Ehlener Kirche

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Ansicht der Ehlener Kirche
Turm der Ehlener Kirche

Die evangelische Kirchengemeinde in Habichtswald - Ehlen gehört zum Kirchenkreis Wolfhagen.

Geschichte

Überliefert ist die Legende des Heiligen Heimerad, der von 1017 bis zu seinem Tod 1019 auf dem Hasunger Berg und Umgebung wirkte, und bereits einen Gottesdienst in der Kirche von Ehlen gehalten haben soll.

Im Jahre 1074 (nach anderer Darstellung in 1081) stellte Siegfried, Erzbischof von Mainz, eine Schenkungsurkunde für das Kloster Hasungen aus, mit der auch die Pfarrkirche von Ehlen mit ihrem Besitz dem Kloster zugesprochen wurde.

Zum Schützeberger Erzpriestersprengel gehörten die damaligen 13 Pfarrkirchen des gesamten Wolfhager Landes, also außer der Mutterkirche auf dem Schützeberg noch die Tochterkirchen in Ehlen, Oberelsungen, Nothfelden, Elmarshausen, Gasterfeld, Gran, Todenhausen, Istha, Altenstädt, Balhorn, Martinhagen und Hoof.

Das Dorf Ehlen wurde auf einer Anhöhe zwischen den beiden Bächen Warme und Erle errichtet und war offenbar schon im 11. Jahrhundert ein bedeutendes Kirchdorf.

Vermutlich handelt es sich bei der ersten Kirche um das Gebäude, das später als Scheune ("Steinscheuer") genutzt wurde.

Im 12. Jahrhundert entstand dann in geringer Entfernung eine neue Kirche mit Wehrturm. Mittelpunkt der Dorfes ist bis heute die Kirche mit ihrem mächtigen Kirchturm aus dem 12. Jahrhundert.

Bis zur Auflösung des Klosters Hasungen im Zuge der Reformation war das Dorf eng mit dem Kloster verbunden. Im Hasunger Salbuch aus dem Jahre 1510 sind auch die Abgabepflichten der Ehlener Bürger an das Kloster beschrieben, ebenso in welchen Flurbereichen die Ländereien der Dorfbewohner lagen.

Im 30-jährigen Krieg wurde die Ehlener Kirche mehrfach, zuletzt im Jahre 1646, zerstört. Die durch den Krieg stark belastete Bevölkerung von Ehlen hat das Gotteshaus unter schwierigsten Bedingungen immer wieder aufgebaut.

Zunächst wurden Kirche und Turm bis 1657 erneuert. In 1768 wurde der Turm dann teilweise abgetragen und mit dem heute vorhandenen Dach bedeckt.

1817/ 18 musste das alte Kirchenschiff abgerissen werden und das neue entstand aus vorhandenen Steinen und Balken.

Eine Orgel erhielt die Kirche im Jahre 1820.

siehe auch

Wussten Sie schon ...

... dass die Ehlener Kirche im 30-jährigen Krieg mehrfach, zuletzt im Jahre 1646, zerstört wurde? Die durch den Krieg stark belastete Bevölkerung von Ehlen hat das Gotteshaus unter schwierigsten Bedingungen immer wieder aufgebaut.

Egon Jordan, Geschichtsverein Habichtwald

Portal der Ehlener Kirche

... dass im Jahre 1170 Bischof Adalbert von Mainz die hohen Einkommen der Kirche Ehlen nebst den Archidiakonsrechten komplett an das Kloster Hasungen übergab.

Dieser Vorgang hatte einen langwierigen Streit zwischen dem Archidiakonspriester und dem Kloster zur Folge.

Kurt Jordan, Geschichts- und Heimatverein Habichtswald

... dass an dem Ehlener Kirchturm, der um 1150 eingeweiht worden ist, über 20 Jahre gearbeitet wurde? Er wurde 1768 um fünf Meter verkürzt. Diese Tatsache finden wir in der handschriftlichen Chronik, die sich in der Kugel der Turmspitze befindet. Die Begründung für die Verkürzung wurde uns mit den folgenden Worten hinterlassen: „ Weil er zu hoch stund und gefehrlich, nach katholischer Art.“

Kurt Jordan, Geschichts- und Heimatverein Habichtswald

Weblinks