Ein grausiger Fund

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Es war Ende der 30er oder Anfang der 40er Jahre des 20ten Jahrhunderts.Ich hielt die beiden Oberschenkelknochen, von dem menschlichen Skelett, noch in meinen Händen.

Nahe der Elwe (Justizvollzugsanstalt mit der Hausnummer Leipzigerstr. 11), zwischen der Kasseler Hafenstrasse, Sommerweg und dem Pulvermühlenweg, wurde damals ein Hochbunker, als Schutz gegen Fliegerbomben errichtet.

In der genannten Hafenstrasse wohnte eine Schwester meines Vaters, Tante Lehnchen. Vor deren Wohnhaus Nr.10 stand meine Mutter und Tante Lehnchen im Gespräch vertieft. Ich erforschte die Umgebung und entdeckte, in einer Gullyabdeckung, Gegenstände in den regelmäßigen Durchlässen der Abdeckung stecken. Da ich natürlich neugierig war und auch nicht wusste was ich da entdeckt hatte, - entnahm ich zwei dieser merkwürdigen Gebilde aus der Gullyabdeckung - und wollte nun von den Erwachsenen eine Auskunft über die Gegenstände haben. Allerdings die Fragerei erübrigte sich, denn das wachsame Auge der Mutter, hatte schon alles erblickt. Die Mutter kam in meine Richtung gelaufen, in dem sie mir was von “ wegwerfen und Leichengift” zurief. Zögerlich habe ich die gefundenen Gegenstände abgelegt. Die Mutter versucht mir klar zumachen was ich da in den Händen gehalten hatte, - na ja - so langsam dämmerte es mir, es waren menschliche Knochen.

Wo kamen aber diese Überbleibsel her?

Die Erklärung ist ganz einfach, auf dem Grundstück der Hochbunkerbaustelle befand sich im Mittelalter der Unterneustädter Todenhof (Friedhof). Infolge der Bautätigkeiten an dem Hochbunker ist das Erdreich bewegt und verschoben worden und aus dem Erdboden kamen verborgene Gegenstände wieder zum Vorschein. Die verwegenen Bauherren hatten vielleicht doch ein bisschen vergessen, dass in alter Zeit dort ein Friedhof war.

Wie es das Schicksal so will: Ich musste natürlich wegen meiner Neugier und aus purem Zufall von den Verblichenen noch einige Gebeine finden...

H. Kratzenberg