Eisenach

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Wartburg

Die Stadt Eisenach in Thüringen - nahe der Landesgrenze zu Hessen - liegt am nordwestlichen Ende des Thüringer Waldes und hat etwa 44000 Einwohner.

Die Stadtteile

Nikolaikirche und -turm

Stadtteile von Eisenach sind Stedtfeld, Neuenhof-Hörschel, Wartha-Göringen, Stregda, Madelungen, Neukirchen, Berteroda, Hötzelsroda und Stockhausen.

Geografie

Die Stadt liegt im Tal der Hörsel.

Der Südosthang des Großen Drachensteins (462 Meter) - zugleich der höchste Punkt des Eisenacher Stadtgebiets - bietet einen wunderbaren Blick auf den Thüringer Wald.

Der Rennsteig zwischen der Hohen Sonne und dem Vachaer Stein bildet die südliche Grenze des Stadtgebiets.

Geschichte

Stadtschloss

Oberhalb der Stadt liegt die Wartburg, die heute zum Unesco-Weltkulturerbe gehört und die nach der Überlieferung von Graf Ludwig dem Springer aus dem Geschlecht der Ludowinger im Jahre 1067 begründet wurde. Die Burg ist nicht allein wegen der Wartburgfeste im 19. Jahrhundert bekannt. Auf der Burg hatten auch die heilige Elisabeth (in den Jahren 1211 bis 1227) und Martin Luther zeitweise ihren Wohnsitz.

Im Jahre 1080 wurde die Burg erstmals urkundlich erwähnt, die während der Herrschaft von Landgraf Hermann I. ihre Blütezeit erlebte. Als zukünftige Braut des Thüringer Landgrafen Ludwig IV. kam im Jahre 1211 Elisabeth, die vierjährige ungarische Königstochter, auf die Wartburg, die später im Jahre 1226 ein Hospital unterhalb der Wartburg begründete.

Nach dem Tod von Heinrich Raspe, dem Bruder Ludwigs IV., im Jahre 1247 erlosch das Geschlecht der Ludowinger in männlicher Linie. Ein Ergebnis der Thüringer Erbfolgekriege war die Abspaltung Hessens von Thüringen. Die Wartburg und die Stadt Eisenach gingen an das Haus Wettin.

Die unterhalb der Wartburg gelegene Stadt Eisenach wurde im Jahre 1180 erstmals urkundlich erwähnt.

Georgenkirche

In den Jahren 1182-1188 wurde in der Stadt bereits die dem Schutzpatron Eisenachs geweihte St.-Georgs-Kirche errichtet. Aus derselben Zeit stammt die romanische Nikolaikirche.

Zahlreiche Spuren in Eisenach erinnern an den Reformator Martin Luther, der in einem der ältesten erhaltenen Fachwerkhäuser Eisenachs, dem heutigen Lutherhaus, in den Jahren 1498 bis 1501 bei der wohlhabenden Familie Cotta gelebt haben soll. Im Jahre 1521 predigte Luther auf der Hin- und Rückreise vom Wormser Reichstag in der Eisenacher Georgenkirche. Später verbrachte er zehn Monate als "Junker Jörg" auf der Wartburg und übersetzte hier das Neue Testament aus einer griechischen Fassung in die deutsche Sprache. Heute erinnern an ihn in Eisenach nicht nur der Aufenthalt auf der Wartburg, sondern auch das Lutherdenkmal am Karlsplatz (aus dem Jahre 1882) oder das ehemalige Predigerkloster (heute: Martin-Luther-Gymnasium).

Der Komponist Johann Sebastian Bach wurde im Jahre 1685 in Eisenach geboren und in der Georgenkirche getauft. Ihm wurde als Museum das etwa 600 Jahre alte Bachhaus in Eisenach gewidmet. Ein weiterer berühmter Komponist, Georg Philipp Telemann wirkte in Eisenach in den Jahren 1708 bis 1712 als Konzertmeister, später als herzoglicher Kapellmeister.

In den Jahren 1742-1747 entstand in Eisenach unter Herzog Ernst August das Stadtschloss an der Nordseite des Marktes, das heute das Thüringer Museum Eisenach beheimatet.

Im Oktober 1817 trafen sich etwa 500 Studenten und Professoren zum ersten Wartburgfest der deutschen Burschenschaften.

Die Gedenkstätte „Goldener Löwe“ in Eisenach erinnert daran, dass in diesem Haus am 7. August 1869 unter Führung von August Bebel und Wilhelm Liebknecht der Gründungskongress der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) eröffnet wurde. Die eigentliche Gründung fand einen Tag später im Hotel „Zum Mohren“ statt, ein wichtiges Datum in der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Eisenach ein Automobilwerk gegründet und das erste Automobil verließ im Jahre 1899 die Werkhalle. Zu DDR-Zeiten wurde hier der Wartburg gebaut. Im April 1981 verließ der 1.000.000ste "Wartburg"-PKW das Automobilwerk in Eisenach, bevor die Produktion im Jahre 1991 beendet wurde.

Nach der Wiedervereinigung entstanden die Werke der Firmen Bosch und Adam Opel AG.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bachhaus
Lutherhaus
Landestheater Thüringen

Nachdem die Wartburg in Eisenach im Jahre 1999 in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen wurde, stehen 2009 zahlreiche kulturelle Veranstaltungen im Zeichen von Weltkultur und Weltgeschichte, z. B. die Feierlichkeiten zum Geburtstag von Johann Sebastian Bach, das "Lutherfest" vom 21. bis 23. August oder das Musical über die Heilige Elisabeth.


Zu den Sehenswürdigkeiten von Eisenach gehören:

Partnerstädte

  • Marburg seit 1988
  • Sedan (Frankreich) seit 1991
  • Waverly/ Iowa (USA) seit 1992
  • Skanderborg (Dänemark) seit 1993
  • Mogilev (Weißrußland) seit 1996
  • Sárospatak (Ungarn) seit 2008

Radwandern und Wandern

Radwandern

Herkules - Wartburg - Radweg

Der Herkules-Wartburg-Radweg von Kassel nach Eisenach, führt in einem Rundkurs von 215 km durch die Fluss- und Tallandschaften von Losse, Wehre und Werra und in die Landschaft am Hohen Meißner.

Werra radtour november 2008.jpg

Werra-Radweg

Der ca. 377 km lange Werra-Radweg verläuft entlang der Werra in Thüringen, Hessen und Niedersachsen.

Er führt von den beiden Werraquellen in Fehrenbach und Siegmundsburg bis nach Hann. Münden.

Wandern

Elisabeth-Pilgerpfad

Wandern an der Wartburg

Unser Wandervorschlag kommt von der Ortsgruppe Kassel der Naturfreunde

Wir beginnen unsere Wanderung beim Hauptbahnhof von Eisenach und verlassen ihn über den Hauptausgang. Wir überqueren die Bahnhofstraße und den gegenüberliegenden Parkplatz, wenden uns nach links in die Waldhausstraße.

Hier finden wir die Markierung EH und einen grünen Punkt. Der leicht ansteigende Weg führt durch den Stadtpark zum Burschenschaftsdenkmal.

Links am Denkmal vorbei geht es auf dem Kamm der Göpelskuppe nach Süden. Bei der Mosbachlinde schwenkt der Weg nach Südwesten, er steigt nun stetig an und folgt dabei der alten „Weinstraße“.

Wir passieren den Großen Drachenstein (462 Meter), von dessen Südosthang ein wunderbarer Blick auf den südöstlichen Thüringer Wald möglich ist.

Hier ist auch der höchste Punkt der Wandertour im Süden von Eisenach erreicht.

Wandertipp

Weiter geht es über den Kleinen Drachenstein zur Hohen Sonne.

Wir queren die Bundesstraße 19, orientieren uns nun am bekannten Rennsteig - R, dem wir bis zur „Wilden Sau“ auf den nächsten 3,5 Kilometern nach Westen folgen.

Beim Erreichen der Wilden Sau wechseln wir auf die Markierung X 5 beziehungsweise E 2 (nur mangelhaft vorhanden). Wir folgen dem Weg ohne größeren Höhenunterschied in nördlicher Richtung bis zur Sängerwiese.

Hier treffen wir auf eine weitere Markierung X 9 Wartburgpfad. Gemeinsam führen diese Wegezeichen direkt zur Wartburg. Kurz vor dem Erreichen der Burg öffnet sich der Wald, und es ergibt sich eine wunderbare Aussicht nach Osten.

Wir müssen nochmals etwas aufsteigen, gehen dabei unter der ehemaligen Zugbrücke hindurch und kommen abwärts wandernd zur Eselstation.

Nun ohne Markierung setzen wir den Weg weiter geradeaus fort, dabei geht er in den Schlossberg über. Auf diesem kommen wir in die Stadtmitte von Eisenach. Über die Alexanderstraße, vorbei an der Nicolaikirche, geht es zum Bahnhof, an dem wir die Tour beenden.

Naturfreunde, Ortsgruppe Kassel: Peter Habermann, Telefon 05 61-82 19 18, Fax: 05 61-51 33 70.

siehe auch: Rennsteig

siehe auch

Elisabethkirche

Verkehrsanbindung

  • Autobahn A 4
  • Bundesstrassen B 7, B 19, B 84 und B 88
  • Eisenbahnanschluss (ICE-Bahnhof)
  • Flugplatz Eisenach-Kindel für Kleinflugzeuge (10 km von Eisenach entfernt)
  • Flughafen Erfurt (60 km von Eisenach entfernt)

Wartburg

Die Wartburg aus dem 11. Jahrhundert liegt oberhalb der Stadt am nordwestlichen Ende des Thüringer Waldes auf 411 m Höhe und gehörte heute zum Unesco-Weltkulturerbe.

Weblinks

Burschenschaftsdenkmal