.

Das am Martenberg bei Adorf gewonnene Erz wurde über den Eisensteinweg bis zur Bericher Hütte bei Nieder-Werbe im Edertal gebracht und dort – bis zur Einstellung des Betriebs im Jahre 1875 - weiterverarbeitet. Bis zu 10 Wagenfuhren pro Tag wurden über den Waldecker Berg bei Korbach zu den Bericher Hammer- und Hüttenwerken transportiert.

Im Jahr 1917 wurde der Erzabbau am Martenberg eingestellt.

Deutlich länger war die Grube Christiane bei Adorf in Betrieb. Bis zur Stilllegung am 16. April 1963 war die Grube die grösste Eisenerzgrube in Hessen nach dem Zweiten Weltkrieg, mit einer Förderung im Spitzenjahr 1960 von 155.784 Tonnen Erz bei einem durchschnittlichen Eisengehalt von 30,35 Prozent.

Verhüttung

Einst wurde im Waldecker Land das Adorfer Eisenerz abgebaut und verhüttet. Der Name des Ortes Kohlgrund etwa leitet sich von einer ursprünglichen Köhlersiedlung ab. Große Mengen Holzkohle wurden einst an der Orpe zur Eisenerzgewinnung benötigt, bevor die Eisengewinnung mit Holzkohle im 19. Jahrhundert unwirtschaftlich wurde.

Eine grössere Hütte wurde damals auch bei dem nahegelegenen Gut Eilhausen betrieben.

Erwerbsquellen für die Bevölkerung waren Hammerwerke (wie etwa der Pickhardshammer in Orpethal), die Mühlen an Orpe und Diemel oder die Kohlenmeiler in den Buchenwäldern.

Dem Erz auf der Spur

von Simon Neutze

Artikel in der HNA vom 24.10.09

Neudorf. Über 300 Jahre lang war das Orpetal bei Diemelstadt ein Zentrum der Eisenindustrie: Über den so genannten Eisensteinweg wurden vom 16. bis Mitte des 19. Jahrhunderts jährlich hunderte Tonnen Erz mit Pferdewagen aus den Gruben des Adorfer Martenbergs zur Verhüttung ins Orpetal transportiert.

Die Route ging dabei auch an Neudorf vorbei - genau dort, wo heute im Windpark Rotes Land mit moderner Technik Energie erzeugt wird.

Eine neue Geostation mit Infotafel am Windpark soll deswegen über die Geschichte der Eisenindustrie an der Orpe aufklären. „So wird die moderne Technik mit den historischen Vorbildern verknüpft“, sagt Walter Bracht, Vorsitzender der Diemelstädter Gruppe des Waldeckischen Geschichtsvereins. Auch die Eisenarbeiter machten sich mit ihren Wassermühlen an der Orpe regenerative Energien für den Antrieb der Blasebalge und der Schmiedehämmer zu Nutze, erklärt Heinrich Bodenhausen, der die Recherchen zur Geschichte des Eisensteinwegs maßgeblich vorantrieb. Mit dem Brennstoff für die Hochöfen aus den umliegenden Wäldern hätten im Orpetal ideale Bedingungen für die Eisenverhüttung geherrscht.

Über 500 Tonnen Eisenerz jährlich wurden in Spitzenzeiten verarbeitet. Pro Jahr machten sich über 1100 Fuhren auf den Weg von Adorf zu den Hütten bei Eilhausen und am Pickhardshammer, sagt Bodenhausen. „Die Route führte dabei auch über westfälisches Land.“ Deswegen will der Geschichtsverein in Zusammenarbeit mit dem Geopark GrenzWelten, der auch Marsberg umschließt, auf die „historischen grenzüberschreitenden Zusammenhänge hinweisen“, erklärt Walter Bracht.

Gestiftet wurde die Infotafel vom Windpark Rotes Land. Zusätzlich bereitet Heinrich Bodenhausen auch ein Buch über die Geschichte der Eisenindustrie im Orpetal vor, für das die Windpark-Gesellschaft und der Geschichtsverein derzeit noch einen Verleger suchen. Über 90 Seiten mit Karten und historischen Hintergründen zur Eisenindustrie hat er schon zusammengestellt. „Die 100 kriegen wir bestimmt noch voll.“

Rhene-Diemeltal-Eisenbahn

Die Rhene-Diemeltal-Eisenbahn wurde von 1873 bis 1875 als erste Eisenbahnlinie im Fürstentum Waldeck gebaut um die Eisengruben bei Adorf zu erschließen und führte von Martenberg bei Adorf nach Bredelar an der Oberen Ruhrtalbahn.

An die Bahnstrecke waren die Gruben Martenberg, Eckefeld und Christiane im Rhenetal und Reinhard im Diemeltal angeschlossen, bevor die Bahn im Jahre 1923 stillgelegt wurde. Ab 1937 wurde auf der alten Trasse eine Grubenbahn der Mannesmann AG angelegt, die bis 1963 in Betrieb war.

siehe auch

Bergarbeiter-Denkmal in Adorf

Weblinks