Eine Ausstellungsmaschine

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Eine Ausstellungsmaschine Der Pavillon auf der Karlswiese in der Aue bietet weite Fluchten, bleibt aber hinter den Erwartungen zurück

Von Dirk Schwarze

Von einem leichten, transparenten Bau war die Rede, ja, sogar vom Kristallpalast. Das war, als man nur den Entwurf der Hülle kannte, nicht aber das Gehäuse für empfindliche Kunstwerke und Besucher. Folglich wurde bis zuletzt an der Erscheinungsform des Pavillons gearbeitet: Aus der durchgehenden Transparenz wurde ein Bau mit wechselnden Lichtzonen, gewaltigen Gebläsen und technischen Strukturen. Der Pavillon wurde zur Ausstellungsmaschine - mit zuweilen durchaus spannenden Konstellationen und vor allem weiten Fluchten und Sichtmöglichkeiten. Nicht schlecht, aber ganz anders als gedacht. Ein Ziel wurde gut erreicht: In fast allen Zonen gibt es reichlich Raum, der auch dann noch die Besichtigung erlaubt, wenn größere Besucherströme sich in den Pavillon ergießen. An zwei, drei Stellen war gestern noch nicht auszumachen, ob einzelne Stellwandflächen als Denkräume für die Besucher frei gelassen wurden, oder ob dort noch weitere Werke zu erwarten sind. Sollten die Flächen leer bleiben, entstünde ein Bereich, in dem sich die Ausstellung verliert.

Gut erkennbar sind die drei Abschnitte, die Roger M. Buergel und Ruth Noack innerhalb des Pavillons gebildet haben: Die Besucher betreten ein weitläufiges Areal, in dem zuerst die großen Installationen von Ricardo Basbaum und Ines Doujak zu sehen sind. Basbaum hat unter einer Gitterkonstruktion eine Sitzinsel geschaffen, in der man auf Monitoren die Dokumentation seiner Aktion mit den Wannen betrachten kann, und Ines Doujak hat ihren ironisch-kritischen Wachstumstisch auf Stelzen aufgebaut.

Von hier aus entwickelt sich ein lockerer Rundgang, in dem man immer wieder an Inseln mit alten chinesischen Stühlen vorbeikommt, mit denen Ai Weiwei die Ausstellung kommentiert. Es folgt eine labyrinthische Zone mit quer gestellten Stellwänden und schließlich ein klarer weißer Raum, in dem Zoe Leonhard Fotoserien aus der Alltagswelt präsentiert.

HNA 13.06.2007