Einhorn-Apotheke

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Die Einhorn-Apotheke ist die älteste in Kassel ansässige Apotheke.

Geschichte

Die Gründung bis zur Kriegszeit
Einhorn Apotheke.jpg

Die Einhorn-Apotheke wurde im Jahr 1680 gegründet. Johann Matthias Zielfelder schrieb danmals an Landgraf Karl: „Sie wollen gnädigst geruhen und mir die hohe fürstliche Gnade erweisen und mich ... mit einer Concession, eine Apotheke allhier ufzurichten gnädigst begnadigen.“ Die erste Apotheke Kassels entstand am Markt in der späteren Brüderstraße 15 in einem Fachwerkhaus in der Unterneustadt. Nach Zielfelders Tod war sie lange im Besitz von Konrad Moench, der am Kasseler Collegium Carolinum dozierte. Als der Professor für Biologie und Botanik nach Marburg umzog, verpachtete er die Apotheke an den Medizinassessor Flügger. 1814 wurde das Haus samt Apotheke in den Besitz der Stadt übertragen. 70 Jahre lang, bis 1884, war die Einhorn-Apotheke dann die Armen-Apotheke Kassels. Sogenannte Armen-Arzneien wurden mit einem 30-prozentigen Rabatt abgegeben. Ab 1855 wurde Karl Sander neuer Pächter. Er plädierte für einen Umzug der Apotheke, da der Marktplatz nicht mehr das Herz der Stadt sei. Der Umzug in die Untere Königsstraße, an der die Apotheke noch heute angesiedelt ist, erfolgte dann 1866. 1888 wechselte der Besitzer erneut. Familie Hellwig betreibt die Apotheke mittlerweile in der fünften Generation bis heute.

Die Kriegszeit

1943, im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude vollkommen zerstört. Wolf Dieter Hellwig baute sie 1951 wieder an gleicher Stelle auf. Außerdem züchtete er Reptilien. Aus deren Gift gewann er den Grundstoff für Gegengifte. Dieses rettete ihm 1958 das Leben, als ihm eine Levanteotter in die Hand biss.

1974 übernahm Eva Schmidt-Hellwig die Einhorn-Apotheke, 2014 übergab sie die Leitung an ihren Sohn Alexander Schmidt-Hellwig.

Die Apotheke heute

Die Einhorn Apotheke beschäftigt 45 Mitarbeiter und hat rund 46.000 Packungen, die in einem vollautomatischen Warenlager verwaltet werden. Auch die Apotheke im Dez gehört zur Einhorn-Apotheke.


Der Name

Der Name geht auf das Ross zurück, einem mittelalterlichen pferdeähnlichem Tier mit einem Horn. Im Mittelalter wurden in den Apotheken häufig geriebene Stoßzähne von Walrössern für die Mixturen verwendet.

Einhorn Apotheken in Kassel und Baunatal

Quellen und Weblinks

1. HNA-Online vom 23. November 2015: Gegengift rettete den Inhaber: Kassels älteste Apotheke wird 335 [1]

2. HNA vom 22. November 1980: Ein Stück Kasseler Stadtgeschichte

3. HNA vom 24. November 2005: Grüne Maba auf der Flucht